Die Asylkoordination Thun soll in einen regionalen Verein überführt werden

Die anhaltenden Flüchtlingsströme stellen den Bund, die Kantone und Gemeinden vor grosse Herausforderungen. Die Asylkoordination Thun (AKT) kommt aufgrund der steigenden Asylgesuche an ihre Grenzen. Deshalb hat der Gemeinderat Thun die Abteilung Soziales damit beauftragt, die Asylkoordination Thun von einer städtischen Dienststelle in einen regionalen Verein zu überführen. Dadurch soll unter anderem die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden optimiert werden.

 

Die Krisenherde am Golf, im Hindukusch und am Horn von Afrika halten weiter an, was auch in den kommenden Monaten viele Menschen zur Flucht zwingen wird. Auch die Stadt Thun und das Berner Oberland müssen vorderhand mit hohen Zuweisungsquoten von Asylsuchenden rechnen.

Für die Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden im Berner Oberland ist die Asylkoordination Thun (AKT) zuständig. Die AKT ist eine städtische Stelle der Abteilung Soziales, die mit kantonalen Geldern finanziert wird. Die jahrzehntelang bewährte Struktur der Asylkoordination Thun stösst heute an ihre Grenzen. Sie soll deshalb reorganisiert werden. (Weitere Informationen zu den Zuständigkeiten in der Asylsozialhilfe finden Sie in der Infobox unten.)

 

Gestützt auf ein vertiefte Analyse, nach Diskussion verschiedener Optionen und aufgrund einer politischen Gesamtbeurteilung hat der Gemeinderat an der Klausursitzung vom 5. April 2016 beschlossen, den Vertrag mit dem Kanton Bern nach Ablauf der Vertragsdauer Ende 2017 nicht mehr zu verlängern. Der Gemeinderat hat die Abteilung Soziales beauftragt, die Asylkoordination von einer städtischen Dienststelle in einen regionalen Verein zu überführen.

 

Flexibler reagieren und Zusammenarbeit optimieren

Durch die Organisation in einem regionalen Verein wird die Asylkoordination ihren Betrieb flexibler auf die Schwankungen der Asylgesuchszahlen ausrichten können. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den regionalen Sozialdiensten soll optimiert werden. Ein regionaler Verein stützt die Verantwortung im Asylbereich des Oberlands breiter in den Gemeinden ab und bezieht diese stärker mit ein.

 

Mit dem Verein „Asyl Biel und Region“ (ABR) existiert bereits eine gut funktionierende und vergleichbare Organisation, die als regionaler Verein konstituiert ist.

 

 

Zuständigkeiten im Bereich der Asylsozialhilfe

Für die Gewährung der Asylsozialhilfe für Personen des Asylbereichs ist grundsätzlich der Kanton zuständig. Er kann die Gewährung der Asylsozialhilfe aber mit einem Leistungsvertrag an öffentliche oder private Trägerinnen oder Träger übertragen. Mit Vertrag vom 17. Dezember 2014 bzw. 8. Januar 2015 hat der Kanton diese Aufgabe für das ganze Berner Oberland an die Stadt Thun bzw. an die Asylkoordination Thun (AKT) übertragen. Der Vertrag wurde für die Zeitspanne vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2017 abgeschlossen. Der Vertrag läuft somit Ende 2017 ab.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Gemeinderat Peter Siegenthaler, Vorsteher Direktion Sicherheit und Soziales, Tel. 079 208 27 93

 

 

Thun, 12. Mai 2016