Neue Volkszählung: Zivilschützer besichtigen einzelne Wohnblocks

Das 2009 eingeführte neue Verfahren der jährlichen Volkszählung verpflichtet auch die Stadt Thun, dem Bund Informationen zum genauen Wohnort aller Einwohnerinnen und Einwohner zu liefern. Zusätzlich zu Registerauswertungen, Stichproben, Erhebungen am Schalter und bei Hauseigentümern müssen einzelne Mehrfamilienhäuser besichtigt werden. Ab nächster Woche - 11. Oktober - werden Zivilschützer mit diesem Auftrag unterwegs sein. Wohnungen betreten werden sie aber nicht.

Wenn ab kommender Woche insgesamt etwa acht Zivilschützer jeweils zu zweit in den Korridoren einzelner Wohnblöcke im Thuner Stadtgebiet auftauchen und sich Notizen machen, ist dies kein Grund zur Beunruhigung: Sie sammeln nicht persönliche Daten, sondern einfache Informationen darüber, welche Personen oder Familien in welcher Wohnung zu Hause sind. Sie werden auch keine Wohnungen betreten. Alle haben Dokumente mit dem offiziellen Auftrag der Einwohnerdienste der Stadt Thun bei sich und können sich ausweisen. Hintergrund ihrer Tätigkeit: Die seit 2009 im Auftrag des Bundesamtes für Statistik durch die Gemeinden durchzuführende jährliche Volkszählung - das Sammeln von Aussagen über die Bevölkerungs- und Haushaltungsstruktur. Bei allen Einwohnerinnen und Einwohnern müssen die Lage der Wohnung bzw. das Stockwerk und die Anzahl Zimmer erhoben werden. Dafür gibt es verschiedene Instrumente:

die jährliche Auswertung der Personenregister von Gemeinden, Kantonen und Bund;

eine schweizweite Stichprobenerhebung bei 200'000 Personen pro Jahr;

das Einholen von Wohnungs- und Bewohnerlisten bei Hauseigentümern und Immobilienverwaltungen;

das Abfragen der gesuchten Informationen bei allen Besucherinnen und Besuchern der Schalter der Einwohnerdienste

und das Erheben noch fehlender Informationen bei komplexen Wohngebäuden vor Ort.

Ende dieses Jahres wird die Erhebung abgeschlossen sein, und Anfang 2011 beginnen bereits wieder die Arbeiten für die nächste Volkszählung.

Zusätzlich zu den erwähnten Informationen, wer wo wohnt, erhebt der Bund - selbständig, ohne Mithilfe der Gemeinden - auch anonymisierte Angaben zu den Haltungen der Bevölkerung gegenüber bestimmten Themen. Auch diese Statistiken gehen aus Stichprobenerhebungen hervor. Dabei werden je nach Thema 10’000 bis 40’000 Personen befragt. Im Zentrum stehen die Themenkreise „Mobilität und Verkehr“, „Aus- und Weiterbildung“, „Gesundheit“, „Familien und Generationen“ sowie „Sprache, Religion und Kultur“. Um zudem auf aktuelle politische, aber auch wissenschaftliche Fragestellungen reagieren zu können, ist zusätzlich eine wechselnde Mehrthemenbefragung bei schweizweit rund 3’000 Personen vorgesehen.

Das neue System der Volkszählung, das die früher alle zehn Jahre durchgeführte Erhebung abgelöst hat, bringt sowohl für die Gemeinden wie auch die Befragten eine deutliche Entlastung.

Auskünfte an die Redaktionen:

Karin Ochsenbein, stv. Abteilungsleiterin Sicherheit,
Tel. 033 225 82 37

Thun, 7. Oktober 2010