Gesamtsanierung Eissportanlagen: Das Siegerprojekt ist bestimmt

Mit der Wahl des Siegerprojektes macht die Stadt Thun einen weiteren Schritt hin zu einem attraktiven und modernen Eissportzentrum. Im Architekturwettbewerb setzte sich das Planer-Team rund um das Luzerner Architekturbüro Marques mit dem Projekt „Polo“ durch. Voraussichtlich im Spätsommer entscheidet der Stadtrat über den Projektierungskredit.

Die Stadt Thun plant im Grabengut ein neues Eissportzentrum, das die Synergien zwischen Kunsteisbahn und Curlinghalle optimal nutzt. 20 Teams bewarben sich Mitte vergangenen Jahres um eine Teilnahme am Architekturwettbewerb nach SIA-Norm (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein) zur Gesamtsanierung. Für die anspruchsvolle Aufgabe wurden nach klar definierten Kriterien sechs geeignete Teams für die Weiterbearbeitung selektioniert. Trotz enger Rahmenbedingungen reichten die Architekten mit ihren interdisziplinären Teams Ende 2017 sechs erstaunlich unterschiedliche Lösungsansätze anonym ein. Am meisten Potenzial sieht die siebenköpfige Jury, bestehend aus Gemeinderat Konrad Hädener sowie externen Fachpreisrichtern und verwaltungsinternen Fachleuten, im Wettbewerbsbeitrag „Polo“. Sie schlägt das Projekt des Planer-Teams rund um das Luzerner Architekturbüro Marques zur Weiterentwicklung vor.

Reminiszenz an Polo Hofer

Das Projekt überzeugt in städtebaulicher, architektonischer wie auch funktionaler Hinsicht. Wesentliche Elemente des Entwurfs bilden der durchdachte und grosszügig gestaltete Aussenraum sowie das bestehende Hauptdach, das mit seiner markanten Konstruktion zum Schwerpunkt der neuen Anlage wird. Städtebaulich attraktiv ist auch die neue Treppe, die den Vorplatz mit dem oberen Parkdeck und den Eingängen zur Curlinghalle sowie der Kita verbindet. Mit der neuen Durchlässigkeit des übergeordneten Wegnetzes wird zudem die Altstadt gestärkt. Dank einer umlaufenden Tribüne – gefordert wurden 1‘500 Zuschauerplätze – wird die Haupthalle zu einer Arena, die den Anspruch, der gegen aussen geweckt wurde, im Innern perfekt widerspiegelt. Die Planer schlagen vor, den Platz zum Aareufer hin nach dem verstorbenen Musiker Polo Hofer zu benennen. Daher gründet auch der Projektname.

Überzeugendes Team rund um erfahrenen Architekten

Mit der Marques Architekten AG, die das Generalplaner-Team bestehend aus Bauingenieur, Haustechnikplanern sowie Bauphysiker gemeinsam mit der Baumanagement-Unternehmung b+p Baurealisation AG führt, erhält die Stadt eine erfahrene und im Sportanlagenbau versierte Partnerin. Der Basler Messeturm sowie das Fussballstadion Allmend in Luzern gehören zu den bekanntesten Werken des Luzerner Architekturbüros. Noch in diesem Jahr startet dieses auch mit der Gesamtsanierung der Vaillant Arena, dem Hockeystadion in Davos.

Stadtrat entscheidet über Projektierungskredit

Für die Realisierung des Projekts stellte die Stadt Thun im Aufgaben- und Finanzplan gut 25 Millionen Franken ein. Dieser Kostenrahmen war im Wettbewerb vorgegeben. Für die Jurierung wurden die eingereichten Projekte durch einen Kostenplaner über die Gebäudevolumen untereinander verglichen. Die effektiven Kosten werden stark davon abhängen, ob alle Projektmodule zur Ausführung gelangen (siehe Kasten). In einem nächsten Schritt verifiziert das Planer-Team die Gesamtkosten. Diese Schätzung bildet die Grundlage zur Berechnung der Projektierungskosten. Darüber befindet der Stadtrat voraussichtlich Ende Sommer dieses Jahres. Geplant ist, den Ausführungskredit 2020 den Thuner Stimmberechtigten vorzulegen.

Ausstellung im Rathaus und Architekturforum

Die Wettbewerbsbeiträge sind vom 5. bis zum 15. Februar 2018 im Entrée des Rathauses Thun ausgestellt. Die Ausstellung ist werktags von 08.00 bis 11.45 Uhr sowie 14.00 bis 17.00 Uhr und am Samstag, den 10. Februar 2018 durchgehend von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Am Montag, 12. Februar, um 18.30 Uhr, findet im Rahmen des Architekturforums eine Führung durch die Ausstellung statt.

 

Die verschiedenen Module

 Modul I (Grundmodul)

·         Einhausung Eisfeld I (Hauptfeld) zu einer geschlossenen Halle

·         Neubau aller Garderoben, Betriebs- und Materialräume

·         Optimierung Haustechnik (unter Einbezug der bestehenden Kältemaschinen soll der Energieverbrauch optimiert werden)

Modul II

·         Sanierung Curlinghalle (Optimieren Hülle, Grundriss-Layout und Verbindung zur Eishalle)

·         Ersatz der Eispiste des Hauptfeldes für Ganzjahresbetrieb

 Modul III

·         Einhausung Eisfeld II (heutiges Ausseneisfeld)

·         Ersatz Eisfeld II

·         Photovoltaikanlage

Modul IV  

·         Sanierung und Neugestaltung Vorplatz Süd-West