Schadaugärtnerei

Die Schadaugärtnerei soll ein lebendiger, öffentlicher Ort mit Mischnutzung werden

Im Frühjahr 2016 startete der Gemeinderat den Prozess, um die künftige Nutzung der Schadaugärtnerei zu definieren. Die Ergebnisse aus dem Partizipationsprozess wurden auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft. Die künftige Nutzung soll möglichst vielfältig und öffentlich sein. Es ist vorgesehen, das Areal in vier verschiedene Zonen zu unterteilen.
 

Die künftige Nutzung der Schadaugärtnerei zu klären, ist eines der Legislaturziele 2015-2018 des Thuner Gemeinderates. In einem öffentlichen Beteiligungsprozess holte die Stadt Thun die Ideen und Wünsche der Bevölkerung ab. In den letzten zwölf Monaten befassten sich zwei interdisziplinär zusammengesetzte Planungsteams in einem Studienauftrag mit der Konkretisierung sowie der Realisierbarkeit der Ergebnisse aus dem Beteiligungsprozess. Die wichtigsten Erkenntnisse und Resultate aus diesem Verfahrensschrittschritt liegen nun in einem Schlussbericht vor und bilden die Grundlage für das weitere Vorgehen.

Hoher Öffentlichkeitsgrad und vielfältige Nutzung
Der Studienauftrag brachte kein Siegerprojekt hervor, sondern vielmehr detaillierte Vorschläge für eine schrittweise Entwicklung und mögliche Organisationsformen des Areals. Die Besonderheit des Ortes, den Charme des Areals und den Bestand an historischen Gebäuden und Strukturen gilt es zu erhalten. Das skizzierte Zielbild der Schadaugärtnerei geht von einem hohen Öffentlichkeitsgrad und einer vielfälltigen Nutzung aus, die sich an unterschiedlichste Anspruchsgruppen richtet und sich im Zeitverlauf auch wandeln kann und soll. Das öffentliche, kulturelle und gemeinschaftliche Leben Thuns wird dadurch gestärkt.

Unterteilung in vier Zonen mit verschiedener Nutzung
Die Entwicklung des Areals soll sowohl am historischen Bestand und seiner ursprünglichen Nutzung als auch an der aktuellen Nutzung anknüpfen und nach klaren räumlichen Regeln erfolgen. Dabei wird die Entwicklung schrittweise erfolgen. Einzelne Bereiche des Areals sollen dabei wie bisher und ohne grössere Investitionen genutzt werden können, während andere Bereiche auch eine bauliche Veränderung erfahren. Das Areal wird in die folgenden vier Zonen aufgeteilt. Sie unterscheiden sich im Grad der Bebauung, der Nutzung- und Entwicklungsideen sowie der Zugänglichkeit:

  1. Der Bereich der heutigen Parkierung wird künftig den Ankunftsort in das Areal darstellen. Auf dieser Fläche ist zudem eine bauliche Entwicklung (Wohnnutzung) denkbar.

  2. Der heutige Kutscherhof soll saniert und in den Gebäuden primär öffentliche Nutzungen, wie etwa eine Gastronutzung, etabliert werden.

  3. Die bestehenden Freiflächen inklusive der Orangerie und der heutigen Gartennutzung sollen als Freiraum- und Garten, für temporäre Anlässe und als Experimentierflächen genutzt werden können.

  4. Ein bauliches Entwicklungspotenzial stellt der Bereich des Obstgartens dar. Dabei bleiben sämtliche historische Bauten auf dem ganzen Areal erhalten, ergänzt werden Wegbeziehungen. Das Areal soll weitgehend öffentlich zugänglich sein.


Künftige Organisationsform
Für die Steuerung der künftigen Entwicklung und Verwaltung des Areals ruft der Gemeinderat eine verwaltungsinterne Projektgruppe ins Leben. Vorgesehen ist zudem der Einsatz einer „Kümmererin“ oder eines „Kümmerers“. Er oder sie soll als treibende Kraft hinter der Entwicklung stehen, verschiedene Akteurinnen und Akteure involvieren und zwischen verschiedenen Interessen verhandeln. Daneben wird eine ausgewogen zusammengesetzte Begleitgruppe eingesetzt, welche die Verwaltung unterstützt. Dabei wird es sich um externe Fachpersonen sowie Vertreterinnen und Vertreter von Anspruchsgruppen, der Politik oder der organisierten Öffentlichkeit handeln.

Erste Massnahmen sind geplant
Der Gemeinderat sieht vor, erste Massnahmen aus der Planung rasch umzusetzen. So hat er bereits den Auftrag zur Bildung der verwaltungsinternen Projektgruppe erteilt. Zudem wird die Auftragsvergabe für die „Kümmererin“ oder den „Kümmerer“ vorbereitet. Ziel für 2019 sind weiter die Öffnung des Areals für die Bevölkerung, die Sicherstellung der Verbindung über die Seestrasse und eine Gastronutzung in den Gebäuden der ehemaligen Kutscherei.

Weitere Informationen
Der Schlussbericht zum Studienauftrag sowie eine kurze Zusammenfassung der Erkenntnisse und das weitere Vorgehen können hier eingesehen werden. Die im Rahmen des Beteiligungsprozesses engagierten Anspruchsgruppen und Personen werden von der Stadt Thun an einer Ergebniskonferenz persönlich über das Resultat informiert.