Neue Leistungsverträge mit Thuner Kulturinstitutionen

Die vielfältige Kulturszene leistet einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität der Stadt und der Region Thun. Mit sieben Thuner Kulturinstitutionen sind nun im Zusammenhang mit dem total revidierten Kantonalen Kulturförderungsgesetz für die Jahre 2017 bis 2020 neue Leistungsverträge erarbeitet worden. Drei der Verträge hat der Gemeinderat genehmigt. Über die Verpflichtungskredite weiterer vier Institutionen befindet aufgrund der Beitragshöhe im Juni der Stadtrat.

 

Im Zusammenhang mit der Umsetzung des total revidierten Kantonalen Kulturförderungsgesetzes (KKFG) hat die Standortgemeinde Thun zusammen mit dem Kanton Bern und den Regionsgemeinden mit fünf Thuner Kulturinstitutionen neue Leistungsverträge für die Jahre 2017 bis 2020 erarbeitet. Es sind dies die Stadt- und Regionalbibliothek Thun, das Kunstmuseum Thun mit dem Thun-Panorama, das Schloss Thun, die Kunstgesellschaft Thun und die Schlosskonzerte Thun. Mit dem Thuner Stadtorchester und den Bachwochen Thun hat die Stadt ebenfalls Leistungsverträge ausgehandelt.

 

Die Verträge mit der Kunstgesellschaft, den Schlosskonzerten und den Bachwochen hat der Gemeinderat in eigener Kompetenz genehmigt. Die Verpflichtungskredite an die Stadt- und Regionalbibliothek, das Kunstmuseum und Thun-Panorama, die Stiftung Schloss Thun und das Thuner Stadtorchester liegen aufgrund der Beitragshöhe in Stadtratskompetenz. Die Kredite an die Bibliothek und das Kunstmuseum mit dem Thun-Panorama unterliegen zudem dem fakultativen Referendum.

 

Als zweite Standortgemeinde innerhalb der Region Thun hat die Gemeinde Oberhofen zusammen mit dem Kanton und den Regionsgemeinden einen Leistungsvertrag mit dem Schloss Oberhofen ausgearbeitet. Bei diesem Vertrag ist Thun in der Rolle einer Regionsgemeinde.

 

Stärkung der Kulturszene und des Standorts Thun

Das Kulturangebot unterstützt die Attraktivität und Ausstrahlung der Stadt Thun und ihrer Region. Die lokalen und regionalen Institutionen tragen viel zu einer lebendigen, vielseitigen und qualitätsvollen Kulturszene bei. Mit den neuen Leistungsverträgen kann den Institutionen verschiedener Sparten weiterhin eine längerfristige und sichere Planung ermöglicht werden. Damit wird im Rahmen der Legislaturziele 2015 bis 2018 auch dem Schwerpunkt 3 („Thun als Zentrum stärken“) weiter Rechnung getragen.

 

Das Legislaturziel 8 „Die regionalen Kulturinstitutionen der Stadt Thun sind durch den Kanton, die Stadt und die Regionsgemeinden getragen“ wird mit dem Abschluss der neuen Leistungsverträge erfüllt.

 

Entlastung für die Stadt

Gegenüber heute soll die Stadt Thun mit den neuen Leistungsverträgen um 135‘066 Franken entlastet werden. Dies insbesondere dank wegfallender Abschreibungen bei der Stadtbibliothek.

 

Die Regionsgemeinden sollen gemäss revidiertem Kulturförderungsgesetz mehrheitlich Beiträge in der Grössenordnung wie bisher leisten, der Kanton Bern wird mit zusätzlich 136‘600 Franken belastet. (Details zum neuen Kulturförderungsgesetz siehe Kasten unten.)

 

Die neuen Beiträge ab 2017

Für die drei Institutionen Kunstgesellschaft Thun, Schlosskonzerte und Stadtorchester sind keine Subventionserhöhungen ab 2017 vorgesehen. Die Kunstgesellschaft soll jährlich wiederum mit 145‘000 Franken für die Durchführung der Theatergastspiele unterstützt werden, die Schlosskonzerte mit 99‘000 Franken und das Stadtorchester mit 127‘000 Franken.

