Lohngleichheitsanalyse: Stadt Thun erfüllt die Vorgaben

Die anfangs Jahr durchgeführte Lohngleichheitsanalyse zeigt, dass die Stadt Thun die Vorgaben erfüllt. Die Geschlechtsdifferenz liegt im Bereich des vom Bund tolerierten Werts. Dennoch will die Stadt Thun eine vertiefte Analyse des Lohnsystems vornehmen.

Um gleichwertige Löhne für Frauen und Männer garantieren zu können, führte die Stadt Thun nach 2013 anfangs 2021 wiederum eine Lohngleichheitsanalyse durch. Dabei überprüfte die Perinnova Compensation GmbH aus Aarau den auf Vollzeit standardisierten Gesamtverdienst von 818 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Resultate zeigen, dass die Stadt Thun die gesetzlichen Vorgaben des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau und Mann erfüllt.

Lohndifferenz im Toleranzbereich des Bundes

Die Überprüfung ergab eine Lohndifferenz von 5.02 Prozent zu Ungunsten der Frauen. Dieser Wert liegt, da nicht statistisch signifikant grösser als 5, im Toleranzbereich des Bundes. Trotzdem liess die Stadt Thun eine detaillierte Auswertung der Lohndaten vornehmen. Die Ursache der Lohndifferenz liegt daran, dass mit dem Standardanalyse-Tool des Bundes die 23 Lohnklassen des städtischen Entlöhnungssystems in lediglich vier Anforderungsniveaus zusammengefasst und somit die Löhne von bis zu 11 Lohnklassen miteinander verglichen werden. Analysiert man die Löhne der einzelnen Lohnklassen, beträgt die Differenz noch 1.37 Prozent und lieg damit deutlich unter der Toleranzschwelle des Bundes.

Die vertiefte Analyse erklärt somit die Lohndifferenz von 5.02 Prozent, die mit dem hohen Frauenanteil in den tiefsten Lohnklassen begründet wird (vergleiche dazu auch Beantwortung der Interpellation I 3/2021 betreffend Situation der Angestellten der Stadt Thun in den tiefsten Lohnklasse).

Gemeinderat will Situation vertieft analysieren

Obwohl mit der vertieften Betrachtung die als nicht signifikant eingestufte Lohndifferenz erklärbar ist, will der Gemeinderat eine Analyse des Entlöhnungssystems vornehmen lassen und unter anderem Lohnvergleiche mit anderen Städten anstellen. Damit soll auch sichergestellt werden, dass keine gruppenspezifischen oder individuellen Lohndiskriminierungen bestehen. Die Stadt nimmt ihre Verantwortung als Unterzeichnerin der Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor wahr.