Reto Leibundgut schafft temporäre Kunstinstallation im Schadaupark

Der Künstler Reto Leibundgut beginnt am Montagmittag 24. Juni 2019 im Schadaupark mit dem Aufbau seiner monumentalen Installation «rundschau». Es handelt sich dabei um eine Neuinterpretation des Thun-Panoramas, des ältesten erhaltenen Rundbildes der Welt.

Direkt neben dem Thun-Panorama baut der Künstler Reto Leibundgut die temporäre Installation «rundschau». Während des zwei bis drei Wochen dauernden Aufbaus ab Montag 24. Juni 2019 kann die Entstehung des Werks mitverfolgt werden. Die Installation ist bis Ende November zu sehen, danach wird sie wieder abgebaut. Die Federführung des Vorhabens liegt bei der Stadt Thun, finanziert wird es überwiegend von privater Seite.

Bezug zum Thun-Panorama
Reto Leibundgut verbaut für diese Installation verschiedene Materialien – Möbel, Holztüren und weitere Objekte aus dem häuslichen Umfeld – zu einer dreidimensionalen Collage. Diese ist in 2,5 Metern Höhe auf Stelen befestigt. Die Kreisform der Installation mit einem Durchmesser von 22 Metern nimmt die Architektur des Thun-Panoramas auf. Die verwendeten Objekte stellen einen inhaltlichen Bezug zum 1814 entstandenen Rundbild von Marquard Wocher dar: Das Gemälde gewährt nur durch wenige Fenster kleine Einblicke in Innenräume und ihre Einrichtung. Leibundgut holt diese Wohnräume durch die Verwendung von Einrichtungsgegenständen nach aussen und komponiert sie zu einer kubistisch anmutenden Skulptur. Das Bild von Wocher wird damit gleichsam von innen nach aussen gestülpt.

Finanzierung von privater Seite
Das Kunstwerk von Reto Leibundgut wurde von einer sechsköpfigen Jury aus städtischen und externen Fachleuten zur Realisierung ausgewählt. Neben Reto Leibundgut wurden das Künstlerpaar Barbara Meyer Cesta sowie Rudolf Steiner («Haus am Gern») aus Biel und Monica Ursina Jäger aus Zürich zum Wettbewerb eingeladen. Das Kostendach für das gesamte Projekt - inklusive Jurierung, Künstlerhonorar sowie Material-, Realisierungs- und Rückbaukosten - beträgt rund 25’000 Franken. Es konnte nur dank grosszügiger Unterstützung von privater Seite realisiert werden. Die Stadt Thun übernimmt die Wettbewerbskosten von 5'000 Franken.

Thun fördert Kunst im öffentlichen Raum
In Thun werden im Rahmen von städtischen Neubauten sowohl in den Bereichen Hoch- wie auch Tiefbau Kunstprojekte realisiert und in der Regel über ein Prozent des Baubudgets finanziert. Von privater Seite initiierte, teils temporäre und nicht an einen städtischen Um- oder Neubau gebundene Projekte wie dieses von Reto Leibundgut werden ebenfalls gefördert. Die Förderung von Kunst im öffentlichen Raum gehört zu den Schwerpunkten der städtischen Kulturförderung und kann in Thun auf eine lange Tradition zurückblicken.

Werkgespräch:
Freitag, 5. Juli, 18.00 Uhr im Thun-Panorama.
An Stelle einer Vernissage findet während der Entstehung des Kunstwerks ein Werkgespräch mit dem Künstler statt. Durchgeführt wird der Anlass von der Kulturabteilung der Stadt Thun.

Weitere Informationen zum Künstler:
https://www.leibundgut.nu