Die Rechnung 2019 schliesst erneut mit einem Überschuss ab

Die Rechnung 2019 der Stadt Thun schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 2,2 Millionen Franken ab. Der Überschuss soll für zusätzliche Einlagen in die Spezialfinanzierungen für den baulichen Unterhalt und den Werterhalt von Liegenschaften verwendet werden. Das Parlament befindet im Juni über die Rechnung.

Bei Ausgaben von 307,2 Mio. Franken und Einnahmen von 309,4 Mio. Franken schliesst die Jahresrechnung 2019 der Stadt Thun mit einem Ertragsüberschuss von 2,2 Mio. Franken ab. Das positive Ergebnis ist vor allem auf tiefere Aufwendungen in den Bereichen Sach- und übriger Betriebsaufwand sowie auf einen tieferen Finanzaufwand (Zinsen und Abschreibungen) zurückzuführen. Aufgrund des erzielten Ertragsüberschusses beantragt der Gemeinderat dem Stadtrat zusätzliche Einlagen in die Spezialfinanzierungen «Baulicher Unterhalt Verwaltungsvermögen» sowie «Werterhalt Liegenschaften Finanzvermögen». Die Jahresrechnung wird an der Stadtrats-Sitzung vom 11. Juni 2020 behandelt.

Tiefere Gesamtausgaben
Mit 307,2 Mio. Franken liegt der Gesamtaufwand um 11,8 Mio. Franken unter dem Budgetwert 2019. Vor allem der beeinflussbare tiefere Sach- und Betriebsaufwand zeigt, dass die Stadt die Ausgaben weiterhin im Griff hat. Aber auch das nach wie vor tiefe Zinsumfeld und die im Vergleich mit anderen Städten tiefe Schuldenlast wirken sich mit geringeren Passivzinsen positiv auf das Ergebnis aus.

«Punktlandung» bei den Steuererträgen
Der gesamte Steuerertrag liegt mit netto 123,0 Mio. Franken um 0,03 Mio. Franken über dem Budgetwert 2019. Die Steuern der natürlichen Personen liegen mit 96,1 Mio. Franken um 2,4 Mio. Franken unter dem Wert aus dem Budget 2019. Die Steuern der juristischen Personen liegen mit 13.0 Mio. Franken um 0,6 Mio. Franken über dem Budgetwert 2019. Bei den übrigen Steuern beträgt der Zuwachs zum Budget 2019 1,3 Mio. Franken. Weiter fällt der Aufwand für Steuerabschreibungen im Jahr 2019 gegenüber dem Budget um 0,5 Mio. Franken tiefer aus.

Die Hälfte des Steuerertrages für Lastenausgleichszahlungen
Die Beiträge der Stadt Thun an die sechs Lastenausgleichssysteme zwischen dem Kanton Bern und den bernischen Gemeinden betragen total 61,3 Mio. Franken. Vom gesamten Steuerertrag von 123,0 Mio. Franken beträgt der Anteil der Lastenausgleichszahlungen 49,8 Prozent. Im Vorjahr betrug dieser Anteil noch 48,2 Prozent. Der Handlungsspielraum für die Stadt Thun hat dementsprechend um 3,9 Mio. Franken abgenommen.

Nettoinvestitionen deutlich unter den Planwerten
Die Nettoinvestitionen fallen mit 23,8 Mio. Franken um 17,7 Mio. Franken tiefer als geplant aus. Der Realisierungsgrad liegt bei 57 Prozent. Den Nettoinvestitionen steht eine Selbstfinanzierung aus der Erfolgsrechnung von 2,2 Mio. Franken gegenüber. Es entsteht somit ein Finanzierungsfehlbetrag von 21,5 Mio. Franken. Anders gesagt: Die Nettoinvestitionen können zu 9,4 Prozent aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Zukunft ist geprägt von der Sanierung der städtischen Infrastruktur
Nach wie vor ist es ein erklärtes Ziel des Gemeinderates, den bestehenden Sanierungsrückstand bei der städtischen Infrastruktur während der nächsten Jahre zu reduzieren. Insbesondere die Planbudgets 2020 und 2021 sind geprägt von überdurchschnittlich hohen Investitionen und Unterhaltsausgaben des Verwaltungsvermögens. Dabei wird die finanzpolitische Herausforderung in einem mittelfristigen Ausgleich des hohen Investitionsbedarfes und einer genügenden Selbstfinanzierung zu Gunsten einer stabilen Finanzlage der Stadt Thun bestehen.

Coronavirus fordert auch den städtischen Finanzhaushalt
Im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat auch die Stadt Thun verschiedene Sofortmassnahmen eingeleitet, welche die Notlage betroffener Unternehmen und Privatpersonen lindern (vgl. Medienmitteilung vom 24. März). Es zeichnet sich ab, dass die Coronavirus-Situation zu veränderten Anforderungen an die öffentlichen Infrastrukturen führt, was entsprechend deutliche Spuren im städtischen Finanzhaushalt hinterlassen wird.