Das Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 geht in die Mitwirkung

2015 startete die Stadt Thun das grosse Projekt der Ortsplanungsrevision. Nun liegt das Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 im Entwurf vor. Es legt als strategisches Instrument die Grundsätze für die künftige Entwicklung Thuns fest. Die Thunerinnen und Thuner sind eingeladen, sich bis zum 24. August dazu zu äussern.

Mit dem Vorliegen des Entwurfs zum Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 ist ein wichtiger Meilenstein der laufenden Ortsplanungsrevision (OPR) erreicht. Das STEK 2035 definiert als strategisches Instrument die räumlichen Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte der Stadt Thun für die nächsten 20 Jahre. Dem Gemeinderat ist es ein grosses Anliegen, dass dieses für die Zukunft von Thun wichtige Instrument zusammen mit der Bevölkerung entwickelt wird. Sie konnte sich bereits im Rahmen verschiedener Anlässe zur laufenden Ortsplanungsrevision einbringen. Vom 15. Juni bis zum 24. August haben die Thunerinnen und Thuner nun im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung die Möglichkeit, sich auch zum STEK 2035 zu äussern.

Strategien, um Lebensqualität zu erhalten und zu stärken
Das STEK zeigt Strategien auf, mit denen der Gemeinderat die räumlichen Herausforderungen angehen will, damit die hohe Lebensqualität in Thun erhalten und gestärkt werden kann. Im Rahmen der laufenden Ortsplanungsrevision nimmt das STEK 2035 eine eigentliche Schlüsselrolle ein und bildet die Grundlage für die Anpassung der baurechtlichen Grundordnung (Zonenplan und Baureglement), die Begleitung von Areal- und Gebietsentwicklungen, die mittel- bis langfristige Infrastruktur- und Investitionsplanung der Stadt sowie für den Verkehr und für Siedlungskonzepte, Landschaftsentwicklung und die Gestaltung des öffentlichen Raums.

Fünf strategische Schwerpunkte

Der Herausforderungen an die Stadtentwicklung in den nächsten Jahren sind sehr vielfälltig. Fünf strategische Schwerpunkte stehen im Zentrum des Konzepts:

  • Wohnen – Leben und Sein: Für die heutige und die künftige Bevölkerung der Stadt Thun soll Wohnraum in lebendigen, durchmischten und vielfältigen Quartieren geschaffen werden.
  • Arbeiten – Eingliedern und Konzentrieren: Emissionsarme Arbeitsnutzung (z.B. Dienstleistungsangebote) werden in Mischgebiete (Wohnen und Arbeiten) eingegliedert. So lassen sich an attraktiven und gut erschlossenen Lagen Gewerbe- und Dienstleistungsflächen anbieten. Emissionsintensive Industrienutzungen sollen in reinen, entsprechend erweiterten Arbeitszonen konzentriert werden.
  • Zentren und Urbanität – Städtisches Lebensgefühl: Urbane Zentren sind Lebensmittelpunkte einer Stadt. Das STEK 2035 zeigt auf, an welchen zentralen Lagen das Potential für städtisches Wohnen und ein Nebeneinander verschiedener Nutzungen geschaffen werden soll. Diese urbanen Zentren befinden sich nicht nur in der Innenstadt sondern auch in den Wohnquartieren.
  • Landschaft – Freiräume und Erholung: Das dichter werdende Siedlungsgebiet ermöglicht das Bewahren der umliegenden, einzigartigen Landschaft und verlangt gleichzeitig Grün- und Freiräume im Innern des Siedlungsgebietes zur Kompensation.
  • Stadtraum und Mobilität: Der Raum in der Stadt ist beschränkt und die Bedürfnisse von Verkehr, Sicherheit, Wirtschaft und Lebensqualität müssen aufeinander abgestimmt werden. Gemäss städtischem Mobilitätsreglement soll eine allfällige Steigerung des Gesamtverkehrs primär über den öffentlichen Verkehr, den Fuss- und Veloverkehr abgewickelt werden. Gleichzeitig wird der öffentliche Raum vermehrt als Lebensraum mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet. Das STEK 2035 bildet hier insbesondere die strategischen Aussagen des gleichzeitig erarbeiteten Gesamtverkehrskonzepts GVK ab.

Drei Ansätze zur Siedlungsentwicklung

Das STEK 2035 zeigt auf, dass das prognostizierte Bevölkerungswachstum von 5‘000 Einwohnerinnen und Einwohner über die nächsten 20 Jahre mit Ausnahme der Einzonung des Siegenthalerguts innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets aufgefangen werden kann. Dabei soll das Siedlungsgebiet mit folgenden Ansätzen entwickelt werden:

  • Neuorientieren: Durch Erneuerung bestehender Bebauungen oder die Entwicklung schlecht genutzter Areale wird zusätzliches Potential geschaffen.
  • Weiterentwickeln: Durch die gezielte Anpassung der baurechtlichen Grundordnung (z.B. Anpassung der zulässigen Gebäudehöhen) wird eine optimale Nutzung der Flächen ermöglicht.
  • Bewahren: Durch die Formulierung geeigneter Vorschriften sollen wertvolle Bauten und Aussenräume bewahrt werden, ohne eine Entwicklung zu verhindern.

Genehmigung des STEK durch den Gemeinderat
Nach der Mitwirkung wertet die Stadt Thun die Eingaben aus und überarbeitet das STEK gegebenenfalls in gewissen Punkten. Voraussichtlich bis Ende 2018 kann das STEK 2035 dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt werden. Anschliessend werden gestützt darauf das neue Baureglement und der Zonenplan erarbeitet. Die öffentliche Planauflage dieser beiden Instrumente erfolgt voraussichtlich bis Ende 2020. Die Genehmigung durch den Thuner Stadtrat und den Kanton sowie die Inkraftsetzung der neuen Grundordnung ist für 2021 geplant.

Mitwirkung STEK 2035
Alle Thunerinnen und Thuner sind herzlich eingeladen, sich zum Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 zu äussern. Die öffentliche Mitwirkung findet vom 15. Juni bis 24. August 2018 statt. Die Unterlagen können bei der Stadtverwaltung an der Industriestrasse 2 oder im Rathaus eingesehen werden. Online unter www.thun.ch/mitwirkung oder www.ortsplanungsrevisionthun.ch. Eingaben können per Post oder Mail mit Vermerk „Mitwirkung STEK 2035“ an das Planungsamt Thun gerichtet werden.
Planungsamt Thun, Industriestrasse 2, Postfach 145, 3602 Thun oder planungsamt@thun.ch.
Unter www.ortsplanungsrevisionthun.ch sowie www.thun.ch/mitwirkung ist zudem ein Fragebogen aufgeschaltet.

Hinweis: Parallel zur Mitwikung STEK geht das Gesamtverkehrskonzept GVK bei bestimmten Interessegruppen in die Konsultation (vgl Medienmitteilung vom 14. Juni).

 

Thun, 14. Juni 2018