Grosser Kulturpreis an Knud Jacobsen, Filmpreis an Luki Frieden

Die Stadt Thun ehrt in diesem Jahr den Künstler Knud Jacobsen mit dem Grossen Kulturpreis und den Regisseur und Filmemacher Luki Frieden mit dem Filmpreis. Einen Kulturförderpreis erhält die Künstlerin und Kulturtheoretikerin Angela Wittwer. Ein Atelierstipendium für einen Aufenthalt in Berlin erhält der Fotograf Michael Sieber. Die öffentlichen Ehrungen erfolgen am 1. November im KKThun.

 

Der Grosse Kulturpreis 2012 der Stadt Thun in der Höhe von 15'000 Franken geht an den Künstler Knud Jacobsen, der Filmpreis, dotiert mit 10'000 Franken, an Luki Frieden. Ein Kulturförderpreis geht an die 24-jährige Künstlerin und Kulturtheoretikerin Angela Wittwer. Die Entscheide für den Kulturpreis sowie den Filmpreis fällte die Kulturkommission, jenen für den Kulturförderpreis eine speziell dafür gewählte Jury. Beide Gremien präsidiert Gemeinderätin Ursula Haller, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur. Das Preisgeld für den Grossen Kulturpreis und den Spartenpreis wird durch den Heinrich und Martha Streuli-Fonds gespendet, jenes für den Kulturförderpreis durch den Gemeindeverband Anzeiger Verwaltungskreis Thun.

 

Knud Jacobsen: Umfassendes Werk und Wirken in Kulturszene

Die Kulturkommission verleiht dem bildenden Künstler Knud Jacobsen aus Thun einen grossen Kulturpreis für sein umfassendes und vielseitiges künstlerisches Werk sowie für sein Wirken in der Thuner Kunstszene insbesondere in den 1950er- und 1960er-Jahren.

 

Der 1928 in Algier geborene Künstler absolvierte an der Kunstgewerbeschule in Bern (heute HKB Bern) zuerst eine Keramikerlehre und wechselte anschliessend in die Grafikfachklasse. Sein umfangreiches Werk beinhaltet Gemälde, Lithografien, Holzschnitte, Collagen und Aquarelle. Knud Jacobsen verschaffte sich einen Namen durch seine zahlreichen Thuner Stadtansichten, Landschaften, Porträts und abstrakten Bilder, mit denen er auch in der Sammlung des Kunstmuseums Thun vertreten ist. Bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren prägte er die Thuner Kunstszene stark. Er stellte seine Werke regelmässig im Kunstmuseum Thun und in der damaligen Galerie Aarequai, zu deren Mitbegründern er gehörte, aber auch anderswo in der Schweiz und im Ausland aus. Sein Atelier befand sich 30 Jahre im damaligen Atelierhaus an der Freienhofgasse 7, heute an der Hofstettenstrasse 5.

 

Bekannt wurde Knud Jacobsen ebenso mit seinen Werken im öffentlichen Raum. Dazu gehören beispielsweise die Wandmalerei im Bärensaal aus den 1960er-Jahren oder das Relief an der Aussenwand der Alterssiedlung Sonnmatt in Gwatt. Seine Schaffenskraft ist ungebrochen: Seine Arbeiten stellt er regelmässig in der Galerie Rosengarten aus. Erst kürzlich konnte er einen Erfolg feiern, als ihn die Jakob-und-Anna-Müller-Stiftung 2011 mit einem Preis ehrte.

 

"Luki Frieden bewegt"

Der Filmemacher Luki Frieden, 39, lebt und arbeitet in Thun. Er studierte an der New York Film Academy Drehbuch und Regie. Heute ist er in den verschiedenen Bereichen wie Dokumentar-, Spiel- und Werbefilm tätig. Bereits 1996 wurde er mit dem Filmförderpreis des Kantons Bern ausgezeichnet. Mit seinen Spielfilmen "November" und "Tausend Ozeane" schuf er zwei tiefgründige Werke, mit denen er über die Landesgrenze hinaus bekannt wurde. In beiden Filmen sind ihm die Menschen und ihre Möglichkeiten, sich in der heutigen Welt zu behaupten und in ihr zurechtzufinden wichtig - auch wenn die Protagonisten die Welt aus ganz verschiedenen Perspektiven betrachten.

 

In Thun engagiert sich Luki Frieden für das Bollywood Festival. Er lädt seit zwei Jahren zusammen mit den Thuner Kinos an Mittwochabenden in der Monatsmitte zu einer Reihe einzigartiger, exklusiver Filme ein. In stilvollem Ambiente werden qualitativ hochstehende, bewegende und unterhaltsame Filme gezeigt, die Luki Frieden in einen gesellschaftlichen oder filmhistorischen Kontext stellt.

