"Midnight Thun" bewährte sich und wird bis Frühjahr 2014 weiter geführt

Das Jugendprojekt "Midnight Thun" ist erfolgreich angelaufen – an den 16 Veranstaltungen der viermonatigen Pilotphase  fanden sich an jedem Abend durchschnittlich 30 Jugendliche in der Progymatte-Turnhalle ein. Deshalb steht diese ab kommenden Oktober bis April nächsten Jahres wiederum jeden Samstagabend für Jugendliche offen, die sich bei Sport, Spiel und Musik treffen wollen. Einer entsprechenden Verlängerung der Pilotphase hat der Thuner Gemeinderat zugestimmt.

 

Unter dem Motto „Midnight Sports“ bzw. „Midnight Thun“ konnten Thuner Jugendliche im vergangenen Winter den Samstagabend in der Turnhalle verbringen anstatt draussen auf der Strasse. An insgesamt 16 Veranstaltungen war die Progymattehalle für Bewegung, Begegnung und Musik geöffnet. Eine vom Gemeinderat bewilligte Pilotphase dauerte von Oktober 2012 bis Februar 2013. Das Angebot richtete sich an Thuner Jugendliche zwischen der 7. Klasse und 17 Jahren. Ingesamt 240 von ihnen nahmen teil, durchschnittlich fanden sich jeden Abend knapp 30 in der Turnhalle ein.

 

Positive Bilanz nach dem Pilotversuch

Nach Auswertung der Erfahrungsberichte der Stiftung „idée:sport“ und der Rückmeldungen der Schulleitungen beurteilt der Gemeinderat das Angebot positiv und will es deshalb weiter führen. „Diese Pilotphase hat gezeigt, dass unter den Thuner Jugendlichen ein Bedürfnis besteht nach einem kostenlosen, regelmässigen, sportlich geprägten Angebot, sich zu treffen“, sagt Gemeinderätin Ursula Haller, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur der Stadt Thun. Ernsthafte Zwischenfälle habe es keine gegeben. Der Gemeinderat hat nun die Durchführung einer zweiten „Midnight-Sports“-Saison beschlossen, aber nochmals in Form eines Pilotprojektes. Ursula Haller: „Wir wollen diese Phase nutzen, um eine geeignete Trägerschaft zu suchen und die notwendige Finanzierung sicherzustellen.“ „Midnight Thun“ startet wiederum nach den Herbstferien am 19. Oktober und dauert voraussichtlich bis im April 2014.

 

Einbezug der Jugendlichen

Ein Team aus meist drei Erwachsenen und fünf bis sechs Jugendlichen betreute die Turnhalle jeden Samstagabend. Gemeinsam bereiteten sie diverse Aktivitäten vor: Volleyball und Fussball, Minitrampolin und Geschicklichkeitsspiele. Mehrere Vereine wie Wacker Thun und der FC Thun besuchten die Midnight-Anlässe und zeigten den Jugendlichen ihr Können. Zum Abschluss der Pilotphase gab es eine Disco im Geräteraum. Einer der jugendlichen "Coaches" legte an den Abenden jeweils seine Musik auf. Gemeinsam bereitete das Hallenteam die Veranstaltungen vor, setzte die Regeln durch und reinigte die Halle. Zu den Regeln gehörte auch ein Rauch- und Alkoholverbot. Auch im Aussenbereich der Turnhalle war das Team präsent, damit die Anwohnerschaft möglichst von Lärm verschont blieb. Hier konnten die anfangs unerfahrenen "Junior Coaches" auf die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei und mit der privaten Firma Hundesecurity zählen.

 

"Chance für die Eltern"

Samuel Mettler, Projektkoordinator der Stiftung idée:sport, die die Veranstaltungen schweizweit und in Thun organisiert, ist ebenfalls zufrieden, besonders mit den jungen Coaches. "Sie identifizieren sich mit dem Projekt und können zu den Teilnehmenden Beziehungen aufbauen. Das ist die wichtigste Grundlage für wirkungsvolle Jugendarbeit." Für Mettler ist das Projekt zudem eine Chance für die Eltern: "Midnight Sports gibt ihnen einen Anlass, mit den Jugendlichen den Ausgang zu verhandeln. Nicht alle dürfen schon in der 7. Klasse bis um Mitternacht draussen bleiben. Hier müssen die Eltern Abmachungen treffen." Das habe in der Pilotphase gut funktioniert. Mettler: "Die jüngeren Jugendlichen haben die Halle jeweils gegen 23 Uhr verlassen."

 

Unterstützung durch Organisationen, Kirchen und Firmen

Die Stadt lancierte „Midnight Thun“, das seit 2008 auch in zwei stadträtlichen Vorstössen angeregt wurde, gemeinsam mit der Stiftung idée:sport, dem früheren "Förderverein Midnight Projekte Schweiz". "idée:sport" realisiert die offenen Turnhallen seit 1999 erfolgreich in bisher 130 Turnhallen in der Schweiz - im Kanton Bern bereits in sieben Gemeinden. Finanziert wird das Angebot in Thun aus dem Amtsanzeigerfonds der Stadt Thun. Die erste Projektphase kostete insgesamt 30‘000 Franken, die zweite ist mit 34‘000 Franken für 23 Veranstaltungen budgetiert. Ideell und/oder finanziell unterstützen nebst der Stadt Thun und „idée:sport“ auch die Arbeitsgruppe Thun der Jugendkonferenz Berner Oberland (Jukon), Sport Thun, der FC Thun, die Soroptimists Thun, die Katholische Pfarrei St. Martin Thun, die reformierten Kirchgemeinden Thun-Stadt und Thun-Strättligen, die Zaugg Bau AG, die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) und der Tabakpräventionsfonds des Bundes (BAG) das „Midnight Sports“-Projekt.

Informationen zu „Midnight Sports“

 

 

Auskünfte an die Redaktionen

  • Ursula Haller, Gemeinderätin, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur, Tel. 033 225 83 93
  • Elisabeth Gehrig, Amt für Bildung und Sport der Stadt Thun, Projektleiterin, Tel. 033 225 89 80
  • Samuel Mettler, Projektkoordination, Stiftung idée:sport, Tel. 031 311 72 70, berntest@ideesport.ch

 

Thun, 11. Juli 2013