Bauprojekt für Sanierung und Umbau des Schlossbergs

Demnächst wird die Schlossberg Thun AG, Baurechtnehmerin der Stadt Thun, ihr Baugesuch für die bevorstehenden Sanierungs- und Umbauarbeiten an den Liegenschaften des Thuner Schlossbergs einreichen. Schwerpunkte sind ein neuer Eingangsbereich und zusätzliche Ausstellungsräume für das Schlossmuseum sowie ein Restaurant, Lounges, eine Winebar und Cafeteria im Neuen Schloss, ein Hotel im Alten Gefängnis, Seminarräume für die Weiterbildung von KMU-Kaderangehörigen, eine Kindertagesstätte sowie Wohnungen. Das vom Thuner Gemeinderat unterstützte Bauprojekt der Schlossberg Thun AG erfüllt hohe städtebauliche Qualitätsanforderungen und ist das Ergebnis mehrerer Workshops und Sitzungen mit Vertretern der Stadt Thun, Fachleuten und Organisationen.

 

Der Unternehmer Hans-Ulrich Müller und seine Schlossberg Thun AG werden in den nächsten Tagen beim Regierungsstatthalter von Thun ein detailliertes Umbau- und Sanierungsprojekt für die Liegenschaften auf dem Thuner Schlossberg einreichen. Saniert und umgenutzt werden sollen das Neue Schloss, in dem früher die Gerichtsbehörden waren, das Alte Gefängnis, das ehemalige Regierungsstatthaltergebäude und das sogenannte Abzugshaus (vgl. Communiqué vom 29. Sept. 2010 u.a.). Der mittelalterliche Donjon, das eigentliche Schloss (inkl. Schlosshof), gehört nicht zum Baurechtsperimeter, den die Schlossberg Thun AG Ende 2010 mit der Stadt Thun vertraglich vereinbart hat.

 

Bauprojekt entspricht bisher bekannten Absichten

"Der Gemeinderat unterstützt dieses Bauprojekt, das sowohl dem Baurechtsvertrag wie auch dem bereits bekannten Nutzungskonzept entspricht. Die Auflagen, dass der Schlossberg öffentlich zugänglich bleibt, für das Schlossmuseum bessere Bedingungen geschaffen werden, die touristische Attraktivität erhöht wird und ein respektvoller Umgang mit dem städtebaulich bedeutenden Wahrzeichen Thuns garantiert ist, sind erfüllt", sagt Stadtpräsident Raphael Lanz. Das Umnutzungsprojekt ist das Ergebnis eines aufwändigen Qualitätssicherungsprozesses: Nachdem im vergangenen Sommer fünf Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der Schlossberg Thun AG, den Architekten, der Stiftung Schlossmuseum, der kantonalen Denkmalpflege, dem archäologischen Dienst des Kantons Bern, den städtischen Vertretern und externen Fachleuten durchgeführt wurden, arbeitete ein kleineres Gremium unter Einbezug des Berner Heimatschutzes das Projekt weiter aus.

 

Gesamteindruck der Schlossanlage bleibt gleich

"Der Gesamteindruck der historischen Schlossanlage wird nicht verändert", betont Hans-Ulrich Müller. An den eigentlichen historischen Gebäudestrukturen und Aussenhüllen sind keine wesentlichen baulichen Veränderungen vorgesehen.

 

Das demnächst öffentlich aufliegende Bauprojekt der Schlossberg Thun AG besteht im Einzelnen aus folgenden Teilvorhaben:

 

Im Neuen Schloss entstehen ein neuer Eingangsbereich für das Schlossmuseum mit Museumsshop und Schliessfächern, weitere Räume für Wechselausstellungen sowie ein Büro der Museumsleitung. Vom neuen Eingangsbereich des Museums im Parterre ist ein direkter Zugang in die neu gestalteten Ausstellungsbereiche im untersten Bereich des Donjons möglich. Anlässe im Rittersaal werden wie bisher über die Haupttreppe bedient. Im Erdgeschoss des Neuen Schlosses wird ein Restaurant mit 64 Sitzplätzen in den bestehenden Räumen eingerichtet. Ein zum Schlosshof geöffnetes Café lädt zum Verweilen ein.

 

Im Untergeschoss des Neuen Schlosses befindet sich eine Winebar mit Ausgang auf die ebenerdige Terrasse. Der erste Stock dient hauptsächlich dem KMU Forum mit dem KMU Campus. Hier sollen sich KMU-Kaderleute treffen, vernetzen und weiterbilden können. Die Gruppenräume und der moderne Plenarsaal können auch von Vereinen und Privaten gemietet werden. Im zweiten Obergeschoss wird der denkmalpflegerisch und historisch wertvolle Dachstuhl wieder sichtbar gemacht. Hier werden eine Whisky & Cigar Lounge, eine Unternehmerlounge, ein Ausstellungsraum sowie zwei Gruppenräume angeboten.

