Atelierstipendien gehen an Hanswalter Graf und Michael Streun

Die Kulturkommission der Stadt Thun bestimmt den Künstler Hanswalter Graf für das Atelierstipendium der Städtekonferenz Kultur (SKK) in Buenos Aires. Den zweiten Atelieraufenthalt in Berlin vergibt das Gremium an den Künstler Michael Streun.

 

Erstmals kann die Kulturkommission der Stadt Thun in diesem Jahr das Atelierstipendium der Städtekonferenz Kultur (SKK) vergeben. Die Wahl fiel auf den Künstler Hanswalter Graf. Er wird vom 1. Juli bis am 31. Dezember 2017 im Atelier in Buenos Aires im Stadtteil La Boca arbeiten können. Nebst Graf werden auch Kunst- oder Kulturschaffende aus den Städten Yvérdon-les-Bains und Delémont im Atelier weilen.

Das zweite Atelierstipendium in Berlin – vom 1. Feburar bis am 31. Juli 2017 – geht an den Künstler Michael Streun. Das Berliner Wohnatelier wird von der Stadt Thun zusammen mit den Städten Winterthur und
St. Gallen sowie dem Kanton Bern im Halbjahres-Turnus genutzt.

 

Fokus auf die Zusammenarbeit

Während seines Aufenthaltes in Buenos Aires beabsichtigt Hanswalter Graf ein Zusammenarbeitsprojekt zu konzipieren und realisieren. Bereits seit 1995 konzentriert sich der Thuner Künstler vorwiegend auf Projekte im öffentlichen Raum. Sein Fokus liegt auf architektonischen, raumbezogenen oder sozialen Aspekten sowie auf der gemeinsamen Realisierung von Projekten mit den jeweiligen Nutzerinnen und Nutzern wie Quartiervereinen, Schulen, Bauarbeitern oder Gewerbevereinen. Graf ist national wie auch international tätig. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, unter anderem das Aeschlimann-Corti-Stipendium (1987) und den Preis für bildende Kunst der Stadt Thun (2006).

 

Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Gegebenheiten

Der Thuner Künstler Michael Streun will seinen Berlin-Aufenthalt nutzen, um Kontakte zu knüpfen und sich intensiv mit der Stadt und ihren gesellschaftlichen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Diese Eindrücke werden in seine Gemälde, Skizzen und Fotografien fliessen. Der Künstler beschäftigt sich mit lebensweltlichen, politischen und gesellschaftskritischen Themen. Seine Werke umfassen unter anderem Musiker- und Musikerinnenporträts oder Arbeiten, die auf einer genauen Beobachtung der Adoleszenz seiner beiden Töchter beruhen. Streun nimmt regelmässig an Ausstellungen teil, zuletzt an der Cantonale Berne Jura im Kunstmuseum Thun und auf Einladung des Kunstvereins Oberwallis gemeinsam mit Max Roth im Werkhof Brig. Seit 2015 ist er Dozent an der Schule für Gestaltung Bern & Biel, SFGB.

 

Kulturaustausch fördern und neue Impulse gewinnen

Atelierstipendien haben das Ziel, den Kulturaustausch zwischen der Schweiz und dem Gastland zu fördern. Sie ermöglichen professionellen Kunst- und Kulturschaffenden, sich vollumfänglich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, diese weiterzuentwickeln und neue Impulse zu gewinnen.

 

 

Thun, 30. August 2016

Hanswalter Graf (zvg)
Michael Streun (© Christian Helmle)