Stadt schreibt Architekturwettbewerb für Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Lerchenfeld aus

Mit der Sanierung und Erweiterung der Primarschule Lerchenfeld will der Gemeinderat ein wichtiges Schulbauprojekt vorantreiben. Für das Projekt soll ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden. Am 21. Januar entscheidet der Stadtrat über den Verpflichtungskredit.

Die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Lerchenfeld hat für den Gemeinderat höchste Priorität. Ziel ist es, dem Quartier flexiblen und modernen Schulraum für den langfristigen Bedarf bereitzustellen. Die zu erwartende Quartierentwicklung und die veränderten Normen und Unterrichtsmethoden (Lehrplan 21) bedingen nebst der Sanierung auch eine Vergrösserung der Schulanlage. Die durchgeführte Machbarkeitsstudie zeigt das Erweiterungspotenzial auf (vgl. Medienmitteilung vom 28. Mai 2021). Um die beste Lösung für ein nachhaltiges, quartierverträgliches Projekt von hoher Qualität zu finden, soll ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden.

Bedürfnisse des Quartiers werden abgeholt
Vorgesehen ist ein Projektwettbewerb mit Präqualifikation. In einem ersten Schritt werden rund zehn geeignete Planungsteams (Architektur und Landschaftsarchitektur) für die Aufgabe selektioniert. In einem zweiten Schritt erarbeiten diese Teams je ein Projekt. Aus diesen wird das Siegerprojekt erkoren. Die Ergebnisse aus der Partizipation mit dem Quartier, den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrpersonen sollen im Rahmen des Wettbewerbs Eingang in die Ausarbeitung des Projekts finden. Die Schulleitung ist direkt in das Projekt eingebunden.

Mehr Platz, Doppelturnhalle und bessere Einbettung ins Quartier
Die 1926 bis 2009 erstellten und teilweise schützenswerten Gebäude sollen im Rahmen der Gesamtsanierung energetisch und technisch auf den neusten Stand gebracht sowie basisstufentauglich und behindertengerecht angepasst werden. Das Ziel ist, die Anlage für einen weiteren Lebenszyklus bereitzustellen. Der Aussenraum soll aufgewertet werden und ausserhalb des Schulbetriebs der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Die Vernetzung der bestehenden schulischen Aussenflächen mit den umliegenden Quartierstrukturen soll verbessert werden.

Die aktuelle Kapazität von 12 Klassen wird auf 16 Klassen erweitert. Zudem ist eine Vergrösserung der Tagesschule vorgesehen, um der steigenden Nachfrage nach familienexterner Kinderbetreuung Rechnung zu tragen. Damit die neue Sporthalle nebst schulischem Sportunterricht auch von den Thuner Sportvereinen für Trainings genutzt werden kann, ist eine Doppelsporthalle geplant. Mit diesem Ausbau kann der langfristig erwartete Schulraumbedarf infolge von Zuwanderungen und Arealentwicklungen abgedeckt werden.

Höchste energetische und ökologische Standards
Auf dem Weg zur Energiestadt Gold will die Stadt Thun beim Bau gemäss der Gebäudeenergiestrategie die höchsten energetischen und ökologischen Standards einhalten. Sie ist bestrebt, die Anlage mit einem möglichst hohen Anteil erneuerbarer Energie zu versorgen und die Treibhausgas-Emissionen zu minimieren. Dank einer flexiblen Nutzung der Räume und Nutzungssynergien kann der Flächenverbrauch optimiert werden. Die Wirtschaftlichkeit ist ein bedeutendes Beurteilungskriterium im Architekturwettbewerb.

Komplexer Bauablauf
Die Kosten für den Wettbewerb belaufen sich auf 730'000 Franken. Der Stadtrat ist für den Investitionsanteil von 292'000 Franken zuständig und befindet an seiner Sitzung vom 21. Januar darüber. Sobald ein Wettbewerbsergebnis vorliegt, wird der Stadtrat über einen Projektierungskredit zur Erarbeitung eines Bauprojekts beschliessen (ca. bis 2024). Nach der Planung und Projektierung entscheidet letztlich das Stimmvolk, voraussichtlich ca. im Jahr 2026, über den Ausführungskredit. Der Terminablauf ist stark abhängig davon, ob eine Umsetzung bei laufendem Schulbetrieb erfolgt oder der Schulbetrieb allenfalls ausgelagert werden kann. Die Wettbewerbsteilnehmenden sollen einen optimalen Rochadevorschlag innerhalb des Schulareals aufzeigen; parallel dazu werden verwaltungsintern auch alternative Szenarien geprüft (Auslagerung Schulbetrieb). Um die Eltern und das Quartier einzubinden, ist ein regelmässiger Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern des Leists und des Elternrates geplant. Im Aufgaben- und Finanzplan der Stadt Thun sind für das Projekt gesamthaft 34.3 Millionen Franken eingestellt.

Umzug Kinder- und Jugendarbeit im Sommer/Herbst 2022
Aktuell entsteht beim alten Feuerwehrmagazin das neue Quartierzentrum. Die Bauarbeiten starteten Ende Jahr. Die Inbetriebnahme ist im Sommer/Herbst 2022 vorgesehen, so dass die Kinder- und Jugendarbeit Lerchenfeld von der Schulanlage ins neue Quartierzentrum verlegt werden kann.

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