Thun-Panorama: Erweiterung und Restaurierung beginnen

Das Thun-Panorama, das weltweit einzigartige und älteste erhaltene Rundbild,  auf dem das Alltagsleben in Thun vor 200 Jahren zu sehen ist, soll gegenüber bisher wesentlich wirkungsvoller inszeniert werden. An seinem Standort in einem Rundbau im Thuner Schadaupark erhält es unter anderem einen modernen Anbau mit neuem Eingangsbereich, Kasse und Shop sowie zusätzliche Ausstellungsfläche. Die Restaurierung des Riesengemäldes wird das Publikum mitverfolgen können. Saniert und mit einer Dauerausstellung ergänzt wird auch der über 50-jährige Rundbau. Heute Dienstag feiern Behörden und Gäste den Beginn der Arbeiten mit dem Spatenstich. Etwa in einem Jahr wird das Thun-Panorama wieder öffentlich zugänglich sein.

 

Das Thun-Panorama im Schadaupark, das rund 40 Meter lange und sieben Meter hohe, weltweit einzigartige und älteste erhaltene Rundgemälde von Marquard Wocher, das den Thuner Alltag um 1800 zeigt, wird neu und attraktiver inszeniert. Heute Dienstag, 2. Juli, feiern Vertreterinnen und Vertreter der Stadt als Bauherrin, der Gottfried-Keller-Stiftung als Eigentümerin des Gemäldes, des Kantons, der Donatoren  des Fördervereins Kunstmuseum Thun mit Gästen den Beginn der Bau- und Restaurationsarbeiten.

 

Neuer Anbau, neuer Eingangsbereich, Dauerausstellung

Nachdem im Sommer 2012 sämtliche Kredite durch Gemeinderat und Stadtrat bewilligt waren, konnte im Frühjahr 2013 die Baubewilligung erteilt werden. Vorgesehen ist, in einem Erweiterungsbau einen attraktiven Eingangsbereich, einen Shop, ein Bistro, einen multifunktionalen Raum für Ausstellungen, Vorträge oder Workshops sowie Toiletten zu realisieren. Realisiert wird das Siegerprojekt „Hiroba“ des Luzerner Architekturbüros Graber & Steiger, das einen 2009 durchgeführten Studienwettbewerb gewann.  Im unteren Teil des bestehenden Rundbaus wird eine Dauerausstellung zu historischen Hintergründen eingerichtet. Die baugeschichtlich wertvolle Rotunde des damaligen Stadtbaumeisters  Karl Keller aus dem Jahr 1960 wird sanft renoviert, das 200-jährige Rundbild fachgerecht durch Restaurator Michael Fischer und sein Team instand gestellt. Ermöglicht werden diese Restaurationsarbeiten durch namhafte Spenden, die der Förderverein Kunstmuseum Thun gesammelt hat (siehe Kasten). Aus dem Lotteriefonds trägt der Kanton rund einen Drittel der Baukosten. Die Wiedereröffnung des aufgefrischten und erweiterten Thun-Panoramas ist für Frühling oder Sommer 2014 vorgesehen. Mittel- und langfristig soll die Besucherzahl des durch das Kunstmuseum Thun betreuten Rundgemäldes von heute etwa 7000 pro Jahr noch gesteigert werden.

 

„Auch im Bewusstsein der Thuner besser verankern“

„Das Thun-Panorama soll wesentlich bekannter werden. Zu wenige wissen, dass es das älteste erhaltene Panorama der Welt ist“, hält Gemeinderätin Ursula Haller, Kulturministerin und Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur der Stadt Thun, fest. „Auch im Bewusstsein der Thunerinnen und Thuner soll es“, so Ursula Haller, „noch besser verankert werden.“ Das erneuerte Thun-Panorama wird ein Element der Thuner „Kulturmeile“ mit dem Uferweg am Schifffahrtskanal, der Kirche Scherzligen, dem Schadaupark mit dem Schloss Schadau, dem Schweizerischen Gastronomiemuseum,  der Hotelfachschule Thun, dem Kultur- und Kongresszentrum (KKThun) sowie dem Bonstettenpark an der Grenze zur Gemeinde Spiez sein.

