Allmendingen: Pflanzland kann weiter genutzt werden

Nach der Bodenanalyse des Pflanzlands Allmendingen hat das Kantonale Amt für Abwasser und Abfall (AWA) den Standort als weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig klassiert. Mit Nutzungseinschränkungen können die Familiengärten vorläufig weitergeführt werden.

Die Stadt Thun hat Bodenproben des Pflanzlands Allmendingen auf die Belastung mit Schwermetallen hin untersuchen lassen. Dies geschah, weil ein Pächter bei Bodenvorbereitungsarbeiten auf metallene Fremdkörper gestossen war (vgl. Medienmitteilung vom 15. April 2019).

Ehemalige Kiesgrube
Die Untersuchungsergebnisse des beauftragten Unternehmens Kellerhals + Häfeli AG, Bern, liegen nun vor. Luftbilder aus dem Jahr 1927 belegen, dass das Areal einst als Kiesabbaustelle diente, welche später aufgefüllt wurde. Im untersuchten Deponiematerial wurden die Konzentrationswerte für die Beurteilung der Sanierungsbedürftigkeit bei Haus- und Familiengärten lediglich für das Element Quecksilber an zwei Proben geringfügig überschritten. Alle übrigen Werte liegen deutlich unter dem Konzentrationswert nach Altlasten-Verordnung (AltlV) bzw. unter dem Sanierungswert nach Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo).

Nutzungseinschränkungen nötig
Basierend auf dem Untersuchungsbericht hat das Amt für Abfall und Wasser des Kantons Bern (AWA) entschieden, das Grundstück in den Kataster für belastete Standorte einzutragen. Der Standort wird aber als «weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig» klassiert. Aufgrund der sehr geringen Überschreitung des Konzentrationswertes - und dies auch nur an zwei Proben - ist nicht sofort auf Gartenarbeiten zu verzichten oder der Boden zu sanieren, sondern es sind lediglich Nutzungseinschränkungen einzuhalten. Beispielsweise ist auf den Anbau von Gemüse mit sehr hohem Aufnahmepotenzial für Schwermetalle zu verzichten. Die Pächterinnen und Pächter erhielten ein entsprechendes Merkblatt.

Abklärungen zur Sanierung
Langfristig ist der Standort nicht mehr als Familiengarten geeignet. Möchte die Stadt Thun diese Flächen langfristig als Familiengarten vermieten, ist eine nachhaltige Sanierung innerhalb der nächsten zirka fünf Jahre zu planen und durchzuführen. Die Stadt Thun hat deshalb entschieden, die Bewirtschaftung der Parzellen mit Nutzungseinschränkungen vorerst bis 2023 zu gewähren. In der Zwischenzeit wird die Stadt abklären, ob eine Sanierung des Areals auf diesen Zeitpunkt hin möglich und verhältnismässig ist.