Winterdach im Strandbad: Hohe Investitions- und Betriebskosten für die Stadt

Winterdach im Strandbad: Hohe Investitions- und Betriebskosten für die Stadt

 

In diesen Tagen erhalten die Thuner Stimmberechtigten die Abstimmungsunterlagen zur Volksinitiative „Für das Erstellen eines Winterdachs im Strandbad Thun“. Im Hinblick auf die Abstimmung vom 9. Juni hält der Gemeinderat noch einmal fest: Die von den Initianten angestrebte Traglufthalle über dem 50-Meter-Becken wäre für die breite Bevölkerung unattraktiv und würde die Stadtfinanzen wegen der hohen Investitions- und Betriebskosten unverhältnismässig belasten. Sowohl ökologisch wie ökonomisch sinnvoller wäre, falls finanzierbar, ein späteres Definitivum mit einem 25-Meter-Hallenbad am selben Ort.  

 

Am 9. Juni stimmen Thunerinnen und Thuner über die Volksinitiative „Für das Erstellen eines Winterdachs im Strandbad Thun“ ab. In diesen Tagen erfolgt der Versand der Abstimmungsunterlagen. Der Thuner Gemeinderat hält bei dieser Gelegenheit noch einmal die wichtigsten Gründe fest, weshalb er die Initiative ablehnt – ebenso wie der Stadtrat, der mit 36 gegen 3 Stimmen ein Nein empfiehlt:

·         Die Investitionskosten von rund 1,75 Mio. Franken für ein Provisorium  sind angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt Thun und der sehr hohen übrigen gesamtstädtischen  Investitionen bis 2016 – u.a. auch im Strandbad – zu hoch. Erst nach der etwa 2017 abgeschlossenen Sanierung der Kunsteisbahn kann eine weitere Grossinvestition im Sport- und Bewegungsbereich geprüft werden. Wenn die Stimmberechtigten das Anliegen der Initiative realisieren wollen, sind andere grosse Investitionen in Frage gestellt.

·         Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie (Studie Kannewischer) hält fest, dass die von den Initianten geschätzten Ertragsprognosen deutlich zu hoch sind und dass mit einem namhaften jährlichen Defizit zu rechnen ist. Auch die Betriebskosten beziffert die Studie höher als die Initianten.

·         Eine dauerhafte 25-Meter-Hallenbad-Lösung wäre langfristig sinnvoller, sowohl ökologisch wie auch wirtschaftlich. Ein solches Definitivum wird auch nach einem Nein zu einem Winterdach-Provisorium weiter angestrebt. Auch hier müsste aber zuerst die Finanzierung sichergestellt sein.

·         Der Energieverbrauch einer Traglufthalle beträgt auch heute noch ein Mehrfaches eines Hallenbades.Eine solche Lösung würde der als Energiestadt zertifizierten Stadt Thun schlecht anstehen.

·         Für Familien und Freizeitschwimmer wäre eine Traglufthalle über dem 50-Meter-Schwimmbecken mit beheizten Containern für Garderoben und Duschen wenig attraktiv.

 

Der Gemeinderat anerkennt das grundsätzliche Bedürfnis nach einer zusätzlichen Schwimmmöglichkeit im Winter, lehnt aber das von den Initianten angestrebte Provisorium aus finanziellen und ökologischen Gründen ab.

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Gemeinderätin Ursula Haller, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur (BiSK), Tel. 033 225 83 93

 

  • Stadtpräsident Raphael Lanz, Vorsteher der Direktion Präsidiales und Finanzen, Tel. 033 225 82 15

 

Thun, 14. Mai 2013