Informationen für Bauwillige

Bauwillige Thunerinnen und Thuner müssen verschiedene Vorschriften von Bund, Kanton und der Stadt Thun einhalten. Nachfolgende Themen fassen die wichtigsten Punkte zusammen und dienen als erste Anlaufstelle. Die Verlinkungen zu den Bundesgesetzen, Baureglementen und sonstigen Richtlinien des Bundes und des Kantons liefern detailliertere Informationen.


Kamine / Abluftanlagen (Heizungen, Cheminée, Küchenabluft...)

Grundlagen:

Kaminhöhe für kleine Feuerungsanlagen (Regelfall)

Feuerungsanlagen betrieben mit                  Feuerungswärmeleistung

 
Gas
bis 350kW
Heizöl EL
bis 350kW
Holzbrennstoffen
bis 70kW
Kohle
bis 70kW

 

Wie viel beträgt die Mindesthöhe?
Die Kaminmündung muss überragen:

  1. den höchsten Gebäudeteil (z.B. Dachfirst) um mindestens 0,5 m;
  2. Flachdächer um mindestens 1,5 m;
  3. begehbare Flachdächer um mindestens 2 m ab Dachfläche.

Abweichungen und weitere Informationen zu den «grössere Feuerungsanlagen» sowie «industrielle und gewerbliche Anlagen» finden Sie in den BAFU-Richtlinien.

Was müssen Sie bei der Baugestaltung beachten?

  • Bei Neubauten sollten grundsätzlich Kamine nicht an der Fassade angeordnet werden.
  • Falls es nicht anders gehen sollten, ist dies nur an geeigneten Standorten (je nach Dachformen) zulässig (vgl. rote Schraffur, Skizze).
  • Die rote Schraffur zeigt die Anordnung von Aussenkaminen an der Stirnfassade (1/2 zur Fassadenlänge bei best. Gebäuden, 1/3 zur Fassadenlänge bei Neubauten).
  • Bei Walm- und Zeltdächern stuft das Bauinspektorat die Anordnung für Aussenkamine an der Stirnfassade als problematisch ein.
  • Bei Kaminen innerhalb des Gebäudegrundrisses ist der Kaminaustritt im oberen Bereich des Daches anzuordnen.
Praxis Baugestaltung nach Dachform

Bauen im Gewässerraum / in Uferschutzzone

Der Gewässerraum
Gemäss nationaler Vorgabe (Art. 36a GSchG) ist für jedes Gewässer ein Gewässerraum festgelegt. Dieser beinhaltet das Gewässer selbst sowie beidseitig einen Uferbereich. Mit dem Gewässerraum sollen die natürlichen Funktionen der Gewässer, der Hochwasserschutz und die Gewässernutzung gewährleistet werden. Die Gewässerräume sind in der baurechtlichen Grundordnung (Baureglement, Zonenplan I, Überbauungsordnungen) einsehbar.

Nutzung im Gewässerraum
Das Bauen im Gewässerraum ist stark eingeschränkt. Grundsätzlich ist der Gewässerraum von Bauten und Anlagen freizuhalten. Ausnahmebewilligungen sind in Einzelfällen möglich und müssen im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens eingeholt werden. Bei den Abklärungen werden unter Umständen kantonale Fachstellen beigezogen. Die Gewährleistung des Hochwasserschutzes bei Fliessgewässern ist Sache der Gemeinde. Bei Seen ist der Gewässerunterhalt und Hochwasserschutz Sache des Eigentümers.

Schematische Darstellung eines stehenden Gewässers (nGBS = natürliche Gerinnesohlenbreite)
Schematische Darstellung eines Fliessgewässers

Nicht zulässig

  • Gebäude, Wege, Sitzplätze, Terrassen, Holzlager, Zäune, Treppen als Zugänge zum Gewässer, Teiche, Kompostanlagen
  • Kein Dünger oder Pflanzenschutzmittel

Erlaubt 

  • Nutzungen im Rahmen von Freizeit- und Erholung, die das Gewässer nicht beeinträchtigen, wie bspw. eine Feuerstelle, …
  • Brücken sind zulässig, sofern sie den Anforderungen der Hochwassersicherheit entsprechen und den Uferbereich nicht beeinträchtigen. Es muss ein Baugesuch eingereicht werden.

Rechtliche Grundlagen