Stadt erlässt nach Ausschreitungen Auflagen bei Fussballspielen gegen GC und YB

Im letzten Jahr kam es rund um Fussballspiele in Thun teils zu heftigen Ausschreitungen. In der Folge verhängt die Stadt Thun Auflagen bei den Spielen des FC Thun Berner Oberland gegen den Grasshopper Club Zürich und den BSC Young Boys.

Am 15. Dezember 2018 kam es nach dem Fussballspiel zwischen dem FC Thun und GC am Bahnhof Thun zu heftigen Ausschreitungen. Polizisten und weitere Personen wurden verletzt und es entstand ein Sachschaden von über 100'000 Franken. In den Medien kritisierte der Thuner Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler die Ausschreitungen aufs Schärfste und sprach von einem «neuen Level der Gewalt». In der Folge suchte der Sicherheitsvorsteher das Gespräch mit den betroffenen Fussballclubs, der Swiss Football League, der Kantonspolizei Bern, den Verantwortlichen der Polizeilichen Koordinationsplattform Sport (PKPS) sowie der SBB und der STI. Sämtliche Parteien sind sich einig, dass dieses Ausmass an Gewalt inakzeptabel ist. Die Kantonspolizei Bern ist daran, Bildmaterial der Krawalle auszuwerten. Details zu den polizeilichen Ermittlungen gegen die Täterschaft können keine bekannt gegeben werden. Grundsätzlich sind die Stadt Thun, der FC Thun Berner Oberland sowie die Kantonspolizei bestrebt, die Einzeltäter auch in Zusammenarbeit mit den Fans zu ermitteln. So ist es auch im gemeinsamen Aktionsplan Sicherheit aus dem Jahr 2018 festgehalten.

GC: Zutritt zum Gästesektor nur noch mit Car-Anreise
Als Konsequenz der Krawalle verfügt die Stadt Thun als Bewilligungsbehörde im Rahmen des Hooligan-Konkordats Auflagen bei Fussballspielen zwischen dem FC Thun und den Zürcher Grasshoppers. Die Auflagen erfolgen in Absprache mit den zwei betroffenen Fussballclubs, der Swiss Football League, der Kantonspolizei Bern sowie der Polizeilichen Koordinationsplattform Sport (PKPS). Die Parteien tragen den Entscheid mit. Konkret müssen GC-Fans, die sich künftig Spiele im Gästesektor der Stockhorn Arena anschauen wollen, mit einem Car direkt in das Stadion reisen und ein entsprechendes Ticket vorweisen können. Ohne ein solches Ticket (Car-Anreise) bleibt ihnen der Zutritt zum Gästesektor verwehrt. Die strengeren Auflagen bei den Partien zwischen dem FC Thun und GC gelten bis auf Weiteres.

Auflagen auch beim Spiel gegen YB
Auch rund um das Berner Derby zwischen Thun und YB vom 29. September 2018 kam es zu Ausschreitungen in der Innenstadt. YB-Fans verübten zudem Sprayereien auf dem Fanmarsch. Insbesondere die Anwohnenden der Länggasse leiden stark unter den negativen Begleiterscheinungen der Fanmärsche. In Absprache mit dem FC Thun, dem BSC Young Boys und der Kantonspolizei Bern hat die Stadt Thun entschieden, die Route des Fanmarsches beim nächsten Spiel vom 10. Februar 2019 versuchsweise zu ändern. Die Route wird neu via Maulbeerkreisel – Aarestrasse – Allmendstrasse – General Wille-Strasse – Burgerstrasse – Allmendingenallee geführt.