Die Überbauungsordnung Bostudenzelg wurde zur Vorprüfung eingereicht

17. Januar 2023
In der Bostudenzelg soll ein attraktives, zukunftsgerichtetes Wohnquartier mit einem grosszügigen Park entstehen. Die dafür notwendige Überbauungsordnung stiess im Rahmen der Mitwirkung mehrheitlich auf Zustimmung. Die Entwicklung des neuen Quartierteils wird als Chance betrachtet.

In der Bostudenzelg im südöstlichen Teil des Neufeldquartiers befindet sich eine der letzten zusammenhängenden unbebauten Bauzonen der Stadt Thun. Das Areal an der Bubenberg- bzw. Bläuerstrasse umfasst ca. 45'000 m2 und ist rund zur Hälfte in städtischem Eigentum und zur Hälfte im Eigentum der Bernischen Pensionskasse (BPK) und der Frutiger AG. Gemeinsam plant die Eigentümerschaft ein attraktives, nachhaltiges und zukunftsgerichtetes Wohnprojekt. Mit dem Vorhaben kann die Stadt dringend benötigten Wohnraum schaffen und gleichzeitig wichtige Ziele der städtischen Wohnstrategie umsetzen. Geplant ist auch ein grosszügiger, öffentlich zugänglicher Park. Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung konnten sich vom 19. August bis 19. September 2022 alle Interessierten zur neuen Überbauungsordnung (UeO) «Bostudenzelg Bläuerstrasse» äussern. Es wurden 16 Mitwirkungseingaben eingereicht. Die Mehrheit der Mitwirkenden begrüsst die Entwicklung des neuen Wohnquartiers. Einzelne Punkte wurden hinterfragt. Das Planungsamt hat die Unterlagen präzisiert und angepasst.

Entwicklung des Areals als Chance nutzen

Viele der Mitwirkenden begrüssen insbesondere die Entstehung von neuem, gemeinnützigem Wohnraum und gemeinschaftlichen Nutzungen. Die Synergien für das umliegende Quartier werden als Chance gewertet. Besonders positiv beurteilt wird – insbesondere auch vom Quartierleist Neufeld – die Möglichkeit, ein neues Quartierszentrum zu schaffen.
Das der Überbauungsordnung zugrundeliegende Richtprojekt hat sich im Rahmen eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs als optimale und nachhaltigste Lösung durchgesetzt. Herzstück dieses Richtprojekts, das die Grundlage für die weitere Entwicklung und Projektierung bildet, ist der grosszügige Park, um den sich die Gebäude ringförmig anordnen. Der öffentliche Charakter dieses Parks ist für viele Mitwirkende wichtig. Entsprechend präzisierte die Stadt Thun die Vorschriften und den Plan der UeO hinsichtlich der Zugänglichkeit und Erschliessung, um eine optimale Verknüpfung mit dem bestehenden Quartier sicherzustellen.

Mindestanteil an gemeinnützigem Wohnungsbau bleibt gesichert

Mindestens 75 Prozent der Wohnnutzung auf städtischem Boden werden für das gemeinnützige Wohnen gesichert. Einige Mitwirkende regen an, den Anteil an gemeinnützigem bzw. preisgünstigem Wohnen auf dem Areal zu erhöhen. Um jedoch den Spielraum für verschiedene Wohn- und Lebensformen zu wahren und insbesondere weitere dem Wohnen gleichgestellte Nutzungen nicht auszuschliessen, erachtet der Gemeinderat den Mindestanteil von 75 Prozent für gemeinnütziges Wohnen als zielführend. Im Sinne eines gut durchmischten, lebendigen Quartiers wird auch Wert daraufgelegt, für alle Generationen Wohnraum zu schaffen. Von einer Erhöhung des Mindestanteils gemeinnützigen bzw. preisgünstigen Wohnungsbaus soll aus diesen Gründen und in Übereinstimmung mit der städtischen Wohnstrategie und dem Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 abgesehen werden. Der in der Ortsplanungsrevision vorgesehene Anteil von 25 Prozent preisgünstigem Wohnraum im Sinne der Wohnraumförderungsverordnung (WFV) bei Ein- und Umzonungen wird mit der vorliegenden UeO Bläuerstrasse deutlich überschritten.

Hochwertige Innenentwicklung

Einzelne Mitwirkende äussern Bedenken zur Dichte, zu den Abständen zum Quartier und zur Stellung der Gebäude. Mit dem angestrebten Mass der Bebauung wird dem haushälterischen Umgang mit dem Boden Rechnung getragen, wie es das Raumplanungsgesetz, der kantonale Richtplan und auch das STEK 2035 vorsehen. Das Richtprojekt setzt eine hochwertige Innentwicklung beispielhaft um. Dem Zusammenwirken von Bebauung und Freiraum wird grossen Wert beigemessen. Aus diesen Gründen hält der Gemeinderat am Richtprojekt fest.

Einbezug der Bevölkerung in den weiteren Prozess

Die Unterlagen der UeO wurden Anfang 2023 zur kantonalen Vorprüfung eingereicht. Anschliessend, voraussichtlich im Sommer/Herbst 2023, erfolgt die öffentliche Planauflage. Der Eigentümerschaft ist der Einbezug der Bevölkerung, insbesondere der Quartierbevölkerung sowie weiterer Interessegruppen, im weiteren Prozess ein grosses Anliegen. Deshalb soll ein Partizipationskonzept erarbeitet werden, wobei auch eine allfällige Zwischennutzung des Areals thematisiert wird. Zudem bereitet die Stadt Thun aktuell die Vergabe der Baurechte vor, um die Zusammenarbeit mit potenziellen gemeinnützigen Baurechtnehmenden zeitnah zu starten. Parallel dazu entwickeln die Frutiger AG und die Bernische Pensionskasse das Bauprojekt über ihre Parzellen. Mit der Genehmigung der Überbauungsordnung ist 2024/2025 zu rechnen. Der Baustart erfolgt frühestens im Jahr 2026.

Bostudenzelg.
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Bild: Bostudenzelg von oben (© Peter Jost) Download 0 Bild: Bostudenzelg von oben (© Peter Jost)
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