Zonenplanänderung für Weststrasse Süd liegt ab 13. Juni auf

Ende 2011 konnte sich die Bevölkerung zu einer geplanten Gewer-be-, Dienstleistungs- und Wohnüberbauung auf dem Areal West-strasse Süd gegenüber dem Stadion Thun äussern. Nun liegt die entsprechende Zone mit Planungspflicht (ZPP) ab 13. Juni öffentlich auf. Entstehen soll in Längsbauten entlang der Weststrasse  ge-genüber dem Stadion ein regionaler Arbeitsschwerpunkt mit wenig Verkehr auslösenden Betrieben und Wohnungen. Angestrebt wird auch, Autohäuser aus dem Raum Gwatt hier in einer „Automeile“ anzusiedeln und so in Seenähe neuen Raum für attraktive Woh-nungen zu schaffen. Im Osten des Areals Weststrasse Süd sind ein Stützpunkt für Rettungsdienste sowie eine allfällige Schul-raumerweiterung vorgesehen. Eine grosszügige öffentliche Grün-anlage im Süden wird das nahe Neufeld-Wohnquartier von den Neubauten abgrenzen. In deren Ausgestaltung sind Anliegen der Quartierbewohner eingeflossen, die sie in Workshops äusserten. Am Dienstagabend, 18. Juni findet im Freienhof-Saal eine öf-fentliche Orientierung statt.

Auf einem insgesamt 6,7 Hektaren grossen Areal an der Westrasse in Thun Süd soll eine Überbauung mit Gewerbe- und Dienstleistungsbe-trieben sowie – untergeordnet – auch Wohnungen entstehen. Geplant ist zudem im östlichen Bereich ein Feuerwehr- und Rettungsstützpunkt. Damit soll auf der gegenüberliegenden Seite des Fussballstadions ein regionaler Arbeitsschwerpunkt entstehen, der wenig Verkehr verursacht. Zugleich soll eine städtebaulich attraktive Stadteinfahrt entstehen. Die Neubauten werden, getrennt durch einen grosszügigen Grünraum, auch als Lärmschutz gegenüber dem benachbarten Neufeldquartier wirken.

Ende 2011 führte die Stadt eine öffentliche Mitwirkung zur geplanten Zonenplanänderung durch. Unter den insgesamt 68 eingereichten Stel-lungnahmen stammten 23 von direkt betroffenen Anwohnenden und 14 von politischen Parteien und Organisationen (s. Communiqué vom 3. Mai 2012). Nachdem die Planung nun, gestützt auf die Mitwirkung und die kantonale Vorprüfung, angepasst worden ist, liegt sie vom 13. Juni bis 22. Juli öffentlich auf (s. Kasten). Am Dienstagabend, 18. Juni findet dazu im Hotel Freienhof eine öffentliche Orientierung statt (s. Kasten).

Partizipativer Prozess mit Anwohnenden
Während Parteien und Organisationen die Planung grundsätzlich be-grüssten, hatten sich vor allem Quartierbewohner teilweise kritisch ge-äussert. Insbesondere befürchteten sie Lärm durch die rückwärtige Erschliessungsstrasse und durch die neuen Nutzungen. Sie wünschten deshalb, dass die Erschliessungsstrasse zum Gewerbebau auf der Seite der Weststrasse verlaufe. Nach der Mitwirkung und einem Orien-tierungsabend im Quartier führte ein externer Moderator mit 26 Anwoh-nerinnen und Anwohnern des Neufeldquartiers zwei Workshops durch, um in einem partiziptativen Prozess verschiedene Anliegen zum rück-wärtigen öffentlichen Grünraum zu konkretisieren. Dazu gehörte, dass dieser gut einsehbar sein solle, primär den Quartierbewohnern dienen, keine Nischen aufweisen, Möglichkeiten für Naturerlebnisse bieten, aber nicht mit Bänken und Tischen ausstaffiert werden solle. Zudem wünschten die Anwohnenden, dass der Grünraum als Sicht- und Lärm-filter gegenüber der Gewerbeüberbauung wirken werde.

ZPP aufgrund der Mitwirkung angepasst
Die Direktion Stadtentwicklung mit dem Planungsamt als federführen-der Abteilung hat die ZPP nun gegenüber der Mitwirkungsvorlage im Wesentlichen in folgenden Bereichen angepasst:

Grünraum: Auf die Anwohner-Anliegen kann in allen Punkten eingegangen werden. Einzig die Linienführung einer Fussgän-ger- und Radverbindung Richtung Weststrasse und Stadion steht noch nicht fest. Sie ist eine der zu lösenden Fragen eines laufenden Landschaftsarchitektur-Wettbewerbs.

Erschliessung: Die Verkehrserschliessung des Areals ist wei-terhin – über eine Abzweigung von der Weststrasse her – im Süden auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes vorgesehen. Eine entsprechende Überprüfung durch Verkehrsexperten zeigte, dass eine Erschliessung entlang der Fassade an der Weststrasse zu wenig Stauraum auf dem Areal bieten könnte. Zudem würden die Neubauten mit einer Zufahrt entlang der Weststrasse zu nahe an die Neufeld-Wohnsiedlung gerückt.

Nutzung des Geländes: Da dieser Standort aus übergeordne-ter Planungssicht ein regionaler Arbeitsschwerpunkt ist, wird eine minimale Geschossfläche von 30‘000 Quadratmetern festgelegt. Dies ist auch im Interesse einer haushälterischen Bodennutzung. Der mögliche Anteil Wohnungen wird gegen-über der Mitwirkungsvorlage mit maximal 40 Prozent ebenfalls präzisiert.