 

„Ungewöhnlich hohe bauliche Anforderungen“

Für das Bauliche verantwortlich ist das Amt für Stadtliegenschaften von Gemeinderat Roman Gimmel, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften. „Sowohl dieser Anbau wie auch die Sanierung der Rotunde stellen ungewöhnlich hohe bauliche Anforderungen“, erläutert er. Er weist darauf hin, dass das Gebäude in Ufernähe und damit an einem heiklen Ort steht, wo das See- und Flussufergesetz gilt. „Auch architektonisch stellen sich Herausforderungen“, fügt Roman Gimmel an, „gilt es doch den bestehenden Rundbau mit dem Anbau zu ergänzen, ohne ihn zu konkurrenzieren. Bautechnisch muss beim Einbau der  Erdbebenertüchtigungsmassnahmen darauf geachtet werden, dass das Bild keinen Schaden nimmt.“

 

Schaurestauration ab Frühling 2014

Da eine Demontage des Gemäldes technisch und baulich zu komplex wäre, erfolgt die Restauration vor Ort in der Rotunde. Eine Besonderheit wird sein, dass das Publikum wird mitverfolgen können, wie der Restaurator Michael Fischer und sein Team arbeiten. Diese öffentliche Schaurestaurierung wird voraussichtlich  ab Frühling 2014 angeboten. Im Anbau wird eine Ausstellung zur Architektur des Thun-Panoramas sowie zu den Architekten Graber & Steiger zu  sehen sein. Über die Details wird die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informiert.      

 

Städtische Baukredite, private Spenden

und Lotteriefonds-Beitrag

 

Insgesamt wird die Neuinszenierung des Thun-Panoramas rund 3,3 Mio. Franken kosten. Davon bewilligte der Thuner Stadtrat vor einem Jahr 1.9 Mio. für den neuen Anbau, die Sanierung der Rotunde und die Restauration des Gemäldes. Der Gemeinderat sprach rund 1,4 Mio. als gebundene Ausgabe für den baulichen Unterhalt. Doch unter dem Strich wird das Vorhaben die Stadt Thun dank einem Kantonsbeitrag und Zuwendungen von Dritten nur etwa die Hälfte kosten, nämlich 1.6 Mio. Franken: Der Förderverein Kunstmuseum Thun sammelte bei Privaten und Firmen insgesamt 595‘000 Franken an die Restauration des Rundgemäldes und übertraf damit das ursprüngliche Sammelziel von 360‘000 Franken deutlich. Dazu kamen 100‘000 Franken von der UBS Kulturstiftung an die Kosten für den Anbau. Im Weitern bezahlt der Kanton Bern aus dem Lotteriefonds 970‘000 Franken an das Gesamtprojekt.

 

 

 

Aeschi-Panorama bis im August

im Rathaus Thun ausgestellt

 

Ein 12 Meter langes Landschaftspanorama, das einen eindrücklichen Rundblick von Aeschi aus zeigt, schufen die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse der Primarschule Dorf in Aeschi ob Spiez. Nun ist das Werk bis nach den Sommerferien im Parterre des Thuner Rathauses öffentlich ausgestellt. Während eines Jahres bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler das Thema Panorama. Im ersten Quartal schufen sie ihr eigenes Rundbild, inspiriert durch das Thun-Panorama und begleitet durch den Künstler Dan Reusser sowie der Kunstvermittlerin Sara Smidt vom Kunstmuseum Thun. Es zeigt den Blick vom „schönsten Bänkli im Berner Oberland“ oberhalb von Aeschiried. In jedem Quartal besuchten sie das Thun-Panorama. Im letzten Quartal erfanden sie, nach einem Stadtrundgang mit dem früheren Stadtarchivar Jon Keller und begleitet von Tabea Steiner, Geschichten. Diese nahmen sie auf Tonband auf. Die Klasse und ihre Lehrerinnen Nicole Grossen und Andrea Weibel wurden für dieses Projekt von der Erziehungsdirektion des Kantons Bern im Rahmen des Wettbewerbs „tête-à-tête“ ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von 18‘000 Franken belohnt. 

   

Aeschi-Panorama im Parterre des Rathauses Thun: bis 11. August 2013, Montag bis Donnerstag 08.00 bis 11.45 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr, Freitag 08.00 bis 11.45 Uhr und 13.30 bis 16.00 Uhr.

 

 

Weitere Informationen:

 

 

 

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Gemeinderätin Ursula Haller, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur, Tel. 033 225 83 93 oder 079 330 72 60
  • Gemeinderat Roman Gimmel, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, Tel. 077 405 48 18
  • Helen Hirsch, Direktorin des Kunstmuseums Thun,
    Tel. 033 225 84 87

 

 

Thun, 2. Juli 2013