Testamente

Testamente, letztwillige Verfügungen

Testament deponieren

Jede Einwohnerin und jeder Einwohner der Stadt Thun, kann zur sicheren Aufbewahrung ihr / sein Testament bei den Einwohnerdiensten hinterlegen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einwohnerdienste quittieren den Empfang des Testamentes und deponieren dieses im Tresor. Gegen telefonische Voranmeldung und Vorweisung des Empfangsscheines sowie eines amtlichen Ausweises, kann der Verfasser oder die Verfasserin das Testament wieder abholen. Ab 1.6.2016 wird für diese Dienstleistung eine einmalige Gebühr von Fr. 50.-- verlangt.

Testament eröffnen

Sämtliche Testamente oder Schriftstücke, die als Testament angesehen werden können, sind im Todesfalle einer Person unverzüglich bei den Einwohnerdiensten abzugeben. Wer dies unterlässt, macht sich strafbar. Zur Eröffnung von Erb- und Eheverträgen sind im Kanton Bern ausschliesslich Notarinnen und Notare zuständig.

Die Einwohnerdienste stellen die gesetzlichen Erben aufgrund von eingeholten Familienregisterauszügen der Zivilstandsämter fest und eröffnet den gesetzlichen und eingesetzten Erben und den Legatnehmerinnen und Legatnehmern das Testament der verstorbenen Person. Gesetzliche und eingesetzte Erben erhalten eine Kopie des ganzen Testamentes, Legatnehmerinnen und Legatnehmer erhalten nur den sie betreffenden Teil des Testamentes.

Erbrechtliche Bescheinigung

Weiter stellen die Einwohnerdienste Erbenscheine aus, welche die Berechtigten legitimieren, über den Nachlass zu verfügen. Die Einwohnerdienste sind jedoch zur Ausstellung von Erbenscheinen nur dann nach Gesetz berechtigt, wenn ein Testament zur Eröffnung gelangte, dagegen keine Einsprache erhoben worden ist, das Testament klar ist und dieses nicht der richterlichen Auslegung bedarf.

Ebenso erhalten Berechtigte bei den Einwohnerdiensten die Bescheinigung über die Nichteröffnung eines Testamentes.

Das Willensvollstreckerzeugnis wird dem Willensvollstrecker oder der Willensvollstreckerin auf ausdrückliche Bestellung hin ausgestellt, sofern das Mandat nicht innert 14 Tagen seit Testamentseröffnung abgelehnt worden ist und keine Einsprache gegen die Willensvollstreckung hängig ist. Sämtliche erbrechtlichen Bescheinigungen können erst nach Ablauf der 30tägigen Einsprachefrist ausgestellt werden.

Kommt kein Testament zur Eröffnung, ist ausschliesslich eine bernische Notarin oder ein bernischer Notar zur Ausstellung einer Erbgangsbescheinigung berechtigt.