Stadt plant einen neuen Kindergarten an der Bleichestrasse

Aufgrund des zusätzlichen Raumbedarfs plant die Stadt Thun per Schuljahr 2020/21 im Innenstadtquartier einen neuen Kindergarten. Ein Wohnhaus an der Bleichestrasse soll für die Kindergartennutzung baulich angepasst werden. Im Juni befindet der Stadtrat über den entsprechenden Kredit.

Gemäss interkantonaler Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) sind alle Kinder, die am 1. August das vierte Lebensjahr vollendet haben schulpflichtig. Die frühere Einschulung bedingt in Thun vier zusätzliche Kindergartenklassen. Zwei Klassen wurden per Schuljahr 2014/15 eröffnet (Bostuden und Schubertstrasse). Weiterer Platzbedarf zeichnet sich besonders im Gebiet Innenstadt ab. Die Kapazitätsgrenzen der in diesem Quartier bestehenden Kindergärten «Selve» und «Aaremätteli» sind erreicht. Deshalb beschloss 2017 die Schulkommission die Eröffnung einer Kindergartenklasse auf Schuljahr 2020-21.

Altes Wohnhaus anstatt Verkaufsfläche
Gemäss Richtlinien der Thuner Volksschule sollte die Parzelle idealerweise ca. 1'000 m2 gross sein und der Hauptunterrichtsraum zwischen 70-90 m2 ausweisen. Nach intensiver Suche und Prüfung diverser Varianten hat die Stadt eine Lösung gefunden. Die Wahl fiel auf ein Einfamilienhaus an der Bleichestrasse mit Jahrgang 1898. Die Liegenschaft kann mit wenigen baulichen Massnahmen auf die Bedürfnisse eines Kindergartens angepasst werden. Es handelt sich dabei vor allem um Anpassungsarbeiten an den Nasszellen sowie Sicherheitsmassnahmen für die schulische Nutzung. Im Aussenbereich ist eine Spielzone mit Balanciergeräten und Sandkasten vorgesehen. Auf eine behindertengerechte Anpassung kann in Absprache mit der Organisation Procap verzichtet werden, da die bestehenden Kindergärten «Selve» und «Aaremätteli» entsprechend ausgebaut sind. Die auf zwei Geschosse verteilten Unterrichtsräume sind für eine Kindergartennutzung in Thun ein Novum.

Stadtrat befindet im Sommer über den Kredit
Die Liegenschaft wurde im Finanzvermögen erworben und muss für die Nutzung als Kindergarten in das Verwaltungsvermögen zum Buchwert von 511’980 Franken gewidmet werden. Die Umbaukosten betragen gesamthaft 372'600 Franken, der Anteil Investition, der vom Stadtrat genehmigt werden muss, beträgt 279'450 Franken. Wenn der Stadtrat den Verpflichtungskredit im Juni genehmigt, kann der neue Kindergartenstandort ab Schuljahr 2020 – 2021 eröffnet werden. Für eine benötigte weitere Kindergartenklasse sucht die Stadt noch nach geeigneten Räumen.