Rechnung 2012 der Stadt Thun ausgeglichen

Die Rechnung 2012 der Stadt Thun schliesst ausgeglichen ab. Der Voranschlag rechnete ebenfalls mit einem ausgeglichenen Ergeb­nis, jedoch mit höheren Steuererträgen sowohl von natürlichen Personen wie von Unternehmen.

 

Zwar erreicht die Rechnung 2012 der Stadt Thun das budgetierte Er­gebnis, doch muss eine deutliche Abflachung der Steuerertragskurve festgestellt werden. Das ausgeglichene Ergebnis wird durch die Auflö­sung einer Steuerrückstellung von juristischen Personen ermöglicht. Dank dem ausgeglichenen Rechnungsergebnis und tieferen Investiti­onsausgaben konnte die Verschuldung erneut gesenkt werden - von 125 auf 95 Mio. Franken. Die Verschuldung der Stadt Thun lag letzt­mals im Jahr 1968 unter 100 Mio. Franken.

 

Tiefere Abschreibungen und Zinsen

Der Steuerertrag 2012 liegt mit 107,7 Mio. Franken um 2,8 Mio. Fran­ken unter dem Budgetwert. Zum ausgeglichenen Ergebnis tragen auch die wegen geringerer Investitionsausgaben um 0,3 Mio. Franken tiefe­ren gesetzlichen Mindestabschreibungen beim Steuerhaushalt und der um 0,8 Mio. Franken tiefere Zinsaufwand bei.

 

Schlechtere Zahlen beim Finanz- und Lastenausgleich

Die Beiträge an die Lastenausgleichssysteme betragen total 52,3 Mio. Franken oder 46 % des Steuerertrages und liegen 1,2 Mio. Franken über dem Budgetwert. Der Beitrag aus dem kantonalen Finanzaus­gleich fällt wegen den hohen Steuererträgen der Jahre 2010 und 2011 mit 1,0 Mio. Franken um 1,1 Mio. Franken tiefer aus als budgetiert.

 

Tiefere Investitionsausgaben

Die Nettoinvestitionen betragen 9,9 Mio. Franken, wovon 9,2 Mio. Fran­ken steuerfinanziert sind. Geplant waren Ausgaben von insgesamt 18,1 Mio. Franken. Die Abweichung von 8,2 Mio. Franken ist vor allem auf zeitliche Verzögerungen zurückzuführen.

 

 

Mehr Personalaufwand, weniger Sachaufwand

Der Personalaufwand liegt mit 57,8 Mio. Franken, u.a. wegen neuen Stellen für Schulsozialarbeit und Tagesschulen, um 0,9 Mio. Franken oder 1,5 % über dem Voranschlag. Der Sachaufwand beträgt 34,0 Mio. Franken und ist um 4,4 Mio. Franken tiefer als budgetiert. Dies ent­spricht einer Budgetabweichung von 11,4 %. 3,4 der 4,4 Mio. Franken Abweichung sind auf geringere Bauausgaben zurückzuführen.

 

Rückstellung für Pensionskasse

Die durch den Stadtrat am 20. September 2012 beschlossene Teilrevi­sion des Pensionskassenreglements führt unter anderem zu einer Er­höhung des Vorsorgekapitals der Rentner/innen um rund 14,5 Mio. Franken. Der Anteil der Stadt an dieser Erhöhung beträgt 10,9 Mio. Franken. Der Stadtrat beschloss dafür im Rahmen der Behandlung der Jahresrechnung 2011 eine Rückstellung von 7,0 Mio. Franken. Die restlichen 3,9 Mio. Franken werden nun noch zu Lasten der Jahres­rechnung 2012 zurückgestellt.

 

Künftig sinkende Steuererträge und Anstieg der Verschuldung

Die aktuelle Aufgaben- und Finanzplanung sieht auch für das laufende Jahr eine ausgeglichene Rechnung vor und rechnet für die Jahre 2014 bis 2016 mit Ertragsüberschüssen von durchschnittlich 0,4 Mio. Fran­ken. Die Überarbeitung der Planung erfolgt im Sommer 2013 mit er­neuerten Prognosen zu Steuerertrag, Investitionstätigkeit und Lasten­ausgleich. Nachdem der Steuerertrag in den Jahren 2010 und 2011 deutlich über den Erwartungen lag, zeichnet sich jetzt eine klare Abfla­chung der Steuerertragskurve ab, was sich negativ auf die künftigen Rechnungsergebnisse auswirken wird. Die Verschuldung wird in den nächsten Jahren wieder ansteigen.

 

Auskünfte an die Redaktionen:

·       Stadtpräsident Raphael Lanz, Vorsteher Präsidiales und Finanzen, Tel. 033 225 82 15

·       Finanzverwalter Daniel Wegmüller, Tel. 033 225 82 86

 

 

Thun, 26. März 2013