Brauchtum

Fulehung

Zu hunderten Strömen sie Ende September/Anfangs Oktober in die Innenstadt: Thunerinnen und Thuner, Heimweh-Thunerinnen und Heimweh-Thuner aber längst nicht mehr nur solche: Der Ausschiesset mit dem Fulehung hat Magnetwirkung und zieht Festfreudige aus der ganzen Region an. Dann befindet sich Thun während drei Tagen im Ausnahmezustand.

Der Fulehung rennt mit seiner wüsten Maske, dem Schyt und den Söiblaatern den Kindern hinter her, verteilt hier und da einen Klapps und macht den Weg frei für den Umzug der Kadetten.

Die Tradition lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zu rückverfolgen, und die wesentlichen Elemente sind bis heute gleich geblieben. Ursprünglich bildete der Ausschiesset den Abschluss der Sommerschiessender Schützengesellschaft. Von Alters her beteiligen sich die Knabenarmbrustschützen am Fest und seit der Gründung im Jahre 1839 auch das Kadettenkorps. So wurde im Laufe der Zeit aus einem Vereinsanlass der Schützen das Thuner Volksfest. 

Schwerpunkte bilden die Umzüge am Sonntag, Montag und Dienstag, die Fahnenübergabe und das Konzert der Kadettenmusik auf dem Rathausplatz, das Gesslerschiessen, die Schiessanlässe in der Guntelsey und das Armbrustschiessen beim Berntor sowie als Abschluss der Kadetten- und Ausschiessetball.

Weitere Informationen:
www.kadetten-thun.ch

Fasnacht

Wie in anderen protestantischen Orten wurde die Fasnacht in Thun mit der Reformation 1528 aufgehoben. Es gibt aber Hinweise, dass sie noch später gefeiert wurde. Ganz verschwunden ist sie Ende des 18. Jahrhunderts. Vor kurzem wurde sie in zeitgemässer Form wieder eingeführt und 1998 der Verein Fasnachtsfreunde Thun gegründet. In kürzester Zeit hat sich die Fasnacht zum Grossanlass und festem Bestandteil im Thuner Kulturkalender entwickelt. Die drei Fasnachtstage Ende Januar/Anfang Februar mit "Ichüble", Schnitzelbänke, Umzug und der Gassenfasnacht locken jeweils Tausende von Narren und Zuschauern aus der Ganzen Region in die Thuner Innenstadt.

Weitere Informationen:
www.thuner-fasnacht.ch