"Dialog statt Machtkampf": Veranstaltungen Ende Februar

In Thun, Meiringen und Matten bei Interlaken bietet die Jugend-Konferenz Berner Oberland (Jukon) am 28. und 29. Februar 2012 Veranstaltungen zum Thema "Dialog statt Machtkampf" an. Referent ist der bekannte Pädagoge und Autor Gerald Koller, Spezialist auf dem Gebiet der "neuen Autorität". Die Anlässe richten sich an Lehrpersonen, Eltern und andere Interessierte.

 

Die Jukon, in der die kommunalen und landeskirchlichen Kinder- und Jugendarbeitsstellen sowie die Organisationen der offenen Jugendarbeit des Berner Oberlandes seit Mitte der 1970er Jahre zusammen arbeiten, hat für den 28. und 29. Februar 2012 Veranstaltungen zum Thema "Dialog statt Machtkampf" organisiert. In Thun, Meiringen und Matten bei Interlaken wird der bekannte Pädagoge und Buchautor Gerald Koller aus Graz (A) je zweistündige Inputreferate für Lehrpersonen, Eltern, und weitere Fachpersonen und Interessierte halten. Koller ist auf die Themen "Kommunikation und Gesundheit" und "neue Autorität" spezialisiert und hat die Methode des "Risflecting" entwickelt. Mit Wortwitz und Herz vermittelt er innert zwei Stunden neue Wege aus der "Machtkampf-Falle", in der sich Eltern wie auch Lehrpersonen verfangen können. Gerald Koller geht davon aus, dass neue Wege immer im Dialog unter den Konfliktparteien und zwingend vernetzt begangen werden müssen. Mit „neuer Autorität“, wie Gerald Koller sie in diesen zwei Tagen vorstellt und mit den Anwesenden diskutiert, werden Kindern und Jugendlichen Grenzen aufgezeigt - Grenzen, die einem Bedürfnis der Heranwachsenden entsprechen.

 

  • Dialog statt Machtkampf. Input-Referate des Pädagogen und Autors Gerald Koller, anschliessende Diskussion. Für Eltern, Lehrkräfte und weitere Interessierte. Dienstag, 28. Feb., 14.00 Uhr, Kirchgemeindehaus Matten bei Interlaken; Dienstag, 28. Februar, 19.30 Uhr, Kirchgemeindehaus Meiringen; Mittwoch, 29. Februar, 14.00 Uhr und 19.30 Uhr, Kirchgemeindehaus Frutigenstrasse 22, Thun. Eintritt frei. Weitere Infos: www.jukon.ch .

 

 

Forts. S. 2

 

Neue Autorität: Prügelstrafe ist passé,

antiautoritär hat auch nicht funktioniert

 

Herkömmliche Autorität ist geprägt von klaren Regeln, Verhältnissen und Machtansprüchen, deren Nichtbefolgen Konsequenzen nach sich ziehen. Im Laufe der Zeit wurde versucht, die Kinder selbst bestimmen zu lassen, wie sie ihre Interessen  definieren und wo sie ihre Grenzen setzen. Dies  endete  oft in Überforderung der Kinder. Der Grazer Pädagoge Gerald Koller (siehe Haupttext) plädiert deshalb dafür, Kindern und Jugendlichen Grenzen zu setzen, da sie diese brauchen. Sie müssen sich an ihnen und der Gesellschaft reiben können, um sich selber zu spüren und Selbstwert zu gewinnen. Dafür braucht es „Eckpfeiler“ oder „Anker“ wie Eltern, Familie und andere Bezugspersonen - sei es in  Kindergarten und Schule, bei der Schulsozialarbeit oder  der Jugendarbeit. Gemäss Koller geht es aber nicht ums Rechthaben oder Gewinnen, sondern um einen Dialog, der  auf einem Klima des Respekts, der Empathie, der Solidarität und der Glaubwürdigkeit basiert.

 

Jedes Problem hat seinen Ursprung – diesen zu erfassen stellt sich als Kernpunkt zu seiner Lösung heraus. Ein Konflikt auf dem Pausenplatz kann zu einer aggressvien Stimmung zu Hause führen. Umgekehrt können Spannungen im Elternhaus Auswirkungen auf schulische Leistungen oder das soziale Verhalten der Kinder haben. Schule oder Elternhaus können eine Eskalation erleben, ohne deren Ursprung zu kennen, was zu grosser Überforderung führen kann. Deshalb sind Kenntnisse der aktuellen Situation des gesamten Lebenssystems von Kindern und Jugendlichen für deren Erziehungsumfeld wichtig. Womit beschäftigen sie sich, wer sind ihre Freunde, wo halten sie sich auf? So kann die Situation gemäss Koller ganzheitlich erfasst und effektiv geholfen werden. Kontakt und Vernetzung sollen nicht mehr nur dann stattfinden, wenn Probleme auftauchen. "Durch das Bilden von Netzwerken und Gemeinschaften können Ressourcen gefördert und die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen verbessert werden", sagt das Organisationsteam der Jukon.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen

·       Jugend Konferenz Oberland (Jukon), Cristina Stooss, Co-Leitung Mädchenarbeit der Stadt Thun, Tel. 033 223 40 61, ab 10 Uhr (Di bis Fr 10.00 bis 16.00 Uhr)

 

 

Thun, 17. Januar 2012