Jugend-Zukunftstag und Partizipation: Stärkung der politischen Bildung

Im Rahmen der Umsetzung der Legislaturziele 2015 bis 2018 will der Thuner Gemeinderat den Dialog mit der Jugend verstärken. Er hat deshalb verschiedene Massnahmen zur Stärkung der politischen Bildung und Partizipation beschlossen. Am Samstag, 2. April 2016, findet der nächste Jugend-Zukunftstag statt. Mit einer Umfrage werden zudem die Bedürfnisse und Erwartungen der Jugend erhoben.

 

Gemäss Kantonsverfassung setzen sich Kanton und Gemeinden zum Ziel, dass die Anliegen und Bedürfnisse der Kinder und der Jugendlichen berücksichtigt werden (Art. 30 Abs. 1 Bst. e KV). Der Thuner Gemeinderat nimmt diesen Verfassungsauftrag ernst.

 

Stärkung der Partizipation als Legislaturziel

Gemäss seinen Legislaturzielen will der Thuner Gemeinderat die Stadt Thun zusammen mit einer engagierten Bevölkerung entwickeln (vgl. Schwerpunkt 5 der Legislaturziele 2015-2018). Das Legislaturziel 12 lautet deshalb wie folgt: „Alle Generationen wirken im öffentlichen Leben mit und beteiligen sich an der Zukunftsgestaltung.“ Unter Federführung des Stadtschreibers Bruno Huwyler Müller und unter Einbezug des Jugend- und des Integrationsbeauftragten ist in den letzten Wochen geprüft worden, mit welchen konkreten Umsetzungsmassnahmen der Einbezug von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestärkt werden könnte.

 

Bereits in Legislatur 2011-2014 Massnahmen umgesetzt

Die Stadt Thun hat bereits in der letzten Legislatur erste Massnahmen eingeleitet, um die politische Partizipation der jungen Erwachsenen zu stärken. Dabei sind insbesondere die folgenden fünf Massnahmen zu erwähnen:

 

·        Easyvote: Diese Abstimmungshilfe wird den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Stadt Thun seit März 2012 verteilt.

 

·        Jugend-Zukunftstag: Am 1. Juni 2012 wurde im Thuner Rathaus ein Jugend-Zukunftstag durchgeführt.

 

·        Jugendmotion: Seit dem 1. Januar 2014 gibt es in Thun eine Jugendmotion. Mit diesem Instrument haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Anliegen dem Stadtrat direkt zu unterbreiten.

 

·        Alternatives Jugend-Kulturzentrum AKuT: Die Stadt stellt einer Gruppe von Jugendlichen an der Seestrasse seit Dezember 2013 unentgeltlich eine Liegenschaft zur Verfügung.

 

·        Jungbürger- und Mündigkeitsfeier: Seit neun Jahren findet die Feier im Rahmen des Festivals am Schluss jeweils Ende Juli statt. Eingeladen werden neben den Jungbürgerinnen und Jungbürgern auch die achtzehnjährigen Ausländerinnen und Ausländer.

Engagement soll in Legislatur 2015-2018 verstärkt werden

In der laufenden Legislatur soll dieses Engagement nun noch weiter verstärkt werden. Der Gemeinderat hat deshalb am 14. Oktober 2015 einen Massnahmenkatalog verabschiedet (vgl. untenstehende Kästen). Mit diesen Massnahmen soll sowohl das Interesse der Jugendlichen und der jungen Erwachsenen an der Politik, wie auch das Interesse der Politik an den Jugendlichen gestärkt werden. Weiter soll einerseits das Verständnis der Jugendlichen für die Mechanismen der Politik und deren Prozesse wie andererseits auch das Verständnis der Politik für die Lebensgestaltung und die Art und Weise der politischen Einflussnahme von Jugendlichen erhöht werden. Zudem soll ein Dialog zwischen den Behörden und den Jugendlichen eingeleitet werden. Zur Einleitung dieses Dialogs hat der Gemeinderat bei allen Personen, welche die Abstimmungshilfe „easyvote“ erhalten, eine Umfrage zur politischen Beteiligung durchgeführt. Die Massnahmen sind als Angebot zu verstehen. Der Gemeinderat freut sich auf den Dialog und ist gespannt auf die Reaktionen.

 

 

Jugend-Zukunftstag am 2. April 2016

Am Samstag, 2. April 2016, von 10.00 bis 15.00 Uhr, findet im Thuner Rathaus der zweite Jugend-Zukunftstag für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 22 Jahren statt. In Gruppen sollen aktuelle, brennende Themen diskutiert und Anliegen an die Stadt Thun formuliert werden. Ziel ist es, die Thuner Jugendlichen zu ermutigen, ihre Wünsche und Bedürfnisse für die Zukunft zu äussern.

