Stadt schreibt Wettbewerb für Erweiterung der Schulanlage Neufeld aus

Mit der Erweiterung der Primarschule Neufeld will der Gemeinderat ein weiteres wichtiges Schulbauprojekt vorantreiben. Um die beste Lösung zu finden, soll ein offener Architekturwettbewerb durchgeführt werden. Im März entscheidet der Stadtrat über den Verpflichtungskredit.

Mit der Priorisierung der Schulbauprojekte definierte der Gemeinderat im Jahr 2020 die Stossrichtung der städtischen Schulraumplanung. Höchste Priorität hat auch die Erweiterung der Schulanlage Neufeld, vor allem aufgrund der geplanten Quartierentwicklung auf dem Siegenthalergut für bis zu 1'500 neue Einwohnerinnen und Einwohner. Für die zusätzlichen Kinder will die Stadt flexiblen und modernen Schulraum schaffen. Zudem soll für den Schul- und insbesondere für den Thuner Vereinssport eine Doppelsporthalle errichtet werden. Der Masterplan und die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2021 zeigen die Entwicklungsmöglichkeiten auf. Um eine nachhaltige, quartierverträgliche Gesamtlösung zu finden, will die Stadt Thun einen offenen Architekturwettbewerb über den Neubau und die gesamte Umgebung der Schulanlage durchführen.

Mehr Schulraum und optimale Ausrichtung auf Quartierentwicklung
Für die prognostizierte Entwicklung im Quartier soll die Primarschule Neufeld um sechs Basisstufenklassen und zusätzliche Tagesschulräume erweitert werden. Der Neubau ist im Norden des Areals am Ort der heutigen Tennishalle und des heutigen Allwetterplatzes vorgesehen. Der Aussenraum wird aufgewertet und steht ausserhalb des Schulbetriebs der Bevölkerung zur Verfügung. Die Vernetzung der bestehenden schulischen Aussenflächen mit den umliegenden Quartierstrukturen wird verbessert. Mit der Erweiterung nach Norden erhält die Schulanlage einen Zugang zu den neuen Quartieren und ist für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner des Siegenthalergutes bestmöglich positioniert. Bauliche Massnahmen stellen lärmgeschützte Unterrichts- und Aussenräume sicher.

Die Ergebnisse aus der Partizipation mit dem Quartier, den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrpersonen werden im Rahmen des Wettbewerbs Eingang in die Ausarbeitung des Projekts finden. Die Schulleitung ist direkt in das Projekt involviert. Um die Eltern und das Quartier einzubinden, plant die Stadt einen regelmässigen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern des Leists und des Elternrates.

Mehr Trainingsflächen für Vereine
Mit dem Wegfall der Armeesporthallen und dem Verzicht auf eine Dreifachsporthalle mit Wettkampfinfrastruktur in Thun Süd besteht seitens der Thuner Sportvereine ein grosser Bedarf an Hallenflächen für ihre Trainings. Dies berücksichtigt die Stadt Thun mit dem Bau einer Doppelsporthalle mit vereinsspezifischen Räumen wie einem Fitness- und Kraftraum sowie einer Tribüne für rund dreihundert Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Halle soll auch schulische Nutzungen zulassen und kann beispielsweise von der Oberstufenschule Strättligen genutzt werden.

Höchste energetische und ökologische Standards
Die Anlage soll nach der neuen Gebäudeenergiestrategie der Stadt Thun erweitert werden. Angestrebt wird eine SNBS-Zertifizierung (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz). Es sollen die höchsten energetischen und ökologischen Standards einhalten werden. Die Anlage soll mit einem möglichst hohen Anteil erneuerbarer Energie versorgt, und die Treibhausgas-Emissionen sollen minimiert werden. Der Aussenraum soll naturnah und artenreich ausgestaltet werden. Durch die Anordnung des Allwetterplatzes auf dem Dach will die Stadt Thun die Parzelle effizient und flächenschonend nutzen.

Die nächsten Planungsschritte
Die Kosten für den Wettbewerb belaufen sich auf 760’000 Franken. Der Stadtrat befindet an seiner Sitzung vom 24. März darüber. Sobald ein Wettbewerbsergebnis vorliegt, wird der Stadtrat über einen Projektierungskredit zur Erarbeitung eines Bauprojekts beschliessen (ca. bis 2024). Nach der Planung und Projektierung entscheidet letztlich das Stimmvolk, voraussichtlich im Jahr 2027, über den Ausführungskredit. Die Realisierung erfolgt frühestens 2027 bis 2030. Im Aufgaben- und Finanzplan der Stadt Thun sind für die Schulerweiterung und die neue Sporthalle gesamthaft 29.5 Millionen Franken eingestellt.