Die Stadt saniert und erneuert die beiden Innenstadtachsen etappenweise

Die zwei aarequerenden Innenstadtachsen sollen erneuert und damit an die neuen Verkehrsbedingungen angepasst werden. Zuerst ist die etappenweise Sanierung der Achse Ost (Maulbeerplatz bis Lauitor) vorgesehen. Im August befindet der Stadtrat über den Investitionskredit. Baubeginn ist für Frühling 2020 geplant. 

Mit dem Bypass Thun Nord hat die Region eine neue Hauptverkehrsachse über die Aare erhalten. Damit besteht die Chance, die Thuner Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten und aufzuwerten. In den kommenden Jahren will die Stadt Thun die innerstädtischen Verkehrsräume an die neuen Bedingungen anpassen (vgl. Medienmitteilung des Kantons Bern und der Stadt Thun vom 4. Juli 2019). So kann die Innenstadt als Arbeits-, Einkaufs- und Wohnort qualitativ aufgewertet und gestärkt werden. Vorgesehen ist eine etappenweise Umsetzung.

Schrittweise, verkehrsverträgliche Umsetzung

Die Strassenräume der Thuner Innenstadt sollen auf einer Gesamtlänge von rund 900 Metern saniert und neu gestaltet werden. Das Projekt besteht aus zwei Teilen, der Achse West (Berntorplatz bis Guisanplatz) und der Achse Ost (Maulbeerplatz bis Lauitor). In einer ersten Phase wird die Achse Maulbeerplatz bis Lauitor etappenweise umgesetzt. Im Jahr 2020 wird der Strassenabschnitt zwischen Bahnhofbrücke und Bälliz erneuert. Die Zufahrt ins Bälliz und die Freienhofgasse sowie die Durchfahrt Richtung Lauitor bleiben dabei jederzeit möglich.

Der Abschnitt Bälliz bis Lauitor soll später (voraussichtlich 2024) realisiert werden. In diesem Abschnitt wird der Ersatz der Sinnebrücke erforderlich sein. Eine Vorprüfung des Strassenprojekts offenbarte den schlechten Gesamtzustand der Brücke, wobei sich ein Neubau aus Kosten/Nutzen-Sicht gegenüber einer Ertüchtigung als sinnvoller erwies. Diese Tatsache wirkt sich auf das Sanierungsprojekt aus, zumal die Erarbeitung des Brückenprojekts deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt. Nach Abschluss der Arbeiten auf der Achse Ost wird schliesslich die Achse West zwischen Berntorplatz und Allmendbrücke saniert. 

Koexistenz im Strassenraum als Grundprinzip

Das Projekt zur Erneuerung der beiden Innenstadtachsen berücksichtigt die breit gefächerten Ansprüche der verschiedenen Nutzergruppen an den innerstädtischen Verkehrsraum unter Einhaltung sämtlicher Anforderungen und Vorgaben aus Normen, Gesetzen (u.a. Behindertengleichstellung) und Verordnungen (u.a. Lärmschutz). Durch eine optimale Nutzung des engen Raumes wird die Verkehrssituation verbessert und sicherer. Es gilt das Prinzip der Koexistenz. Die Kommunikation der verschiedenen Verkehrsteilnehmenden wird angeregt. Dank dem flächigen Queren der Strasse im Abschnitt Bahnhofbrücke bis zur Einmündung Bälliz können Rückstaus, die beim vereinzelten Queren über Fussgängerstreifen entstehen, vermieden werden. Das flächige Queren wird durch einen Mehrzweckstreifen mit dem charakteristischen blauen Wellenmuster erleichtert und erhöht die Sicherheit. In Längsrichtung und im Einmündungsbereich Bälliz werden Fussgängerinnen und Fussgängern grössere Gehwegflächen zur Verfügung gestellt.

Der Stadtrat befindet über die Investitionskosten

Die Kosten für das Strassenprojekt für die Achse Ost im Abschnitt Maulbeerplatz bis Lauitor belaufen sich gemäss Kostenvoranschlag auf 2,91 Millionen Franken. Über diese Investitionskosten befindet der Stadtrat am 22. August. Daneben rechnet das Projekt mit Kosten von 285'000 Franken zur hindernisfreien Ausgestaltung der Bushaltestellen Bälliz, Freienhof und Lauitor stadteinwärts und mit 405'000 Franken für die neue Regenwasserleitung zur Einführung des Trennsystems in der Oberen Haupt- und in der Freienhofgasse. Diese Beträge liegen als gebundene Ausgaben in Gemeinderatskompetenz.

 

Hindernisfreie Bushaltestellen

Die Bushaltestellen Bälliz, Freienhof und Lauitor stadteinwärts entsprechen nicht den Vorgaben und Anforderungen aus dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG; SR 151.3). Die Stadt Thun baut im Zuge des Innenstadtprojekts die entsprechenden Haltestellen wo möglich hindernisfrei um. Diese ermöglichen künftig einen stufenlosen und autonomen Ein- und Ausstieg für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer.