Gesuch wird eingereicht - ab 2011 will sich Thun Energiestadt nennen

Die Stadt Thun reicht das Gesuch für die Zertifizierung als Energiestadt ein. Damit zeigt sie, dass sie eine aktive, nachhaltige Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik gestalten will. Sie erhofft sich eine Verbesserung der Standortqualität, wirtschaftliche Impulse und eine aktive Rolle bei der Umsetzung und Mitgestaltung der Energiepolitik von Bund und Kanton. Ab 1. Januar 2011 will Thun Energiestadt sein.

Vor wenigen Tagen hat ein aussenstehender Auditor die von der Stadt Thun vorbereiteten Gesuchsakten für das Label Energiestadt durch gezielte Nachfragen überprüft. Und jetzt wird das aufgrund der Resultate dieses Audits aktualisierte Gesuch beim Trägerverein Energiestadt eingereicht. Wenn die Prüfung positiv verläuft, wird sich die Stadt Thun ab 1. Januar 2011, mit Beginn der neuen Legislatur, Energiestadt nennen können. Die offizielle Labelübergabe und der Start der Umsetzung mit den Partnern und der Bevölkerung sind für März 2011 geplant.

Nachhaltigkeit, Lebensqualität, wirtschaftliche Impulse

Die Stadt Thun hofft, mit dem Label Energiestadt ein gutes Instrument für die Unterstützung und Umsetzung einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik zu erhalten. So sollen die Standort- und Lebensqualität verbessert und wirtschaftliche Impulse ausgelöst werden. Das Label Energiestadt schafft auch eine optimale Basis zur Zusammenarbeit mit Bund, Kanton und anderen Städten sowie Organisationen im Energiebereich. Bereits über 220 Städte, Gemeinden und Regionen sind Energiestädte und betreiben ihre Energiepolitik unter diesem Label. Bern, Münsingen und Spiez sind bereits seit längerer Zeit Energiestädte, die Nachbargemeinden Steffisburg, Uetendorf und Heimberg streben das Label ebenfalls an. 

Wichtig für die Stadt Thun und die Region

Die für das Energiestadt-Dossier zuständige Gemeinderätin Jolanda Moser, Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften, sagt: "Schweizweit gesehen, erfolgt die Thuner Kandidatur zwar spät. In der Region jedoch werden wir zu den ersten Gemeinden gehören, die das Label erhalten werden. Das Energiestadt-Label ist jedoch nicht nur ein Slogan oder ein Markenzeichen, sondern auch ein Leistungsausweis und eine Verpflichtung für einen kontinuierlichen Verbesserungs­prozess."

Bestandesaufnahme und Massnahmenkatalog

Der Energiestadt-Prozess baut auf zwei wichtigen Elementen auf: eine umfassende Bestandesaufnahme zeigt und bewertet den Leistungsausweis, und ein darauf aufbauender Massnahmenkatalog schafft die Leitplanken für die Umsetzung. Die Mitgliedschaft beim Trägerverein Energiestadt kostet die Stadt jährlich 2'000 Franken. Dafür unterstützt der Trägerverein die Stadt Thun und ihre Partner, eine nachhaltige Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik zu betreiben.

Wirkungsbereich: von kommunalen Gebäuden bis zur Mobilität

Das breite Themenspektrum ist in sechs Bereiche gegliedert: Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation und Kooperation. Das Qualitätsmanagementsystem basiert auf 87 energierelevanten Massnahmen. Mit dem Energiestadt-Label ausgezeichnet wird, wer mindestens 50 Prozent der möglichen Massnahmen bzw. Anforderungen erfüllt und sich für eine Verbesserung verpflichtet, die mit einer Überprüfung nach vier Jahren nachgewiesen werden muss. "Das bisherige Verfahren hat gezeigt, dass wir diese 50 Prozent deutlich übertreffen werden", sagt Gemeinderätin Jolanda Moser.

Stadt Thun seit 2005 auf dem Weg

Thun ist bereits 2005 dem Trägerverein Energiestadt beigetreten und hat eine Absichtserklärung für das Berner Energieabkommen BEakom (siehe unten) unterschrieben. Im Trägerverein Energiestadt profitiert die Stadt vom Erfahrungsaustausch und der Vernetzung mit anderen Energiestädten. Die Stadt beteiligt sich als Kandidat auch bereits an verschiedenen Energiestadt-Kampagnen und hat Ideen aus anderen Energiestädten übernommen und umgesetzt. Ein Beispiel dafür ist die Kampagne "Mobilitätsmanagement in Unternehmen", in dessen Rahmen auch die alljährlichen Thuner Mobilitätsapéros stattfinden.

Das seit 2008 explizit für die Energiekoordination zuständige Planungsamt hat mit internen Verwaltungsstellen und externen Partnern wie der Energie Thun AG und der Regionalen Energieberatung den Zertifizierungs-Prozess vorbereitet und koordiniert. Dabei zeigte sich, dass gute Planungsgrundlagen wie der in der Mitwirkung stehende Überkommunale Richtplan Energie, die dieses Jahr verabschiedete Gebäudeenergiestrategie des Amtes für Stadtliegenschaften, die Leistungen und Produkte der Energie Thun AG und der Mobilitätsbereich zu den Stärken der Stadt Thun gehören. Der Thuner Massnahmenkatalog wurde im Rahmen des Berner Energieabkommens BEakom (siehe unten) erarbeitet. Er garantiert die Koordination und Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern.

Das Energiestadt-Label ist bei der Stadt Thun als Ziel in den noch laufenden Legislaturzielen formuliert und wurde 2009 in die langfristige Strategie Stadtentwicklung aufgenommen.

Weitere Informationen:

· BEakom - Berner Energieabkommen: www.be.ch/aue

· Energiestadt: www.energiestadt.ch

Auskünfte an die Redaktionen

· Jolanda Moser, Gemeinderätin, Vorsteherin Direktion Bau und Liegenschaften,
  Tel. 079 287 05 55

· Christoph Diez, Umweltbeauftragter/Energiestadt-Koordinator, Planungsamt,
  Tel. 033 225 84 75 (bis 13.00 Uhr)

· Dr. Christian Zeyer, Energiestadt-Berater, E plus U, Bern, Energie- und
  Umweltberatung, Tel. 079 606 21 46

Thun, 22. Oktober 2010