Verkehrszukunft Thun – Folgeprojekte zum Bypass Thun Nord

GEMEINSAME MEDIENMITTEILUNG KANTON BERN UND STADT THUN

Im November wird der Bypass Thun Nord eröffnet. Damit die neue Stadtumfahrung ihren vollen Nutzen entfaltet, müssen der Kanton Bern und die Stadt Thun bis 2021 in der Innenstadt verschiedene Strassenräume den höheren Anforderungen an Leistung, Funktion und Optik anpassen. Konkret betroffen sind der Berntorplatz, der Lauitorstutz und die beiden aarequerenden Achsen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 2017 wird der Kanton Bern den Bypass Thun Nord dem Verkehr übergeben. Mit der neuen Stadtumfahrung geht der Verkehr auf der Bernstrasse und der Schwäbisstrasse in Steffisburg deutlich zurück, und die Verkehrsanbindung des rechten Thunerseeufers an die Autobahn und die westlichen Quartiere der Stadt Thun wird verbessert. Das Hauptziel ist, die Innenstadt vom aarequerenden Verkehr zu entlasten. Damit dies gelingt, setzen der Kanton Bern und die Stadt Thun in den kommenden vier Jahren verschiedene Projekte aus dem Agglomerationsprogramm Siedlung und Verkehr um.

Verkehrsbelastung in der Innenstadt wird deutlich zurückgehen

Die zwei neuen Einbahnabschnitte auf der Allmendbrücke in Richtung Guisanplatz und auf der Sinnebrücke/Obere Hauptgasse in Richtung Lauitor unterstützen als Begleitmassnahmen die Wirkung des Bypass Thun Nord. Um den Verkehrsfluss zu verbessern und die Leistungsfähigkeit sowie die Verkehrssicherheit zu erhöhen, baut der Oberingenieurkreis I des Kantons Bern den Berntorplatz und den Lauitorstutz um.

2018 und 2019: Umgestaltung Berntorplatz und Lauitorstutz

Von den Folgeprojekten des Bypass Thun Nord stellt die Erneuerung des Berntorplatzes die grösste Herausforderung dar. Die Verkehrsbelastung des Berntorplatzes steigt nach Inbetriebnahme des Bypass Thun Nord. Die räumlichen Verhältnisse sind eng. Der Berntorplatz wird deshalb 2018 und 2019 in zwei je fünfmonatigen Bauphasen von Mitte April bis Mitte September erneuert und umgestaltet. 2018 werden die Energie Thun AG und das Tiefbauamt der Stadt Thun die zum Teil 80-jährigen Werkleitungen sanieren oder ersetzen. 2019 findet der Strassenbau durch den Kanton Bern statt. Der Berntorplatz ist während den Bauphasen nur eingeschränkt befahrbar. Die Fahrbeziehung von der Burgstrasse in Richtung Bernstrasse bleibt offen. Der Autoverkehr stadteinwärts wird via Kyburgstrasse, Guisan- und Maulbeerkreisel umgeleitet. Die Busse der Verkehrsbetriebe STI AG werden den Berntorplatz hingegen weiterhin auf den gewohnten Routen befahren können. Auf den aarequerenden Achsen gilt Einbahnverkehr. Als dritter Einbahnabschnitt kommt die Burgstrasse hinzu mit Fahrtrichtung Berntorplatz. Dieser Einbahnverkehr mit Umleitung hat den Vorteil, dass gleichzeitig mit dem Berntorplatz auch der Lauitorstutz ausgebaut werden kann. Am Lauitorstutz wird die Verkehrssituation und Sicherheit durch den Bau eines Radstreifens und eines Gehwegs für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert. Im gleichen Projekt wird der sanierungsbedürftige Kanal des Chratzbachs instand gestellt.

2020 und 2021: Umgestaltung der aarequerenden Achsen

Auf den beiden aarequerenden Achsen (Allmendbrücke und Sinnebrücke) gilt in Zukunft Einbahn für den motorisierten Individualverkehr. Der öffentliche Verkehr, der Veloverkehr sowie der Anliefer- und Zubringerverkehr des Bälliz bzw. der Freienhofgasse sind nicht oder nur wenig betroffen. Die Stadt Thun gestaltet die beiden aarequerenden Achsen fussgängerfreundlich um und wertet sie auf. Das Tiefbauamt der Stadt führt die Umgestaltung voraussichtlich 2020 und 2021 jeweils zwischen Frühling und Herbst aus. Die Reihenfolge und der Bauvorgang stehen noch nicht fest. Die Auswirkungen auf den Verkehr werden aber geringer ausfallen als 2018/2019, da die Burgstrasse normal in beiden Richtungen befahrbar ist.

Auswirkungen der Bauprojekte 2018/2019 auf den Verkehr

Der Bau der Folgeprojekte des Bypass Thun Nord kann vor allem in den Abendspitzenstunden zu schwierigen Verkehrsverhältnissen führen, insbesondere während den fünfmonatigen Bauphasen 2018 und 2019. Im Gegensatz zur Einbahnphase während des Umbaus des Guisanplatzes 2017 steht jedoch im nächsten Jahr der leistungsfähige Bypass zur Verfügung. Verkehrsteilnehmende, die heute die Innenstadt von Norden nach Süden über die Achse Grabengut – Kuhbrücke queren müssen, werden künftig den Bypass als neue Route benutzen. Ausserdem wird sich in den Bauphasen der Wegfall des Verkehrs vom Berntorplatz Richtung Lauitor positiv auf den Verkehrsfluss am Lauitor auswirken. Beim Entwickeln des Verkehrskonzepts sind die Erfahrungen aus der Einbahnphase im 2017 eingeflossen: Die provisorische Lichtsignalanlage am Lauitor wird nicht benötigt. Für den Autoverkehr ans rechte Thunerseeufer sind drei Umleitungsrouten und diverse Begleitmassnahmen vorgesehen (siehe Beilagen).

Mit dem Bypass Thun Nord, den Sanierungen der Strassen, Kreuzungen und Leitungen, den vier Parkhäusern auf jeder Seite der Stadt und dem künftigen Parkleitsystem können künftig allen Verkehrsteilnehmenden wesentlich bessere Bedingungen als heute geboten werden.

 

Stadt und Kanton planen und kommunizieren gemeinsam

Die Stadt Thun und der Oberingenieurskreis I des Kantons Bern legen Wert auf eine gemeinsame Kommunikation mit kurzen Wegen. Dies ermöglicht es den Betroffenen, ihr Verhalten an die veränderten Umstände anzupassen. Die Bevölkerung kann sich laufend auf der von Stadt und Kanton gemeinsam betriebenen Website www.verkehrszukunft-thun.ch informieren. Wie bereits beim Bypass Thun Nord wird zudem mittels Newsletter zeitnah über Veränderungen in der Verkehrssituation informiert. Für Fragen steht ab Januar 2018 ein Auskunftstelefon zur Verfügung.