 

Leicht erhöhen will man die Zuwendungen an das Kunstmuseum und Thun-Panorama. Dies aufgrund des erweiterten Betriebs des Thun-Panoramas seit 2014. Neu erhalten die beiden Institutionen insgesamt 1‘422‘000 Franken, bisher waren es 1‘369‘000 Franken. Hierbei gilt es aber zu berücksichtigen, dass der gegenwärtig noch separat ausgewiesene Kantonsbeitrag an die Kunstvermittlung von jährlich 27‘000 Franken bereits in die neue Subvention eingerechnet ist.

 

Das Schloss Thun war bisher stark unterfinanziert. 2015 und 2016 erhielt bzw. erhält das Museum neben der Subvention von 180‘000 Franken einen zusätzlichen Beitrag von der Stadt Thun in der Höhe von 80‘000 Franken pro Jahr. Vorgesehen ist zudem, den Betriebsbeitrag ab 2017 auf 317‘000 Franken jährlich anzuheben. Damit soll dem professionell geführten und seit 2014 erweiterten Museumsbetrieb Rechnung getragen werden.

 

Ebenfalls stark unterfinanziert waren bis anhin die Bachwochen Thun. Die Konzertreihe fand bis 2015 jährlich statt, ab 2017 wechselt sie in den Zweijahresrhythmus. Die Bachwochen erhielten bisher 34‘000 Franken pro Jahr. Der Beitrag wird ab 2017 auf 90‘000 Franken pro Festival angehoben. Damit ist die Weiterführung des Festivals gesichert.

 

Das Schloss Oberhofen wird gegenwärtig durch seine Gemeinde mit einem Betriebsbeitrag von 90‘000 Franken unterstützt. Neu soll das Museum von der Standortgemeinde, den Regionsgemeinden und dem Kanton insgesamt mit 140‘000 Franken subventioniert werden.

 

Weiteres Vorgehen

Der Stadtrat Thun befindet an seiner Sitzung vom 3. Juni 2016 über die vier eingangs erwähnten Leistungsverträge. Den Regionsgemeinden werden die sechs Leistungsverträge Anfang Juni unterbreitet. Als letzte Instanz wird im Herbst der Regierungsrat des Kantons Bern darüber befinden.

 

Neuerungen durch das revidierte Kulturförderungsgesetz (KKFG)

Neue „Spielregeln“ für die Beitraggeber

Das neue Kantonale Kulturförderungsgesetz (KKFG) bringt ein neues, klar definiertes und in drei Kategorien unterteiltes Finanzierungsmodell. Die Kulturinstitutionen werden entweder gemeinsam durch die Standortgemeinde, die Regionsgemeinden und den Kanton Bern (regionale Kulturinstitutionen) oder ausschliesslich durch die Standortgemeinde (lokale Kulturinstitutionen) finanziert. Die dritte Kategorie umfasst die Kulturinstitutionen von nationaler Bedeutung. Diese werden vollumfänglich oder hauptsächlich durch den Kanton Bern subventioniert.

Ebenfalls neu ist der klar festgelegte Kostenteiler der Betriebsbeiträge an die durch alle drei Subventionsgeber finanzierten Kulturinstitutionen. Weiter werden sämtliche Gemeinden im Kanton Bern verpflichtet, Beiträge an die regionalen Kulturinstitutionen zu leisten.

 

Neue Organisation der Regionsgemeinden

Das Gesetz gibt weiter vor, dass die Regionsgemeinden in einer Regionalkonferenz organisiert sein müssen. Wo eine solche nicht existiert, musste ein Gemeindeverband gegründet werden.

In Thun Oberland West hat das Volk im Jahr 2010 die Regionalkonferenz abgelehnt. Der Verein Regionale Kulturkonferenz Thun mit seinen 37 Gemeinden blieb deshalb weiterhin bestehen. Er wird per Ende 2016 aufgelöst. Nachfolgeorganisation ist der im November 2015 gegründete und 32 Gemeinden umfassende Gemeindeverband Kulturförderung Region Thun.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Gemeinderat Roman Gimmel, Vorsteher Direktion Bildung Sport Kultur, Tel. 077 405 48 18.
  • Marianne Flubacher, Leiterin Kulturabteilung, Tel. 033 225 83 96.

 

 

Thun, 13. Mai 2016

 

Beilage:

Stadtratsbericht Kantonales Kulturförderungsgesetz, inkl. neue Leistungsverträge (Stadtratssitzung vom 3. Juni)