Madeleine Schuppli wechselt als Direktorin ans Kunsthaus Aarau

Madeleine Schuppli, seit 2000 erfolgreiche Direktorin des Kunstmuseums Thun, wird per 1. November  Direktorin des Aargauer Kunsthauses. Mit ihren Ausstellungen von nationaler und internationaler Ausstrahlung, dem Aufbau einer professionellen Kunstvermittlung und  dem gelungenen Um- und Ausbau des Thuner Museums positionierte sie dieses als innovativen Ort der Vermittlung von Gegenwartskunst. Ihr Wechsel nach Aarau, an eines der besten Häuser der Schweiz, ist Anerkennung ihrer grossen Verdienste.  

Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat die heutige Direktorin des Kunstmuseums Thun, Madeleine Schuppli, als neue Direktorin des Aargauer Kunsthauses gewählt. Sie wird per 1. November Nachfolgerin von Beat Wismer, der das Haus während rund 20 Jahren leitete. Der Thuner Gemeinderat bedauert zwar den Abgang der äusserst erfolgreichen und anerkannten Museumsdirektorin sehr, betrachtet aber ihren Wechsel nach Aarau, an eines der renommiertesten Kunstmuseen der Schweiz, auch als grosse Anerkennung und logische Fortsetzung ihrer seit Februar 2000 in Thun erzielten Erfolge.

Neupositionierung geschafft

Die heute 41-jährige Kunsthistorikerin Madeleine Schuppli, zuvor Kuratorin an der Kunsthalle Basel, schaffte eine Neupositionierung des Kunstmuseums Thun als Institution mit nationaler und internationaler Ausstrahlung; sie verlieh ihm das Renommee eines innovativen Ortes der Vermittlung von Gegenwartskunst. Ihr oblag sowohl die künstlerische Leitung des Kunstmuseums wie auch des Wocher-Panoramas im Schadaupark. Jährlich konzipierte und realisierte sie rund ein Dutzend Ausstellungen. Die Museumssammlung erhielt unter ihrer Leitung ein professionelles Inventar und ein adäquates Lager.

Ersten Sammlungskatalog herausgegeben

Jedes Jahr führte sie mehrere thematische Sammlungsausstellungen durch, und 2004 gab sie den ersten umfassenden Sammlungskatalog heraus. Weitere Schwerpunkte ihrer siebenjährigen Tätigkeit waren der Aufbau einer professionellen Kunstvermittlung - auch für Kinder und Familien. In ihre Verantwortung fielen umfassende Um- und Ausbauten des Museums in den Jahren 2001 bis 2003, als 3,4 Mio. Franken in die Ausstellungs-Räume des ehemaligen Luxushotels und heutigen Verwaltungsgebäudes Thunerhof investiert wurden.

 

Ihre zahlreichen Ausstellungen sowie die Publikation von Ausstellungskatalogen verhalfen dem Kunstmuseum Thun weit über Thun hinaus zu einer sehr guten Reputation. Besonders zu erwähnen sind die Ausstellungen "Swiss Pop" und "Choosing my Religion" (beide 2006), "Christian Marclay" (2004) oder "Cadeaux Diplomatiques" von Christoph Büchel und Gianni Motti (2002).

 

"Museum ins Bewusstsein des Publikums gerückt"

Die frühere Leiterin der Kulturabteilung der Stadt Thun, Jacqueline Strauss (seit November 2006 Vorsteherin der Abteilung Kulturförderung deutsch beim Amt für Kultur des Kantons Bern), meint zu Schupplis Wirken in Thun: "Madeleine Schuppli wechselt an eines der wichtigsten Kunstmuseen der Schweiz. Dank ihr rückte das Kunstmuseum Thun ins Bewusstsein des Publikums, der Fachwelt und der Medien. Das Haus wurde unter ihrer Leitung zu einem Ort für spannende Ausstellungen, die man nicht verpassen durfte. Angesichts der nationalen und internationalen Dichte und Qualität von Kunstmuseen schon fast Zauberei, könnte man meinen. Madeleine Schuppli ist dies aber dank fundiertem Fachwissen, ausgiebigen Recherchen, überdurchschnittlichem Engagement und vernetztem Denken gelungen. Aktuelle Entwicklungen in der Kunstszene wie in der Gesellschaft inspirierten sie. Das spiegelte sich in herausragenden Ausstellungen wie 'Gesellschaftsbilder' (2003) und 'Choosing my Religion' (2006). Auch dank stetig neuen besucherorientierten Angeboten fand ein neues Publikum den Weg ins Kunstmuseum Thun. Und in wacher Erinnerung bleiben die Sommerausstellungen, wie 2004 die erste umfassende Retrospektive über Christian Marclay oder im 2005 'hoch hinaus' mit zeitgenössischen Positionen zum Thema Berg."

 

Der Gemeinderat wird die Direktions-Stelle beim Kunstmuseum Thun in nächster Zeit zur Wiederbesetzung ausschreiben.

Auskünfte an die Redaktionen:

  • Madeleine Schuppli, Direktorin Kunstmuseum Thun, Tel. 033 225 84 87
  • Hansueli von Allmen, Stadtpräsident,
    Tel. 033 225 84 15