Gemeinderat präsentiert klimapolitische Ziele und Massnahmen

Am 27. Juni hat der Stadtrat den Klimanotstand für die Stadt Thun ausgerufen. Der Gemeinderat nimmt seine Verantwortung wahr und verfolgt weiter die in den Legislaturzielen formulierten klimapolitischen Strategien und Massnahmen. Er verstärkt sein Engagement und will zusätzliche Massnahmen zum Klimaschutz konsequent und zeitnah umsetzen.

Nach einer emotionalen Debatte hat der Thuner Stadtrat am 27. Juni die erste Jugendmotion überwiesen und damit für die Stadt Thun den Klimanotstand ausgerufen. Der Gemeinderat erkennt die Dringlichkeit und kommt der Aufforderung nach zusätzlichem Engagement in der Klimapolitik nach. Auch die Stadt Thun muss auf kommunaler Ebene einen Beitrag zur Verminderung des Ausstosses von Treibhausgasen leisten. Um dazu auch die Fachkompetenz des Parlaments zu nutzen, bat die Regierung die Mitglieder des Stadtrats um die Einreichung konkreter, umsetzbarer Klimaschutzmassnahmen. Fraktionen, Parteien sowie Parlamentarierinnen und Parlamentarier folgten der Einladung und reichten über 150 Vorschläge ein (vgl. Unterlagen unter www.thun.ch/medien). Der Gemeinderat bedankt sich für die Arbeit und vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Vorschläge werden nun fachlich, politisch und auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft. Ziel ist es, dem Stadtrat im nächsten Jahr einen entsprechenden Bericht vorzulegen und die weiteren Schritte aufzuzeigen.

Eingeschlagener Weg wird weiterverfolgt
Parallel zum oben erläuterten Vorgehen verfolgt der Gemeinderat weiterhin seine bereits erklärten klima- und energiepolitischen Ziele. Sie wurden unter anderem in den Legislaturzielen 2019-2022 festgehalten: «Die Stadt stellt sich den Ursachen und Folgen der Klimaveränderung und will in jenen Bereichen, die mit Treibhausgasemissionen massgeblich zur Klimaveränderung beitragen, ein Vorbild sein.» Die nachhaltige Entwicklung ist eine Maxime der gemeinderätlichen Tätigkeit. Für die Stadt Thun wird eine Balance zwischen Wachstum, Lebensqualität und Klimaschutz angestrebt. Dabei geht es insbesondere um den Verkehr, das Mobilitätsverhalten und um die städtischen Gebäude. 

Konkrete Beispiele: Ausbau Fernwärme, Energiestadt-Label
Einige konkrete Massnahmen sind bereits umgesetzt oder werden demnächst umgesetzt. So reichte der Gemeinderat nach den Sommerferien den Antrag zur Rezertifizierung als Energiestadt ein. Die Leistungen der Stadt im Energie- und Umweltbereich werden anhand einer Kriterienliste von einem externen Auditor alle vier Jahre kritisch unter die Lupe genommen und bewertet. Aufgrund des positiven Auditberichts ist der Gemeinderat sehr zuversichtlich, dass die Stadt Thun die Rezertifizierung in den nächsten Wochen erhält. Das nächste Ziel ist die Erreichung des Gold-Labels (vgl. Legislaturziele 2019-2022).

Weiter beabsichtigt der Gemeinderat, den von der Energie Thun AG beschlossenen Ausbau der Fernwärme in allen Bereichen zu unterstützen und städtische Liegenschaften in den künftigen Fernwärmegebieten nach Möglichkeit an das Netz anzuschliessen. Die Klimabilanz der städtischen Gebäude zeigt, dass mit einem Anschluss an die Fernwärme im eigenen Gebäudebereich eine CO2-Reduktion von 21 Prozent oder rund 760 Tonnen pro Jahr möglich wird.

Der Gemeinderat wird dem Stadtrat zudem noch einmal ein Reglement für einen Förderfonds Energie vorlegen. Denn am 13. Dezember 2013 hatte das Parlament das vom Gemeinderat beantragte Reglement über einen überkommunalen Förderfonds noch abgelehnt.

Einbezug der Klimajugend
Im Mai 2019 hat der Gemeinderat zudem ein Energie- und Klimaleitbild sowie eine entsprechende Strategie als Schwerpunktmassnahmen in den Massnahmenplan Energiestadt 2019-2022 aufgenommen. Die strategischen Instrumente sollen sich am Ziel Netto-Null bis 2050 ausrichten, was auch in einem der zahlreichen parlamentarischen Vorstösse gefordert wird. In die Erarbeitung dieses Massnahmenplans soll auch die Klimajugend einbezogen werden. Die Vorschläge des Stadtrates fliessen ebenfalls mit ein.