Wohnbaugenossenschaften

MEDIENCOMMUNIQUÉ VOM 1. JULI 2015



Nach Analyse der Wohnbaugenossenschaften: Empfehlungen für die Zukunft präsentiert

Die Ergebnisse einer Analyse ihres Immobilienbestandes und ihrer Organisation sowie gemeinsame Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft hat die Stadt Thun gestern Abend 16 gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften (WBG) vorgestellt. Über 10 Prozent der Thuner Wohnungen sind genossenschaftlich und stehen auf stadteigenem Boden. Die meisten stammen aus den 1950-er Jahren und sind nicht mehr zeitgemäss. In der Wohnstrategie der Stadt, die nun erarbeitet wird, spielt die Zukunft der Wohnbaugenossenschaften eine zentrale Rolle.

Gemeinderätin und Stadtentwicklungs-Vorsteherin Marianne Dumermuth, Stadtplanerin Beatrice Aebi, Thomas Zumthurm, Leiter des Amtes für Stadtliegenschaften, sowie Christian Portmann von der spezialisierten Firma Conport, Zürich, informierten gestern Abend Vertreterinnen und Vertreter der 16 Thuner Wohnbaugenossenschaften im Schulhaus Gotthelf persönlich über die Erkenntnisse aus einer Datenerhebung im vergangenen Jahr. In ihrem Bericht hat die auf Wohnbaugenossenschaften spezialisierte Firma Conport Handlungsmöglichkeiten sowohl für die Stadt als auch für die WBGs aufgezeigt und Empfehlungen für das weitere Vorgehen formuliert.

„Wenn Thun auch langfristig eine attraktive Wohnstadt mit einer tragfähigen Bevölkerungsstruktur bleiben soll, muss die Zukunft des gemeinnützigen Wohnungsbaus geklärt sein“, betont Gemeinderätin Marianne Dumermuth. „Heute ist sowohl aus Sicht der Wohnbaugenossenschaften wie auch der Stadt der richtige Zeitpunkt gekommen, die langfristige Planung an die Hand zu nehmen.“

Modernisierung bei WBGs, Wohnstrategie für Stadt
Für die WBGs einerseits steht die Anpassung ihres Wohnungsbestandes an die heutigen Erfordernisse im Zentrum. Der Thuner Gemeinderat andererseits ist daran, eine städtische Wohnstrategie zu erarbeiten, die sich in einem von vier Teilprojekten explizit den Wohnbaugenossenschaften widmet. Grundlage der Wohnstrategie ist die soeben aktualisierte Strategie Stadtentwicklung, in der „attraktives Wohnen“ als Teilstrategie festgehalten wird. Die künftige Wohnstrategie wird in die nun gestartete Überarbeitung der baurechtlichen Grundordnung (Ortsplanungsrevision) einfliessen.

WBGs wurden 2014 erstmals orientiert
Ein erstes Mal wurden Vertreterinnen und Vertreter der Thuner Wohnbaugenossenschaften an einer Informationsveranstaltung im Juni 2014 über das Projekt Wohnstrategie des Gemeinderates orientiert. Durch das Ausfüllen eines Fragebogens und Gespräche mit Stadtvertreter/innen sowie Christian Portmann lieferten sie Angaben bezüglich ihres Wohnungsbestands, der Belegschaft der Wohnungen, ihrer Organisation und zur bisherigen Zusammenarbeit mit der Stadt.

Empfehlungen sollen weiter verfolgt werden
Als Arbeitsgrundlage für die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer Thuner Wohnstrategie präsentierte Conport rund ein Dutzend Empfehlungen, die sich sowohl an die Stadt als auch die WBGs richten. Diese werden nun im Zusammenhang mit der Thuner Wohnstrategie beurteilt und, falls zielführend, dem Gemeinderat zur Weiterverfolgung empfohlen. So sollen der Stadt und den Wohnbaugenossenschaften Handlungsmöglichkeiten und Chancen für eine nachhaltige Zukunftsentwicklung aufgezeigt werden.

Die gestern präsentierten Empfehlungen in Kurzform:

• eine gemeinsame Plattform für Information und Dialog;
• eine feste Kontakt- bzw. Anlaufstelle innerhalb der Stadtverwaltung, an die sich die WBGs wenden können;
• ein Investitionsaufschub, bis sowohl die Stadt wie auch die WBGs über eine umfassende Gesamtstrategie für die Zukunft verfügen;
• eine umfassende Analyse des Gebäudebestandes, die auch Alternativen zu Ersatzneubauten aufzeigen soll;
• das genaue Ausloten der spezifischen Interessen der WBGs;
• die genossenschaftsübergreifende Unterstützung von Nachverdichtungen und Neubauten,
• die zeitliche Staffelung der Baurechtsverträge mit der Stadt über einen längeren Zeitraum,
• die Bereitstellung rechtlicher, konzeptioneller und planerischer Grundlagen durch die WBGs, um einen Entwicklungsprozess anzustossen,
• die Entwicklung von Leitlinien für eine städtische Bodenpolitik und Wohnbauförderung, um die Planungs- und Rechtssicherheit für die WBGs zu erhöhen und die Umsetzung der Wohnstrategie der Stadt mit einer städtischen Bodenpolitik zu unterstützen.
„Unser Ziel ist es, bis Ende 2015 eine Wohnstrategie zu entwickeln, welche die Erkenntnisse dieses Prozesses aufnimmt und als Leitlinie für die weitere Entwicklung der Wohnstadt Thun und des gemeinnützigen Wohnungsbaus dienen wird“, blickt Gemeinderätin Marianne Dumermuth in die Zukunft. Die gesamte Wohnstrategie mit den Ergebnissen der andern drei Teilprojekte wird voraussichtlich Anfang 2016 publiziert werden.

Thun hat einen der höchsten Anteile an
Genossenschaftswohnungen in der Schweiz

Mit 10,4 Prozent des Wohnungsbestandes weist Thun schweizweit einen der höchsten Anteile  an Genossenschaftswohnungen auf. Der Grossteil der Thuner Genossenschaftssiedlungen wurde im Baurecht in den 1950-er Jahren auf städtischen Parzellen erstellt. Die meisten Baurechtsverträge laufen 2045 aus. Das Angebot spricht vor allem ältere Menschen, Alleinerziehende und Studierende an, eignet sich aber weniger für Familien. Der bauliche Zustand der insgesamt über 2300 gemeinnützigen Wohnungen in Thun gilt aufgrund konsequenter Sanierungstätigkeit als gut, jedoch sind die Wohnungen in ihrem Mix und ihrer Ausstattung nicht mehr zeitgemäss. 

Auskünfte an die Redaktionen:

• Gemeinderätin Marianne Dumermuth, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, Tel. 033 225 85 96
• Thomas Jenne, Planungsamt, Projektleiter, Tel. 033 225 83 80
• Thomas Zumthurm, Leiter Amt für Stadtliegenschaften, Tel. 033 225 83 51


- Medienmitteilung vom 1. Juli 2015
- Schlussbericht Conport vom 11. März 2015

Thun, 1. Juli 2015