 

Organisiert wird der Jugend-Zukunftstag von der Stadtkanzlei in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Kinder und Jugend des Amtes für Bildung und Sport (ABS). Der Jugend-Zukunftstag bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, Anliegen und Ideen einzubringen, untereinander zu diskutieren und sie am Ende der Veranstaltung Vertreterinnen und Vertretern von Stadt- und Gemeinderat, Schulen und Verwaltung direkt vorzustellen. Schulen, Jugendorganisationen, Sportvereine, Parteien, Ausländervereinigungen und Kirchen sind eingeladen, die Thuner Jugendlichen zu einer Teilnahme zu motivieren.

 

Jugendliche und junge Erwachsene, die sich an der Vorbereitung dieses Anlasses beteiligen möchten, können sich bis am 16. November 2015 beim Stadtschreiber Bruno Huwyler Müller melden (stadtschreibertest@thun.ch; 033 225 82 18).

 

Jugendliche, die am Thuner Jugend-Zukunftstag teilnehmen wollen, können sich bis 1. März 2016 anmelden (Anmeldung: per E-Mail an stadtschreibertest@thun.ch).

 

 

 

 

Massnahmenkatalog zur Stärkung der politischen Bildung

 

·       Projekt „Politik geht zur Jugend“: Durchführung der Stadtratssitzung vom 22. Oktober 2015 im Gymnasium Schadau.

·       Jugend-Zukunftstag: Durchführung von ein oder zwei Jugend-Zukunftstagen (vgl. Massnahme 43 der Legislaturziele 2015-2018).

·       Easyvote: Weiterführung der Abgabe der Abstimmungshilfe „easyvote“ an alle stimmberechtigten Thunerinnen und Thuner zwischen 18 und 22 Jahren.

·       Dialog mit den Jugendlichen und den jungen Erwachsenen: Elektronische Umfrage bei allen Personen, welche die Abstimmungshilfe „easyvote“ erhalten.

·       Jungbürger- und Mündigkeitsfeier: Auch dieser Anlass kann dazu genutzt werden, um mit den jungen Erwachsenen in den Dialog zu treten.

·       Jugendvorstoss: Regelmässige Information an den Thuner Schulen über dieses Instrument.

·       Alternatives Kultur- und Begegnungszentrum AKuT: Organisation einer Diskussionsrunde zum Thema „Politische Bildung und Partizipation“.

·       Angebot der Stadtkanzlei an Schulklassen, das Rathaus Thun zu besuchen: Von diesem Angebot machen Schulklassen regelmässig Gebrauch (insbesondere Gymnasialklassen). Das Angebot ist aber noch ausbaubar. Der Kontakt mit den zuständigen Fachlehrerinnen und -lehrern soll intensiviert werden. Es ist insbesondere darauf zu achten, auch die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen- und Berufsfachschulen anzusprechen.

·       Prüfung eines Anlasses im Rathaus mit Vertreterinnen der Stadtkanzlei, des Amtes für Bildung und Sport, der Schulen (insbesondere Fachlehrerinnen und Fachlehrer, die Geschichte und Politik unterrichten) und interessierten Mitgliedern des Stadtrates.

·       Prüfung eines Runden Tisches mit lokalen politischen Parteien, gesellschaftsrelevanten Verbänden und Vereinen und anderer an der Sache interessierten Personen zum Thema „Partizipationsprozesse und die Einbindung Jugendlicher und junger Erwachsener in lokale politische Entscheidungen“.

·       Einladung des Stadtpräsidenten an Jungbürgerinnen und Jungbürger zu einem Besuch des Rathauses und zu einem Gespräch: Der Stadtpräsident lädt jährlich alle Jungbürgerinnen und Jungbürger ins Rathaus ein.

·       Prüfung der Idee von Abstimmungs- bzw. Wahlbeobachterinnen und -beobachtern (z.B. bei den Grossratswahlen 2018). Das Auszählen der Ergebnisse ist ein wichtiger Teil „gelebter Demokratie“. Bei Wahlen stehen Hunderte von Personen im Einsatz. Im Rahmen eines kleinen Projektes könnte Jugendlichen einmal ein Blick hinter die Kulissen gewährt werden.

·       Prüfung der Durchführung einer Tagung im KKThun zum Thema „Politische Bildung und Partizipation.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen

 

·       Raphael Lanz, Stadtpräsident, Tel. 033 225 82 15

 

·       Bruno Huwyler Müller, Stadtschreiber, Tel. 033 225 82 18

 

 

Thun, 15. Oktober 2015