Gwattmoos: Stadt und Pro Natura weihen aufgewerteten Lebensraum ein

Heute Freitag, 31. Mai weihen die Stadt Thun und Pro Natura ein neues Naturgebiet ein: Das Gwattmösli an der Grenze zu Spiez.  Ein offener Bachlauf, ein grosser Weiher sowie zahlreiche Kleingewässer für Amphibien prägen das Gelände. Es wurden Sträucher und Bäume  in diesem Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung gepflanzt und viele Kleinstrukturen geschaffen. Auch Freiwillige und eine Schulklasse kamen zum Einsatz. Die Stadt Thun und die Firma Frutiger AG beteiligten sich im Rahmen der Bauarbeiten an der teilweisen Altlastensanierung.

 

Im Süden der Stadt Thun, an der Grenze zur Gemeinde Spiez, besitzt Pro Natura Bern das Naturschutzgebiet Gwattmösli. Seit August 2011 stellt die Stadt Thun Pro Natura Region Thun zusätzliche 1,5 Hektaren, die an das Gwattmösli angrenzen, in einem unentgeltlichen Baurecht zur Verfügung. Nach intensiver Planung und einem Baubewilligungsverfahren begann Pro Natura Region Thun im vergangenen Winter, das Terrain zu renaturieren und ökologisch aufzuwerten. Heute Freitag, 31. Mai, ist es so weit: Pro Natura lädt Vertreterinnen und Vertreter der Stadt sowie zahlreiche Gäste zur „Gelbbauchunken-Libellen-Eröffnungsparty“ ins Gwattmoos ein.

 

Reich strukturierter Lebensraum für Amphibien und Libellen

Ziel der vorerst abgeschlossenen Renaturierung war es, den auf dem Gwattmoos lebenden Amphibien und Libellen einen reich strukturierten, erweiterten Lebensraum zu schaffen. Die Massnahmen wurden ganz auf die Ansprüche der Gelbbauchunke sowie einiger Libellenarten ausgerichtet.  Nötig waren auch ein umfassender Holzschlag mit der Auslichtung des Waldrandes und die Verlegung des Steinhaufengräblis, eines kleinen Baches, der nun offen über die Parzelle fliesst. Ein grosser Weiher sowie Klein- und Kleinstgewässer bieten der Gelbbauchunke und zahlreichen weiteren Amphibien Lebensraum. Auf dem ganzen Areal wurden gegen 300 einheimische Sträucher, Wildrosen und weitere Dornengewächse gepflanzt sowie eine Blumenmischung eingesät. Anfang Mai packten auch 16 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse des Neufeldschulhauses mit an: Sie pflanzten eine Feldulme, eine Wildkirsche, eine Stieleiche und einen Wildapfelbaum. Spendiert hatte diese Bäume die Stadt Thun zum 40. Geburtstag von Pro Natura Region Thun im Jahr 2012.  In den letzten Tagen wurde das Areal eingezäunt. Es soll dereinst beweidet werden.

 

Das Renaturierungsprojekt wurde durch den Förderfonds der Energie Thun AG, den Lotteriefonds des Kantons Bern, die Stotzer Kästli Stiftung sowie Pro Natura finanziert. Die Kosten für die Sanierung der Altlasten wurden durch die Stadt Thun und die Firma Frutiger AG übernommen.

 

Stadt hat Land erworben, um Naturschutzgebiet zu erhalten

2004 hatte  die Stadt Thun die Parzelle (Nr. 863), ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, für 980‘000 Franken von der heutigen Frutiger AG Immobilien (damals Fimo Promotions AG) erworben. Die rund 1,5 Hektaren grosse Fläche lag in den folgenden Jahren brach, bis die Stadt Thun im Jahr 2011 mit Pro Natura einen Baurechtsvertrag über 30 Jahre abschloss. Damit wurde der Naturschutzorganisation freie Hand für die Gestaltung der Fläche zu Gunsten von Fauna und Flora gegeben. „Ausdrücklicher Zweck des damaligen Landkaufs war, das Naturgebiet zu erhalten“, blickt Gemeinderat Roman Gimmel, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, auf den damaligen „finanziellen Kraftakt“ zurück. 2005 wurde Bodenmaterial, das durch einen Kugelfang eines früheren 50-Meter-Schiessstandes kontaminiert worden war, entfernt. Den Hauptteil der Sanierungskosten von 130‘000 Franken übernahm die Frutiger AG.

 

„Paradies für Unken und Libellen“

„Ich bin sehr glücklich, dass wir diese Fläche von der Stadt übernehmen und aufwerten konnten und damit als wertvollen Lebensraum den stark geschützten Amphibien und vielen weiteren Tieren und Pflanzen zur Verfügung stellen können“, sagt die Initiantin und frühere Präsidentin von Pro Natura RegionThun, Verena Wagner. Für Gemeinderat Roman Gimmel ist das neue Naturgebiet ein „Paradies für Unken und Libellen und nach der Renaturierung des Allmendingenbächlis ein weiterer grüner Meilenstein“.

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Roman Gimmel, Gemeinderat, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, Tel. 077 405 48 18
  • Verena Wagner, Pro Natura Region Thun und Pro Natura Bern, Tel. 079 622 50 79
  • Urs Neuenschwander, Leiter Marketing und Vertrieb Energie Thun AG, Tel. 033 225 66 91
  • Frutiger AG, Thun, Hans Amort, Tel. 033 266 66 26

 

 

Thun, 31. Mai 2013