Gemeinderat gibt Gesamtverkehrskonzept in die Konsultation

Parallel zum Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 legt die Stadt Thun auch den Entwurf des Gesamtverkehrskonzepts GVK 2035 vor. Im Rahmen einer Konsultation können sich Anspruchsgruppen (Parteien, Verkehrsorganisationen und Quartierleiste) dazu äussern.

Der Thuner Stadtrat hat Ende 2014 die Städteinitative angenommen und im Herbst 2016 ein entsprechendes Reglement verabschiedet. Dort wird unter anderem die Erstellung eines städtischen Gesamtverkehrskonzepts GVK gefordert. Nun liegt der Entwurf dieses Konzepts vor und wird Parteien, Verkehrsorganisationen und Quartierleisten ab Mitte Juni 2018 zur Konsultation vorgelegt.

Entwicklung und Abstimmung von Siedlung und Verkehr
Das GVK 2035 formuliert die Verkehrsziele der Stadt Thun, definiert die Verkehrsnetze und Strategien für die verschiedenen Verkehrsträger und leitet Massnahmen für die kommenden 20 Jahre ab. Es wird zeitlich parallel zum Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 erarbeitet, damit die vorgesehene Entwicklung von Verkehr und Siedlung optimal aufeinander abgestimmt werden können. Die strategischen Aussagen des GVK sind denn auch im Themenschwerpunkt 5 „Stadtraum und Mobilität“ des STEK 2035 abgebildet (vgl. Medienmitteilung vom 14. Juni 2018 zum STEK 2035).

Vision städtisches Gesamtverkehrskonzept

Der Gemeinderat hat im Herbst 2016 als Grundlage für das Projekt GVK 2035 folgende Vision verabschiedet: „Mit dem Gesamtverkehrskonzept legt die Stadt Thun ihre langfristige und übergeordnete Strategie für eine nachhaltige und effiziente Abwicklung der Mobilität auf dem städtischen Verkehrsnetz fest. Durch eine konsequente Anwendung und pragmatische Umsetzung des GVK will sie folgende Ziele erreichen:

  • Der Gesamtverkehr ist verflüssigt.
  • Die Wohnquartiere sollen wirksam vom motorisierten Verkehr entlastet werden.
  • Innenstadt und Quartierzentren sollen als Orte der Begegnung aufgewertet werden.
  • Die Anteile des Fussverkehrs, des Veloverkehrs und des öffentlichen Verkehrs sollen gesteigert werden.
  • Die verschiedenen Verkehrsteilnehmer sollen sich sicher auf einem attraktiven Verkehrsnetz bewegen können.
  • Der vorhandene Strassenraum soll optimal und haushälterisch genutzt werden.
  • Verkehrsmassnahmen sollen der Stadtbevölkerung möglichst grossen Nutzen bringen. Sie sollen die gesetzten Ziele nachhaltig, situationsgerecht und kosteneffizient erfüllen.

Der Gemeinderat legt Wert auf eine flüssigere Abwicklung des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Er weist aber gleichzeitig darauf hin, dass es dazu notwendig ist, die künftige Verkehrszunahme vorab über öffentlichen Verkehr und Langsamverkehr auffangen zu können. Damit diese Umlagerung wirksam erfolgen kann, muss insbesondere der öffentliche Verkehr attraktiv und zuverlässig funktionieren. Im Weitern möchte er mit dem GVK 2035 die bisherige Strategie des Agglomera-tionsprogramms aufnehmen und stärken. Insbesondere sollen die Chancen, die der neue Bypass Thun Nord bietet, gezielt genutzt werden, um qualitative Ziele wie die Entlastung und Aufwertung der Innenstadt oder die Entlastung der Wohnquartiere zu ermöglichen.

Stellenwert des GVK 2035 und Konsultation

Beim GVK 2035 handelt es sich um ein Planungs- und Steuerungsinstrument des Gemeinderats. Das Dokument hat einen verwaltungsanweisenden Status. Im Rahmen der Konsultation, die vom 15. Juni bis zum 24. August 2018 dauert, werden gezielt ausgewählte Anspruchsgruppen (Parteien, Verkehrsorganisationen, Quartierleiste) eingeladen, sich zum Konzeptentwurf zu äussern. Nach der Auswertung der Konsultation wird der Gemeinderat das Konzept genehmigen. Die Bevölkerung kann sich im Rahmen der gleichzeitig stattfindenden öffentlichen Mitwirkung zum STEK 2035 zu den übergeordneten strategischen Aussagen des GVK 2035 äussern (Themenschwerpunkt 5 „Stadtraum und Mobilität“).

 

Thun, 14. Juni 2018