Partnerschaft mit Gabrovo wird weiter geführt - Neuerungen nach EU-Beitritt Bulgariens

Die seit 16 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Thun und dem bulgarischen Gabrovo hat sich seit dem EU-Beitritt Bulgariens verändert. Die Stadt Thun hat deshalb neu zwei Aufgaben: Einerseits hilft sie beim Vermitteln von Know-How bei Projekten, die über den EU-Erweiterungsbeitrag des Bundes finanziert werden, andererseits führt sie die Städtepartnerschaft weiter. Auch für den Förderverein Thun-Gabrovo steht der weitere Austausch zwischen der Bevölkerung von Thun und der von Gabrovo im Vordergrund, wie Präsident Melchior Buchs an der Mitgliederversammlung betonte. Ein grosser Erfolg war kürzlich das Benefiz-Konzert mit dem Thuner Geigenvirtuosen Alexandre Dubach, das insgesamt 9200 Franken einbrachte.

 

Wie der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz an der Mitgliederversammlung des Fördervereins Thun-Gabrovo ausführte, erhält die Partnerschaft Thuns mit der bulgarischen Stadt Gabrovo ab diesem Jahr eine neue Struktur: Nachdem Bulgarien 2007 EU-Mitglied geworden ist, wird die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Bundes (DEZA) die Städtepartnerschaft zumindest dieses Jahr nochmals mitfinanzieren. Es ist jedoch noch offen, wie lange dies aufgrund der Bestimmungen zum EU-Erweiterungsbeitrag weiterhin möglich sein wird. Seit letzten Herbst kann Gabrovo für grosse Projekte Mittel aus dem Erweiterungsbeitrag des Bundes für Bulgarien beantragen. Lanz hielt fest, dass der Thuner Gemeinderat gemäss einem Grundsatzbeschluss weiterhin hinter der vor 16 Jahren gegründeten Städtepartnerschaft steht. Sie soll in erster Linie als Begegnungsplattform in den Bereichen Kultur, Jugend, Bildung und Soziales weiter geführt werden. Dafür budgetiert die Stadt jährlich 20'000 Franken, weitere 20'000 Franken wird die DEZA dieses Jahr beitragen. Auch finanziert die Stadt Thun die von Jasmina Stalder geführte Koordinationsstelle in Thun im Rahmen eines 20-Prozent-Pensums. Die Stelle der Koordinatorin in Gabrovo - Anelia Tsankova - wird ab diesem Jahr von der bulgarischen Partnerstadt selbst finanziert. Zusätzlich unterstützt der Förderverein die Städtepartnerschaft jährlich mit etwa 5000 Franken.

 

Eine neue Rolle kommt der Stadt Thun bei den über den EU-Erweiterungsbeitrag finanzierten Projekten zu, indem sie bei der Vermittlung von Know-How aus der Schweiz bzw. aus Thun nach Gabrovo Unterstützung bieten und die Koordination der verschiedenen Know-How-Träger übernehmen wird. Für solche Projekte, die explizit in Gabrovo stattfinden und auch von Gabrovo geleitet werden müssen, hat die Partnerstadt für die nächsten drei Jahre insgesamt rund 290'000 Franken beantragt. Etwa 15 Prozent der Kosten werden die Stadt Thun und die Stadt Gabrovo selbst finanzieren. In dieser ersten dreijährigen Phase werden, betreut durch das Tiefbauamt der Stadt Thun, mehrere Projekte im Bereich Stadtgrün umgesetzt.

 

Grosser Erfolg des Benefizkonzertes mit Alexandre Dubach

Mit einer grossen Anerkennung des Publikums ist die Partnerschaft Thun-Gabrovo ins neue Jahr gestartet: Anlässlich des Benefiz-Konzertes des Thuner Geigenvirtuosen Alexandre Dubach, der am 27. Februar erstmals in Thun alle 24 Capricci von Niccolò Paganini spielte, spendete das zahlreiche und begeisterte Publikum insgesamt 9200 Franken. Die Schwerpunkte des Jahresprogramms 2013 reichen von weiteren Kulturevents über soziale Projekte bis zu infrastruktureller Unterstützung, einem Austausch im Bereich Bildung, Jugend und Sport und gegenseitigen Besuchen zur Pflege der Partnerschaft. Geplant sind u.a. die Teilnahme von Thuner Musikern am Abschlusskonzert des Kammerorchesters Gabrovo im Juni, ein Auftritt einer gemischten Musikerformation an der Kulturnacht Thun im Oktober, eine in beiden Städten stattfindende Fotoausstellung "Faces and Places", die Lieferung eines Rettungsfahrzeuges durch die Feuerwehr Thun, die Montage und Inbetriebnahme einer letztes Jahr von der Gewerblich Industriellen Berufsschule Thun (GIBT) gelieferten Grossküche und die Schulung von Heilpädagoginnen und Heilpädagogen aus Gabrovo in der Schweiz.

 

Bildung und Sport intensivieren - Mittelbeschaffung wichtig

In seinem Rückblick hielt der Präsident des Fördervereins Thun-Gabrovo, Melchior Buchs, fest, dass das vergangene Jahr recht ruhig verlaufen sei, da eine Zeitlang unklar war, wie sich die Veränderungen im Zusammenahng mit dem EU-Kohäsionsfonds auf die Aufgaben des Vereins auswirken würden. Buchs betonte, dass für den Förderverein "die Weiterentwicklung der Kontakte zwischen der Bevölkerung von Thun und derjenigen von Gabrovo" gemäss dem neuen Leitbild auch in Zukunft im Vordergrund stehen werde. "Wir wollen den Austausch vor allem in den Bereichen Bildung und Sport intensivieren", betonte Buchs. Dies erfordere aber auch zusätzliche finanzielle Mittel. Da die Mitgliederbeiträge allein nicht genügten, suche der Förderverein nach Möglichkeiten, zusätzliche Mittel zu beschaffen.

 

Jürg Schönholzer ersetzt Alexandra Jäggi

Aus dem Vorstand des Fördervereins zurück getreten ist die frühere Koordinatorin der Städtepartnerschaft, Alexandra Jäggi. Sie war seit 2007 Vorstandsmitglied. An ihrer Stelle wählte die Mitgliederversammlung Jürg Schönholzer, Thun.

 

Weitere Infos: www.thun-gabrovo.ch

 

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Stadtpräsident Raphael Lanz, Vorsteher der Direktion Präsidiales und Finanzen, Tel. 033 226 82 15
  • Jasmina Stalder, Koordinatorin Städtepartnerschaft Thun-Gabrovo in Thun, Tel. 033 225 84 88
  • Melchior Buchs, Präsident Förderverein, Tel. 079 415 88 28

 

 

Thun, 6. März 2013

• Der Vorstand des Fördervereins Thun-Gabrovo: v.l. Lise-lotte Durand, Jürg Schönholzer (neu), Jasmina Stalder (Koordinatorin Städtepartnerschaft bei der Stadt Thun), Melchior Buchs (Präsident), Sandra Rupp, Daniel Bähler