Digitale Karten für die Ortsplanung

In der Thuner Ortsplanungsrevision werden verschiedene räumliche Daten zusammengetragen und analysiert. Eine elektronische Plattform dient der Information und ermöglicht den Austausch unter den Themen und Bearbeitenden des Grossprojekts. Auf der Plattform werden primär Karten, aber auch Dokumente und Berichte zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Informationen ist nun auch für die Bevölkerung zugänglich.

 

Im Rahmen der Thuner Ortsplanungsrevision werden 18 thematische Teilprojekte bearbeitet. Die meisten dieser Teilprojekte beinhalten umfassende Untersuchungen zur räumlichen Struktur der Stadt Thun. So befasst sich beispielsweise das Teilprojekt „Landschaft“ mit den Landschaftselementen (Bäume, Hecken, Bäche, Feuchtgebiete, etc.) und das Teilprojekt „Quartierversorgung“ mit den vorhandenen Versorgungsstrukturen (Schulen, Läden, Spielflächen, etc.). Durch die Erstellung von Karten können die gewonnenen Erkenntnisse aus der Stadtanalyse übersichtlich präsentiert werden. Diese Karten werden mit elektronischen Zeichenprogrammen (CAD) digital erstellt und mit Hilfe des Geografischen Informationssystems GIS exakt räumlich verortet (siehe Kasten).

 

GIS-Plattform: Optimaler Austausch von Rauminformationen

Der Aufbau der GIS-Plattform Thun erfolgt im Rahmen des Teilprojekts 4 „Grundlagen, GIS, Statistik“. Rauminformationen können damit im Prozess der Ortsplanungsrevision optimal ausgetauscht werden. Die Veröffentlichung von Zwischenergebnissen auf der Plattform erleichtert das Zusammenwirken und macht allfällige Zielkonflikte zwischen den Teilprojekten frühzeitig sichtbar. Die GIS-Plattform unterscheidet zwei Benutzer-Ebenen: eine projektinterne für alle Projektbeteiligten (Stadtplanung und beauftragte Planungsunternehmen) und eine öffentliche Ebene, die für alle Thunerinnen und Thuner zugänglich ist.

 

Karten dienen der Information und Übersicht

Grundlage für die Karten auf der Plattform bildet die amtliche Vermessung der Stadt Thun, der digitale Grundbuchplan. Zusätzlich steht ein Orthofoto – ein hochaufgelöstes massstabsgetreues Luftbild – der Stadt Thun aus dem Jahr 2013 zur Verfügung. Die Teilprojekte der Ortsplanung stützen ihre Analysen auf bereits vorhandenen Grundlagen und Vorgaben ab.

In einer ersten Phase wurden die vorhandenen digitalen Rauminformationen zusammengetragen und geordnet. In einer weiteren Phase werden die aus der Bearbeitung gewonnenen Zwischenergebnisse und Teilkonzepte übersichtlich dargestellt. Die GIS-Plattform ist als offenes System aufgebaut, das laufend aktualisiert und ergänzt wird. Betrieben wird die GIS-Plattform durch die Firma Alpgis in Thun.

Erste Grundlagendaten sind bereits online

Über den Navigationspunkt „Geokatalog“ können die verfügbaren Karten und Grundlagen im GIS-Browser aufgerufen werden. Sie umfassen Themen wie die aktuelle baurechtliche Grundordnung, die Gewässerschutzkarte, das städtische Grundeigentum, Schutzgebiete und
-objekte, den Richtplan Energie, statistische Karten oder die landwirtschaftlichen Zonengrenzen. Über den Navigationspunkt „Dokumente“ können Berichte und Gutachten, die für die Ortsplanung relevant sind, heruntergeladen werden.

Der Zugang zur GIS-Plattform erfolgt über die Internetseite der Ortsplanungsrevision: www.ortsplanungsrevisionthun.ch oder direkt unter http://karte.oprthun.ch.

 

 

Was ist GIS?

 

GIS ist die Abkürzung für Geografisches Informationssystem. Beim GIS handelt es sich um ein Computerprogramm, mit dem verschiedene räumliche Daten in Form von digitalen Karten lagegenau erfasst, analysiert und dargestellt werden können. Mit Hilfe des GIS lassen sich verschiedene Informationsebenen (Layer) übereinanderlegen und zu ganzheitlichen, fundierten Gesamtaussagen weiterentwickeln. Bei der Bearbeitung räumlicher Fragestellungen – wie z.B. im Rahmen einer Ortsplanung – wird GIS heute als effizientes Instrument standardmässig eingesetzt. 

 

 

Thun, 17. Oktober 2016