Baukultur: Arbeit des Fachausschusses weiter optimiert

Baukultur umfasst auch in der Stadt Thun die gesamte gebaute Umwelt und betrifft alle. Die Gestaltungsqualität von Gebäuden, die Identität von Quartieren sowie die Attraktivität von Strassen und Plätzen werden durch das Baureglement und eine gute Zusammenarbeit von umsichtigen Bauherren und qualifizierten Planerinnen gefördert. Für die fachliche Begleitung von Baugesuchen und Voranfragen spielt in Thun der beratende Fachausschuss Bau- und Aussenraumgestaltung (FBA) eine wichtige Rolle. Zu dieser Beurteilung kommt der Thuner Gemeinderat. Zugleich beschliesst er Optimierungsmassnahmen, welche die Wirkung des FBA verbessern, und stärkt die Position des Beauftragten für Städtebau.

 

Was ein "gutes Stadtbild" und was "gute Architektur" ist, führt auch in Thun immer wieder zu Kontroversen - sei es in der Öffentlichkeit und in den Medien, sei es unter Fachleuten oder zwischen Bauherrschaft und Behörden. Zwei Stadtrats-Interpellationen haben im Frühjahr 2011 die Funktionsweise des Fachausschusses Bau- und Aussenraumgestaltung (FBA) thematisiert. Bereits zuvor hatte sich der Thuner Gemeinderat mit dem FBA befasst und Aufträge erteilt. Die Analyse zeigte Mitte 2011, dass das Gremium gute Arbeit leistet, seine Aufgaben korrekt erfüllt und die angestrebten Ziele erreicht. Gleichzeitig konnten Verbesserungsmöglichkeiten ausgemacht werden, welche der Gemeinderat  unterdessen geprüft hat. Aufgrund der nun vorliegenden Erkenntnisse hat die Stadtregierung auf Antrag der Direktion Stadtentwicklung von Gemeinderätin Marianne Dumermuth eine Reihe von Optimierungsmassnahmen beschlossen:

·         Vereinfachte Abläufe: Die Arbeitsabläufe des FBA werden vereinfacht und gestrafft, u.a. durch verstärkten Einsatz elektronischer Mittel und dadurch, dass die Geschäfte in der Regel nicht durch den gesamten FBA, sondern durch eine zweiköpfige Delegation unter dem Vorsitz des Beauftragten für Städtebau beurteilt werden.

·         Merkblatt: In einem Merkblatt und im Internet werden die Aufgaben des FBA präzisiert und die Mitglieder vorgestellt. Zudem werden die Bedeutung der Baukultur sowie Begriffe und Prozesse im Zusammenhang mit Baugesuchen erläutert. Das Merkblatt richtet sich an alle Gesuchstellenden und Voranfragenden.

·         „Gesamtwirkung": Bessere Erläuterung des Begriffes der Gesamtwirkung, welcher im Zentrum der Diskussion um städtebauliche Qualität steht.

·         Öffentlicher Raum: Die Gestaltung von Strassen, Plätzen und Pärken gewinnt in der zunehmend dicht bebauten Stadt an Bedeutung. Der FBA widmet sich daher mehr diesem Thema.

·         Regelmässige Kommunikation und Sensibilisierung: Mittels Medienarbeit soll die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Baukultur sensibilisiert und über die Arbeit des Fachausschusses orientiert werden.

·         Projektierungsverfahren: Die Stadt Thun fördert vermehrt Qualität sichernde Planungs- und Projektierungsverfahren wie Architekturwettbewerbe. Dadurch steigt insgesamt die Qualität der Hoch- und Tiefbauten. Eine Beurteilung des FBA erübrigt sich in der Regel bei Wettbewerbsergebnissen, weil diese bereits durch eine Fachjury erfolgt.

Beauftragter für Städtebau strategisch besser positioniert

Markus Däppen ist neu direkt der Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, Marianne Dumermuth, und nicht mehr dem Stadtplaner unterstellt. Indem er in der Geschäftsleitung der Direktion Einsitz nimmt, kann er seine Funktion auf der strategisch-politischen Ebene besser wahrnehmen.

 

Die Erfahrungen mit den beschlossenen Optimierungsmassnahmen werden Mitte 2013 durch die Direktion Stadtentwicklung ausgewertet.

 

Der Fachauschuss

Bau- und Aussenraumgestaltung

 

Der Fachausschuss Bau- und Aussenraumgestaltung (FBA) der Stadt Thun wird im Rahmen von Baubewilligungsverfahren beigezogen, wenn es um Vorhaben geht, die für das Strassen- und Landschaftsbild von Bedeutung sind oder spezielle baugestalterische Fragen aufwerfen. Dabei beurteilt der FBA Bauvoranfragen und Baugesuche. Im Weitern werden ihm Bauvorhaben vorgelegt, die Gestaltungsfreiheit gemäss kantonalem Baugesetz oder wesentliche gestalterische Ausnahmen beanspruchen. Die Baubewilligungsbehörde entscheidet zusammen mit dem Beauftragten für Städtebau, ob ein Projekt dem FBA vorgelegt wird. Von insgesamt 112 Baugesuchen für Projekte mit einer Bausumme von über 100'000 Franken im Jahr 2009 beurteilte der FBA deren 15, von den 280 kleineren Bauvorhaben unter 100'000 Franken deren zwei. Im selben Zeitraum wurden 54 Bauvoranfragen durch den FBA beantwortet.

 

Dem FBA gehören, unter dem Vorsitz von Gemeinderätin Marianne Dumermuth, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, fünf unabhängige Fachleute in Architektur, Landschaftsarchitektur, Raumplanung und Städtebau an. Beratend und ohne Stimmrecht nehmen zudem der Beauftragte für Städtebau sowie der Bauinspektor an den Sitzungen teil.

 

Auskünfte an die Redaktionen

·       Marianne Dumermuth, Gemeinderätin, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, Präsidentin FBA, Tel. 033 225 85 96

·       Markus Däppen, Beauftragter für Städtebau, Tel. 033 225 83 83

 

Thun, 24. Januar 2012