Hohe Ozonbelastung: Stadt ruft zur Verminderung der Luftbelastung auf

Die laufende Schönwetterperiode führt zu wiederholten Überschreitungen der Ozongrenzwerte. Die Stadt Thun ruft die Bevölkerung deshalb dazu auf, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und auf unnötige luftbelastende Tätigkeiten zu verzichten.

 

Nur einmal pro Jahr dürfte der Ozon-Grenzwert überschritten werden. Doch allein seit Anfang Juli war dies in der Stadt Thun schon 58-mal (siehe Kasten) der Fall. Bei anhaltend schönem Wetter werden die Ozongrenzwerte diese Woche voraussichtlich wiederholt und deutlich überschritten werden. Die Stadtverwaltung Thun ruft die Bevölkerung deshalb zu umweltgerechtem Verhalten auf. „Luftverschmutzung macht krank, saubere Luft jedoch bedeutet ein wesentliches Stück Lebensqualität. Alle können etwas zur Reduktion der Ozonbelastung beitragen“, sagt Christoph Diez, Umweltbeauftragter der Stadt Thun. Nur eine konsequente Luftreinhaltepolitik von Bund, Kanton und Gemeinden könne hohe Ozonbelastungen langfristig vermindern. Lokale Verhaltensänderungen leisten gemäss Diez aber einen wichtigen Beitrag und dienen der Sensibilisierung.

 

Die zu erwartenden Werte sind zwar hoch, liegen aber noch weit unter den letzte Woche im Tessin gemessenen Werte von zeitweise über 210 Mikrogramm pro Kubikmeter.

 

Die Stadt Thun empfiehlt,

-           so oft wie möglich zu Fuss zu gehen, mit dem Velo zu fahren oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen,

-           unnötige Autofahrten zu vermeiden,

-           im Stand (z.B. vor Ampeln und Barrieren) den Motor abzustellen,

-           Fahrgemeinschaften zu bilden, statt allein in einem Auto zu fahren,

-           wenn Motorrad oder Roller benutzt werden müssen, dann am besten Zweiräder, welche mit Viertaktmotor und Katalysator oder Elektromotoren angetrieben werden,

-           lösemittelfreie oder lösemittelarme Produkte (Farben u.ä.) zu verwenden,

-           im Hobby- und Gartenbereich keine benzinbetriebenen Geräte zu benützen, sondern allenfalls solche mit elektrischem Antrieb.

 

Stadtverwaltung Thun ist bestrebt, Ozonbildung zu reduzieren

Zur Ozonbildung tragen vor allem die Vorläuferschadstoffe Stickoxide und flüchtige Kohlenwasserstoffe (VOC) bei. Diese entstehen in erheblichem Mass beim motorisierten Verkehr und bei gewerblich-industriellen Tätigkeiten. Die Stadtverwaltung Thun ist bei ihren eigenen Aktivitäten bestrebt, diese Schadstoffe zu reduzieren. So wurden zum Beispiel in den letzten Jahren konsequent verbrauchs- und abgasarme Fahrzeuge beschafft und bei Gebäudeneubauten und -sanierungen auf tiefen Energieverbrauch und auf schadstoffarme Materialien geachtet. Als neueres Beispiel sei der vermehrte Einsatz von elektrischen statt benzinbetriebenen Laubbläsern beim städtischen Tiefbauamt erwähnt. Luftreinhaltung und Klimaschutz sind Daueraufgaben, die nur mit Anstrengungen aller Beteiligten umgesetzt werden können. Der Schlüssel zur Reduktion der Umweltbelastung ist ein effizienter und sparsamer Ressourcenverbrauch und der Einsatz erneuerbarer, sauberer Energien.

 

Ozon-Grenzwert dürfte nur einmal jährlich überschritten werden

 

Der gesetzliche Grenzwert (Stundenmittelwert) von 120 Mikrogramm/m3 darf eigentlich nur einmal pro Jahr überschritten werden. Die automatische Messstation beim Thuner Pestalozzischulhaus registrierte dieses Jahr jedoch bereits einen maximalen Stundenmittelwert von 153 Mikrogramm/m3 und insgesamt 101 Grenzwertüberschreitungen. Sollte das hochsommerliche Wetter anhalten, so ist weiterhin mit einer erhöhten Ozonbelastung zu rechnen.

 

Ozon kommt zwar natürlicherweise in kleinsten Mengen in unserer Atemluft vor, doch in hohen Konzentrationen gefährdet es die Gesundheit. Das Reizgas ist Hauptbestandteil des Sommersmogs, gefährdet als Atemgift die Gesundheit und schädigt die Umwelt. Zu den Wirkungen gehören: Reizungen der Schleimhäute, Entzündungen der Atemwege und Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Hohe Ozonkonzentrationen treten typischerweise während sommerlicher Schönwetterperioden auf. Die Wirkung von Luftschadstoffen verstärkt sich bei starker körperlicher Anstrengung. Deshalb sind starke körperliche Anstrengungen bei hohen Luftbelastungen und grosser Hitze zu vermeiden.

 

Messwerte von Thun und Hintergrundinfos:

 

 

 

Auskünfte an die Redaktionen

 

·       Christoph Diez, Umweltbeauftragter, Tel. 033 225 84 75 

 

 

 

Thun, 22. Juli 2013