Ein Schloss Schadau für alle

Das Schloss Schadau ist ein Wahrzeichen Thuns. Als Eigentümerin will die Stadt Thun das Schloss neu positionieren. Nachdem das Mietverhältnis mit dem Betreiber des Restaurants Arts per 31. Oktober 2017 endet, wird das denkmalgeschützte Gebäude saniert. Mit einem neuen Gastronomieangebot will die Stadt das Potenzial des einmaligen Ortes besser nutzen und ihn für die breite Bevölkerung zugänglicher machen. Am 27. Oktober befindet der Stadtrat über den Planungs- und Projektierungskredit.

 

Das Schloss Schadau ist von hohem touristischem und architektonischem Wert. Es gehört zu den meistfotografierten und besuchten Liegenschaften der Stadt Thun. Heute sind im denkmalgeschützten Gebäude ein Gourmetrestaurant, eine Wohnung und das Gastronomiemuseum untergebracht. Um sein Potenzial noch besser zu nutzen, will die Stadt Thun als Eigentümerin das Schloss mit einem entsprechenden Gastronomiekonzept neu ausrichten. Dies ist eine Massnahme im Rahmen des Legislaturziels „Der Wohn- und Lebensraum am Wasser ist attraktiver und erweitert“.

 

Öffentlich zugängliches Kulturgut

Das Schloss Schadau ist seit 1925 im Eigentum der Stadt Thun. Seither wurde die Aussenhülle nach und nach saniert. Mit dem Einbau der Haustechnik hat die Stadt 1987 den Ganzjahresbetrieb ermöglicht.

Für die Zukunft strebt der Gemeinderat an, das einmalige Kulturgut noch attraktiver zu machen, indem es saniert wird und für alle öffentlich zugänglich sein soll. Das Mietverhältnis mit dem aktuellen Betreiber des Restaurants Arts endet per Ende Oktober 2017 (vgl. Medienmitteilung vom 15. Oktober 2015).

Im Hinblick auf eine Neuausrichtung liess der Gemeinderat den Thuner Markt analysieren und von Fachleuten ein Nutzungskonzept erstellen. Gemeinsam mit der Denkmalpflege wurden Lösungen gesucht, die gleichzeitig den Erhalt des Kulturgutes sowie dessen wirtschaftliche Zugänglichkeit ermöglichen.

 

„Schlafen im Denkmal“

Das Nutzungskonzept sieht vor, die heutige Wohnung und das Gastronomiemuseum als Gästezimmer umzunutzen und so ein „Schlafen im Denkmal“ zu ermöglichen.

Während der heutige Gastronomiebetrieb konzept- und infrastrukturbedingt schwergewichtig auf geschlossene Anlässe/Bankette ausgerichtet ist, sollen künftig in einem offeneren Gastrokonzept vermehrt auch Tageskundinnen und -kunden angezogen werden. Dies bedingt gemäss Expertinnen und Experten einer Fertigungsküche im Erdgeschoss.

Offen bleibt die Option, das Museum in das Gastronomiekonzept zu integrieren. Dadurch könnte das Museum nach der Sanierung im Schloss bleiben.

 

Historisch wertvolle Räume müssen saniert werden

Grundsätzlich ist das Gebäude sanierungsbedürftig. Insbesondere die Lebensdauer der Lüftungs- und Heizungsanlage ist abgelaufen, weitere Installationen sind betrieblich nötig. Auch die Tapeten und Decken der historisch wertvollen Innenräume müssen dringend saniert werden, um weitere Schäden zu vermeiden. Gipser- und Malerarbeiten stehen an, und die kunstvolle Steintreppe soll fachgerecht restauriert werden.

Für die Realisierung der Sanierung und Neuausrichtung wird mit Kosten von 7,6 bis 11,4 Mio. Franken gerechnet. Beiträge der kantonalen Denkmalpflege sind wahrscheinlich, aber noch nicht bezifferbar.

 

Im Frühjahr 2019 soll der neue Betrieb die Türen öffnen

Die Kosten für die weitere Planung und Projektierung belaufen sich auf 970‘000 Franken. Der Gemeinderat hat den Kredit für den baulichen Unterhalt von 630‘500 Franken gesprochen. Über den Investitionsanteil von 339‘500 befindet der Stadtrat am 27. Oktober

Stimmt der Stadtrat dem Planungs- und Projektierungskredit sowie dem Ausführungskredit (Herbst 2017) zu, wird im Herbst 2017 mit den Bauarbeiten begonnen. Der neue Betrieb soll im Frühjahr 2019 eröffnet werden. Die Ausschreibung eines Pächtervertrags ist per Frühjahr 2017 vorgesehen.

 

 

Thun, 13. Oktober 2016