Schlossmuseum Thun: Kreditantrag für Ausbau zusätzlicher Räume im Neuen Schloss

Der Thuner Gemeinderat beantragt dem Stadtrat einen Verpflichtungskredit für einen Investitionsbeitrag in der Höhe von 650'000 Franken für den Ausbau zusätzlicher Räume im Neuen Schloss. Damit wird die Stiftung Schlossmuseum Thun massgeblich unterstützt, ihre Strategie für eine Erneuerung des Schlossmuseums umzusetzen. Über den Kredit wird der Stadtrat voraussichtlich am 7. Mai entscheiden. Wie der Gemeinderat auf den Entscheid der Gemeinden der Regionalen Kulturkonferenz (RKK) gegen eine Beitragserhöhung reagiert, der auch Auswirkungen auf den Betrieb des Schlossmuseums hat, bedarf noch eingehender Abklärungen.

 

Der Thuner Stadtrat wird gemäss einem Grundsatzentscheid des Gemeinderates voraussichtlich am 7. Mai über einen Investitionsbeitrag von 650'000 Franken an den Ausbau zusätzlicher Räume für das Schlossmuseum befinden. Dass die Erweiterung des Schlossmuseums mit neuem Empfangsbereich in den ehemaligen Gerichtsräumlichkeiten im Neuen Schloss ein Kernelement der neuen Nutzungen ist, hat der Gemeinderat bereits mehrmals festgehalten und bekannt gegeben. Dies, nachdem 2011 in einem Workshop-Verfahren Lösungen für die künftige Nutzung des Neuen Schlosses erarbeitet worden waren (vgl. Medienmitteilungen vom 14.3.2011, 12.10.2011 und 2.4.2012). Anfang November 2012 erteilte der Regierungsstatthalter der Schlossberg Thun AG die Baubewilligung. Ende Januar 2013 begannen die Bauarbeiten in den historischen Gebäuden. Sie werden voraussichtlich bis April 2014 dauern.

 

Ende Oktober 2012 stellte der Stiftungsrat der Stiftung Schlossmuseum Thun beim Gemeinderat ein Gesuch um ein Darlehen in der Höhe von 550'000 Franken für bauliche Massnahmen im Neuen Schloss. Die Stiftung hatte die Absicht, die neuen Räumlichkeiten selber auszubauen. Mitte Januar 2013 zog der Stiftungsrat dieses Gesuch aufgrund neuer Kostenschätzungen und aufgrund des negativen Entscheides der RKK-Gemeinden über eine Erhöhung der Beiträge (vgl. Medienmitteilung vomo 16.1.2013) allerdings zurück und stellte das schriftliche Begehren, die Stadt solle die Umbau-Finanzierung übernehmen, da die Stiftung realistischerweise nur in der Lage sein werde, die zusätzlichen Räume im Neuen Schloss in ausgebautem Zustand zu mieten.

 

Angesichts dieser neuen Ausgangslage wurde unter der Leitung von Gemeinderätin Ursula Haller Vannini eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt (Kulturabteilung, Amt für Stadtliegenschaften, Finanzverwaltung) und der Stiftung Schlossmuseum Thun eingesetzt. Gestützt auf die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe hat der Gemeinderat nun entschieden, dem Stadtrat einen Verpflichtungskredit für einen Investitionsbeitrag für bauliche Massnahmen im Neuen Schloss in der Höhe von 650'000 Franken zu unterbreiten.

 

Die Bewilligung eines Verpflichtungskredits für einen Investitionsbeitrag für die zusätzlichen Räume muss wegen den bereits laufenden Bauarbeiten rasch erfolgen. Ein gemeinsames Vorgehen bei den Umbauarbeiten mit der Schlossberg Thun AG bietet Synergien und Einsparmöglichkeiten. Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, dem Stadtrat einen Kreditantrag zu unterbreiten, bevor alle Betriebsfragen des Schlossmuseums definitiv geklärt sind. "Die Stadt Thun ist Eigentümerin des Schlosses. Die Sanierung der für das Schlossmuseum vorgesehenen Räumlichkeiten im Neuen Schloss ist deshalb unabhängig von der späteren Nutzung eine sinnvolle und richtige Investition", sagt Stadtpräsident und Finanzvorsteher Raphael Lanz. Der Stiftungsrat hat sich zudem bereit erklärt, für die Erneuerung des Schlossmuseums im Rahmen seiner Möglichkeiten verstärkt Eigen- und Drittmittel (Sponsorengelder) einzusetzen.

 

Frage um Erhöhung des Betriebsbeitrags noch offen

Die Stiftung Schlossmuseum Thun hat die Stadt im Rahmen der Arbeiten der Arbeitsgruppe auch um eine Erhöhung des jährlichen Betriebsbeitrags ersucht. Der Gemeinderat hat dazu bewusst noch keine Beschlüsse gefasst. Möglicherweise wird dem Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Erhöhung des städtischen Beitrags an den Betrieb des Schlossmuseums von gegenwärtig 124'200 Franken pro Jahr unterbreitet. Hierzu sind aber noch vertiefte Abklärungen erforderlich. "Es steht für den Gemeinderat aber fest, dass die Stadt Thun aus grundsätzlichen Überlegungen weder die abgelehnten Beiträge der übrigen RKK-Gemeinden noch die entgangene Erhöhung des Kantonsanteils kompensieren kann", hält Stadtpräsident Raphael Lanz fest. Und weiter: "Die Sanierung des Neuen Schlosses und die übrigen Umbauarbeiten auf dem Thuner Schlossberg stellen für die Stadt Thun eine einmalige Gelegenheit dar. Der Gemeinderat ist deshalb überzeugt, dass die vorgesehene Investition in das Neue Schloss gerechtfertigt ist. Es geht beim Schloss Thun um das Thuner Wahrzeichen. Sicherlich können für den zukünftigen Betrieb des Schlossmuseums in Zusammenarbeit mit der Stiftung Schlossmuseum sinnvolle und finanziell machbare Lösungen gefunden werden."

 

 

Auskünfte an die Redaktionen

·       Raphael Lanz, Stadtpräsident, Tel. 033 225 82 15

·       Ursula Haller Vannini, Vorsteherin Bildung Sport Kultur,
Tel. 033 225 83 93

 

 

Thun, 21. März 2013