 

Die Kulturkommission würdigt sein Werk wie folgt: "Luki Frieden bewegt. Mit seinen humorvollen und witzigen Werbespots für mehrere namhafte Schweizer Unternehmen schuf er unvergessliche Momente. Es gelingt ihm, Unspektakuläres in Ton und Bild so darzustellen, dass der Betrachter ein Schmunzeln nicht verkneifen kann und sich vom Inhalt angesprochen fühlt. Seine Teilnahme an nationalen und internationalen Filmfestivals und seine Nominierungen und Auszeichnungen sprechen für seine Arbeit und seine Beachtung."

 

 

Angela Wittwer: Potenzial zur Weiterentwicklung

Die Jury Kulturförderpreis zeichnet die 24-jährige Thuner Künstlerin und Kulturtheoretikerin Angela Wittwer mit einem Kulturförderpreis 2012 aus. Angela Wittwer liess sich zur Polygrafin ausbilden. Seit 2009 absolviert sie den Studiengang "Master of Fine Arts" an der Hochschule der Künste in Zürich und steht kurz vor ihrer Abschlussarbeit.

 

Das Preisgeld in der Höhe von 10'000 Franken wird die Künstlerin auch für dieses einjährige Projekt verwenden, welches "an der Schnittstelle von Kunst und (Gesellschafts-)Theorie" angesiedelt ist. Angela Wittwer arbeitet in den Bereichen Fotografie, Performance und Video. Zwei weitere Schwerpunkte in Angela Wittwers Schaffen sind künstlerische Aktionen und die intensive Auseinandersetzung mit kulturtheoretischen und Themen. Ihre Arbeiten präsentierte sie in Bern, Zürich und an der Jahresausstellung "Hofstettenstrasse 2010" in Thun. Weiter war sie an einer Gruppenausstellung in Berlin vertreten. 2011 wurde sie zusammen mit drei weiteren Kunstschaffenden zu einem Kunst- und Bau-Wettbewerb der Energie Thun AG eingeladen.

 

Ganz aktuell wirkt sie bei der temporären Kunstaktion am Brahmsquai in Thun mit (s. Communiqué vom 29. August 2012). Vier junge Kunstschaffende wurden eingeladen, nacheinander am Ort, wo normalerweise das "Brahmsrösi" steht, ein Kunstprojekt zu realisieren.

 

Angela Wittwer vermochte die Jury Kulturförderpreis durch ihre sorgfältige, engagierte und ernsthafte Erarbeitung von Themen und Werken sowie durch ihr grosses Potenzial zur Weiterentwicklung zu überzeugen.

 

Öffentliche Feier am 1. November 2012

Die Kulturpreise werden den Geehrten anlässlich einer öffentlichen Feier am Donnerstag, 1. November 2012 im Kultur- und Kongresszentrum Thun (KKThun) verliehen. Details folgen im Oktober.

 

 

Fotograf Michael Sieber 2013 im Atelier Berlin

Die Kulturkommission hat den Thuner Fotograf Michael Sieber, 36, für das Atelierstipendium in Berlin bestimmt. Er wird von März bis August 2013 das Künstleratelier in Berlin benutzen, das die Stadt Thun zusammen mit den Städten Winterthur und St. Gallen sowie dem Kanton Bern führt. Michael Sieber hat die Kommission mit seinen konkreten Projektideen überzeugt. In Berlin wird er sich vorwiegend der Porträtfotografie widmen, neben der Dokumentarfotografie einer der Schwerpunkte in seinem Schaffen. Sieber wird seine Langzeitarbeit "Porträts von suchenden Menschen" weiterführen und eine Porträtserie über die Archäologen, die auch zu den suchenden Menschen gehören, erarbeiten.

Nach seiner Ausbildung zum Fotografen und diversen Assistenzstationen im In- und Ausland arbeitet Michael Sieber seit Mai 2005 als frei schaffender Fotograf in Thun. Seine Schwerpunke sind die Reportage- und die Porträtfotografie. 2007 gewann er mit seiner Reportage über Jugendgewalt den Swiss Press Photo Award in der Kategorie "Alltag und Umwelt". Aktuell sind grossformatige Bilder von Michael Sieber im Sondermagazin "Kultur" der Stadt Thun zu sehen.

Als "am Lack kratzen" versteht Michael Sieber seine Fotografie: neugierig, aber immer mit dem nötigen Respekt für das Gegenüber. Seine Kamera sieht er dabei als Spiegel, der reflektiert, was anderen verborgen bleiben soll.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen

·       Gemeinderätin Ursula Haller, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur, Tel. 033 225 83 93

·       Marianne Flubacher, Leiterin Kulturabteilung, Tel. 033 225 83 96

 

·           


Knud Jacobsen, Tel. 033 222 75 58

Lu Luki Frieden, Tel. 078 698 41 51

AAAngela Wittwer, Tel. 079 572 64 70

M  Michael Sieber, Tel. 076 421 19 76

 

 

 

Thun, 31. August 2012

Knud Jacobsen
Luki Frieden
Angela Wittwer
Michael Sieber