KKThun, Kultur- und Kongresszentrum Thun

Sanierung und Erweiterung

Projektbeschrieb

Der ursprüngliche Schadausaal wurde 1987 als Schulaula für das Gymnasium Schadau und als Konzert- und Theatersaal mit 780 Plätzen erstellt. Das Raumangebot liess trotz des für damalige Massstäbe grosszügigen Foyers die gleichzeitige Durchführung von mehreren grösseren Anlässen nicht zu. Das Gebäude genügte den heutigen technischen und infrastrukturellen Anforderungen nicht mehr und musste nach über 25 Jahren inten-siver Nutzung dringend saniert werden.

Der architektonisch attraktive Neubau stärkt die Bedeutung des Saalbaus als kulturelles Zentrum der Stadt und der Region. Die Grösse des Neubaus nimmt in seiner Volumetrie Rücksicht auf den Altbau und die Umgebung des Schadausaals. Wenige grossformatige Lichtöffnungen prägen den Bau. Bei der Verbindung vom Alt- zum Neubau überragt der Treppenturm das mehrfach gefaltete Dach und weist mit dem Logo des Kultur- und Kongresszentrums auf den Hauptzugang hin.

Beim Betreten des Gebäudes öffnet sich ein grosszügiger Empfangsbereich mit Garderobe. An diesen schliesst sich rechts der alte Schadausaal an, links geht es ins höher gelegene Foyer des Neubaus. Grosszügig und offen präsentiert sich dieser zurückhaltend gestaltete Raum. Die Panoramafenster bieten interessante Ausblicke bis hin zu den Bergketten des Berner Oberlandes. Das südlich gerichtete Fenster ist einige Meter in der Fassade zurückversetzt, so dass ein Loggien artiger Aussenraum entsteht. Ein zweites geschosshohes Fenster auf der Südostseite verbindet das Foyer optisch mit dem Aussenraum. Angrenzend an das Foyer sind die infrastrukturellen Einrichtungen sowie der direkte Zugang zum Lachensaal angeordnet. Wände und Decken sind glatt und weiss verputzt, der dunkle Hartbetonboden ist geschliffen. Die Formgebung des Daches wird mit der heruntergehängten Akustikdecke übernommen und ergibt im Innern ein lebendiges Deckenbild. Zum Lachensaal hin senkt sich die Decke steil ab und betont damit den Eingangsbereich. Bei Bedarf kann das Foyer in die Veranstaltungen mit einbezogen werden. Der ebene unterteilbare Lachensaal bietet Sitzplätze für mindestens 500 Besucher. Bis zu 1500 Personen finden stehend darin Platz. Der dunkle Eichenparkettboden steht im Kontrast zu den hellen, eigens für den Lachensaal konzipierten Akustikwänden.

Die bauliche Struktur des Altbaus blieb erhalten, wurde aber wo nötig den neuen betrieblichen und technischen Anforderungen angepasst. Mit dem Einbau einer herabsenkbaren, schallreflektierenden Folie vor der Rückwand des ursprünglichen Schadausaals kann die Raumakustik den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Die technische Bühneninfrastruktur wurde zudem so erneuert und angepasst, dass eine zeitgemässe Nutzung in den verschiedensten Sparten gewährleistet ist. Die Bühne kann mit steckbaren Elementen vergrössert werden. Die Umsetzung des Gesamtprojektes erfüllt den MINERGIE Standard. 

Safty Rig
Eine besondere Innovation im Lachensaal ist das Safety-Rig, eine engmaschige Metallnetzkonstruktion im Deckenbereich. Damit können Einrichtungsarbeiten für Anlässe ohne Absturzgefahr für die Mitarbeitenden gefahrlos durchgeführt werden. 

Kunst und Bau
Lang/Baumann setzen mit "Golden Table # 2", einer mobilen Theke mit einer goldglänzenden Messing Oberfläche, im Foyer des Neubaus einen künstlerischen Akzent. Chantal Michel überrascht die Besucherinnen und Besucher mit Zitaten von Persönlichkeiten, die in Thun gelebt oder die Stadt "en passant" bereist haben.

Termine

Realisierung Juni 2009 - April 2011

Bilder

Kosten

Anlagekosten CHF 22'750'000

Architekt

EM2N Mathias Müller Daniel Niggli
Architekten AG ETH/SIA/BSA
Josefstr. 92, 8005 Zürich

Bauleitung

Zellweger Architekten AG
Länggasse 4,
3600 Thun