Detailhandel: Um insbesondere den Anliegen der Innenstadt-Geschäfte entgegen zu kommen, sollen keine Lebensmittelge-schäfte betrieben werden dürfen. Der übrige Detailhandel darf höchstens 4'500 Quadratmeter der Geschossflächen bean-spruchen, was  einem Anteil von etwa 10 Prozent  entspricht. Um Lärmimmissionen gegenüber dem Wohnquartier zu ver-meiden, darf auch kein Drive-In-Betrieb realisiert werden.

Vorhaben stimmt mit regionaler Planung überein
Die Überbauung Weststrasse Süd ist mit dem vom Kanton genehmig-ten Regionalen Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept (RGSK) abge-stimmt, entspricht den Stossrichtungen des neuen Raumplanungsge-setzes sowie der Strategie Stadtentwicklung des Gemeinderates. Die Stadtregierung sieht eine grosse Chance darin, dass heutige Autohäu-ser entlang der Gwattstrasse nach Thun Süd zügeln würden. Hier könnte eine dank der nahen Autobahn gut gelegene Automeile entstehen. Im Gwatt würden dadurch ideale, attraktive Lagen für Wohnungen frei. 

Stadt wird für Planungsmehrwert entschädigt
Der Planungsmehrwert, den die Grundeigentümer durch die Umzonung des Landes erzielen, wird in Anwendung der entsprechenden städti-schen Verordnung mittels Vertrag zugunsten der Stadt ausgeglichen.

Stadtrat befindet im Herbst über die Planung
Parallel zur öffentlichen Auflage werden die Aussenraum- sowie die Gebäudegestaltung in separaten, die Qualität sichernden Verfahren weiterbearbeitet und voraussichtlich im Spätsommer der Öffentlichkeit präsentiert. Im Herbst wird der Stadtrat über die Zone mit Planungs-pflicht befinden. Falls dieser zustimmt und kein Referendum ergriffen wird, kann die künftige Bauherrschaft Bauherrschaft frühestens ab Frühjahr 2014 ein Bauprojekt für eine erste Etappe auflegen.

Private Investoren und

Burgergemeinde Thun als Grundbesitzer

Künftige Grundbesitzer des grösseren Teils des Areals Weststrasse Süd sind die privaten Investoren ARCO Real Estate Development SA mit Sitz in Vevey (VD) und die West Development AG (Bern). Sie haben mit zwei Erbengemeinschaften Kaufrechts-Verträge für ca. 5 Hektaren Land in der Landwirtschaftszone abgeschlossen. Ganz im Westen des Gesamtareals ist  die Stadt Eigentümerin von 0,6 Hektaren Land, welches ebenfalls an die Investoren verkauft werden soll. Im östlichen Teil besitzt die Burgergemeinde Thun 1,1 Hektaren. Auf deren Parzelle, die an die Tennishalle angrenzt, soll der Stützpunkt für Feuerwehr und Rettungsdienste  realisiert sowie Platz für eine allfällige Schulraumerweiterung beibehalten werden. Die Parzelle der Burgergemeinde liegt heute in einer Zone für öffentliche Nutzungen.

 

18. Juni: Orientierungsabend im „Freienhof“

Am Dienstagabend, 18. Juni um 19.30 Uhr findet im grossen Saal des Hotel-Restaurants Freienhof in Thun ein öffentlicher Orientierungsabend zur Planung Weststrasse Süd bzw. zur Auflage der ZPP statt. Referieren und Fragen beantworten werden Gemeinderätin Marianne Dumermuth, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, Stadtpräsident Raphael Lanz, Stadtplaner Hansueli Graf und Reto Giovanelli, Architekt und Planer GWJ Architektur AG, Bern. Dauer: bis ca. 21 Uhr.

 

Unterlagen liegen an Industriestrasse 2 auf

Die Unterlagen für die „Zone mit Planungspflicht (ZPP) A I Weststrasse Süd“ werden von Donnerstag, 13. Juni bis Montag, 22. Juli 2013 öffentlich aufgelegt. Sie können im Erdgeschoss der Stadtverwaltung an der Industriestrasse 2 in Thun jeweils von Montag bis Freitag, 08.00 bis 11.45 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr – am Freitag bis 16.00 Uhr - eingesehen  werden. Allfällige Einsprachen und Rechtsverwahrungen sind innerhalb der Auflagefrist, bis spätestens Montag, 22. Juli 2013, schriftlich und begründet an den Gemeinderat der Stadt Thun, Stadtkanzlei, Rathaus, 3602 Thun zu richten.

Für Auskünfte steht das Planungsamt der Stadt Thun gerne zur Verfügung (Tel. 033 225 83 76). Für persönliche Auskünfte an der Industriestrasse wird um Voranmeldung gebeten.

 

Weitere Informationen: www.thun.ch/weststrasse-sued

Auskünfte an die Redaktionen

  • Marianne Dumermuth, Gemeinderätin, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, Tel. 033 225 85 59
  • Hans-Ueli Graf, Stadtplaner, Tel. 033 225 83 76
  • Reto Giovanelli, Architekt und Planer GWJ Architektur AG, Bern, Tel. 031 340 81 45

Thun, 11. Juni 2013