Bikesharing: Stadt Thun lanciert velospot

In der Stadt Thun startet im Spätsommer 2014 der Betrieb des Bikesharing-Systems velospot. An rund 20 automatischen Verleihstationen werden den Nutzer/innen insgesamt 120 Velos zur Verfügung stehen. Betreiberin ist das Schweizerische Arbeiterhilfswerk Bern, die Wartung der Velos wird durch die Arbeitsintegration der Stadt Thun sichergestellt.

 

Europäische Grossstädte wie Paris und London haben es vorgemacht, verschiedene Schweizer Städte haben es erfolgreich eingeführt, weitere testen es – auf den 1. September dieses Jahres zieht Thun nach: Ab dem Spätsommer 2014 wird ein Bikesharing-System mit vorerst rund 20 Stationen und insgesamt 120 Velos den Betrieb aufnehmen. Das von und für Biel entwickelte automatische Veloverleihsystem velospot bietet den NutzerInnen die Möglichkeit, an automatischen Stationen im Stadtgebiet mittels einer Chip-Karte ein Velo auszuleihen und an einer beliebigen Station wieder zurück zu geben. Die Kosten für ein Jahresabo werden voraussichtlich 60 Franken betragen, wobei die ersten 30 Minuten jeder Ausleihe jeweils inbegriffen sind.

 

Stadtverträglich, ökologisch und sozial

Der Thuner Gemeinderat ist überzeugt, dass das Projekt velospot einen wichtigen Beitrag für einen stadtverträglichen Verkehr leistet und die Attraktivität des Velos als Verkehrsmittel in der Stadt steigert. Neben der ökologischen beinhaltet das Projekt aber auch eine soziale Komponente: Betrieben wird das System vom SAH Bern. Der Regionalverein des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks SAH bietet erwerbslosen Menschen die Möglichkeit, Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln, die Arbeitsmarktfähigkeit zu verbessern und damit die Chancen für einen Wiedereinstieg in die Berufswelt zu erhöhen. Das Hilfswerk ist in Thun bereits seit längerer Zeit tätig und verfügt über eine eigene Werkhalle an der Industriestrasse. Wartung und Unterhalt der Veloflotte werden in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Arbeitsintegration der Stadt Thun sichergestellt. Nicht zuletzt erfüllt der Gemeinderat mit dem Projekt velospot auch eine Aufgabe aus dem Agglomerationsprogramm, das unter anderem die Förderung und den Ausbau umweltverträglicher Mobilitätsformen zum Ziel hat.

 

„Attraktives Mobilitätsangebot für Thunerinnen und Thuner“

Mit dem Projekt velospot will die Stadt Thun Menschen den Zugang zur Nutzung eines Velos ermöglichen, die sich bis anhin nicht per Velo fortbewegt haben. Ein eigenes Velo ist dafür nicht mehr notwendig, stehen doch ab Spätherbst 2014 rund 120 moderne, stets saubere und bestens gewartete Velos zur Verfügung. Gemeinderätin Marianne Dumermuth, als Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung für die Einführung des neuen Bikesharing-Systems verantwortlich, sagt: „Velospot dient auch Pendlern und Touristen, vor allem aber den Thunerinnen und Thunern, denen ein neues und attraktives Mobilitätsangebot zur Verfügung gestellt wird.“ Eine wichtige Zielgruppe sind zudem die Thuner Unternehmen, die mit velospot eine kostengünstige Alternative zu einer firmeneigenen Veloflotte erhalten.

 

Finanzierung über Förderfonds

Die Kosten für die erste Ausbauetappe von velospot belaufen sich auf rund 325‘000 Franken. Der grösste Teil der Investition (250‘000 Franken) wird über einen Fonds getätigt, der zwischen Stadtrat Thomas Hiltpold und der Bauherrschaft des Stadionneubaus in Thun Süd geäufnet wurde. Der Fonds steht für die Förderung von umweltfreundlichen Projekten zur Verfügung. Stadtrat Thomas Hiltpold liess sich zusammen mit Vertretern der Stadt Thun das System velospot vor Ort in Biel erläutern und zeigte sich begeistert: „Ich bin überzeugt, dass damit künftig ein wichtiger Beitrag zur Schadstoffreduktion einerseits und zur Förderung des Veloverkehrs andererseits geleistet werden kann.“

 

Die Stadt Thun stellt den Betrieb während der ersten drei Betriebsjahre mit einer jährlichen Defizitgarantie von 30‘000 Franken  sicher. Der spätere Betrieb wird kostenneutral geführt werden können. Ob und wie das System in Zukunft ausgebaut werden wird, entscheiden in erster Linie die Anzahl der Benutzungen und die Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer.

 

Einfache Technik

Um velospot in Betrieb nehmen zu können, sind nur wenige bauliche Massnahmen nötig: Die Verleihstationen bestehen im Wesentlichen aus konventionellen Veloständern und einem Sender- bzw. Empfänger, der via Handynetz mit den Velos und einem Server kommuniziert. Mittels einer Chipkarte kann das Fahrrad ausgeliehen und entriegelt werden. Das System velospot ist bereits in den Städten Biel, Neuenburg, Le Locle und La Chaux-de-Fonds sehr erfolgreich im Einsatz. Die Inbetriebnahme von velospot in Thun ist am 1. September 2014 geplant, der Aufbau der Stationen wird voraussichtlich im Juli und August erfolgen.

 

Weitere Infos: www.velospot.ch

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Gemeinderätin Marianne Dumermuth, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, 079 793 47 52
  • Christoph Kupper, Projektleiter Stadtplanung,
    Tel. 033 225 83 75

·         Barbara Geiser, Geschäftsführerin a.i. SAH Bern Tel: 031 380 64 72, barbara.geisertest@sah-be.ch

 

 

Thun, 14. März 2014

Benutzerin entriegelt mittels Chipkarte ein Fahrrad an einer velospot-Station.
Fahrzeuge an einer velospot-Station.
Chipkarte, Nahaufnahme.