 

Die grössten Veränderungen betreffen das Alte Gefängnis, das zu einem Hotel mit 15 Zimmern und einem kleinen Wellnessbereich umgestaltet wird. Die Zellen werden aufgehoben, pro Stock gibt es fünf Zimmer, die – entgegen der heutigen Zellenlage - auf den Schlosshof ausgerichtet sind. Jedes Zimmer wird mit einem Glaserker ausgestattet. Der Dachausbau, in den Workshop-Diskussionen lange das „pièce de résistance“, ist so konzipiert, dass die beiden Turmdächer wieder besser zur Geltung kommen. Durch eine schmale Fensterfuge wird das neue Dach von der bauhistorisch bedeutenden Ringmauer losgelöst. Dadurch kommt dieser Mauerabschluss wieder zu seiner vollen Geltung.

 

In dieses Gebäude wird ein Lift eingebaut, der für Hotelgäste und Gäste des Neuen Schlosses benutzbar ist. "Es ist der Schlossberg Thun AG ein grosses Anliegen, den Schlossberg auch behindertengerecht zugänglich zu machen und diesen für alle Menschen zu erschliessen", sagt Hans-Ulrich Müller. Die Schloss Hotel Thun AG ist im Besitz der Mehrheitsaktionäre Paul und Marthe Ringgenberg, Hans-Ulrich Müller sowie dem Architekten-Ehepaar Alexandra und Stefan Hofschneider-Bonazzi. Die Schloss Hotel Thun AG ist Mieterin der Räumlichkeiten von der Schlossberg Thun AG.

 

Im Regierungsstatthalteramt ist die Kindertagesstätte „Gampiross“ bereits eingezogen. Der Baurechtsvertrag soll für diese zusätzliche Nutzung entsprechend angepasst werden. Im ersten Stock sowie unter dem Dach entstehen – mit minimalem Sanierungsaufwand – zwei Mietwohnungen. Da für die Dachwohnung mehr Licht benötigt wird, sind zusätzliche Lukarnen vorgesehen, welche die bestehende Struktur des Dachstuhls respektieren.

 

Das Abzugshaus – zwischen Statthalteramt und Stadtkirche – enthält zwei Wohnungen, die bereits vermietet sind.

 

Die Umgebung – der Gefängnishof, die Aussenräume des Regierungstatthalteramts und rund um das Neue Schloss – wurde unter Beizug eines Landschaftsarchitekten sorgfältig geplant. Unter anderem wird die Geländetopografie rücksichtsvoll in die Gestaltung der Terrasse am Fuss des Neuen Schlosses einbezogen. Für das KMU Forum und die Mietwohnungen entstehen Aussensitzplätze, die sich harmonisch in das Gebäude-Ensemble fügen.

 

Verkehr: Erschliessungskonzept ohne zusätzliche Parkplätze

Grosse Sorgfalt wurde in das Erschliessungskonzept für den Schlossberg investiert, denn Mehrverkehr soll trotz der zusätzlichen Nutzungen auf dem Schlossberg nicht entstehen. Die Zahl oberirdischer Parkplätze – insgesamt sechs – wird gegenüber heute nicht erhöht. "Was das Parkieren für Anwohner und Besucher betrifft, setzen wir auf das geplante Schlossberg-Parking", betont Hans-Ulrich Müller. Die Schloss Hotel Thun AG hat zudem an der Burgstrasse 2 eine Liegenschaft erworben, zu der auch unterirdische Parkplätze gehören. "Sie werden", so Hans-Ulrich Müller, "das Parkplatzproblem in der Zeit bis zur Realisierung des Schlossberg-Parkings mildern."

 

Nach Durchführung des Baubewilligungsverfahrens möchte die Schlossberg Thun AG möglichst rasch mit der Realisierung der Arbeiten beginnen. Im günstigsten Fall ist ein Baubeginn im Herbst dieses Jahres und eine Inbetriebnahme der Gebäude im Herbst 2013 möglich.

 

 

Baugesuch wird im April eingereicht

 

Das Baugesuch für den Umbau und die Sanierung des Schlossbergs wird im April 2012 beim Regierungsstatthalteramt Thun eingereicht. Die Unterlagen liegen dann im Auflageraum des Bauinspektorates der Stadt Thun an der Industriestrasse 2 öffentlich auf. Weitere Informationen sind abrufbar über www.thun.ch/schlossberg

 

 

Weitere Unterlagen:

·       Powerpoint-Präsentation im Notiz-Format

 

Auskünfte an die Redaktionen:

·       Stadtpräsident Raphael Lanz, Tel. 033 225 82 15

·       Gemeinderat Roman Gimmel, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, Tel. 033 225 83 35

·       Hans-Ulrich Müller, Unternehmer, Schlossberg Thun AG,
Tel.
031 358 89 63