Stadtquartier Bahnhof Thun: Erster Charrette-Workshop erfolgt

Für die Entwicklung des Bahnhofquartiers wendet die Stadt mit der Charrette eine ergebnisoffene Planungsmethode an. Am ersten Workshop vom 9. und 10. Mai diskutierten Expertinnen, Grundeigentümer und Interessenvertretende ihre Ideen und Vorschläge mit den Bearbeitungsteams. Daraus resultierten erste Ansätze für Szenarien des künftigen Stadtquartiers Bahnhof Thun.

Der Gemeinderat will für die Entwicklung des Stadtquartiers Bahnhof Thun zusammen mit der Grundeigentümerschaft und der Bevölkerung eine breit abgestützte und tragfähige Lösung zu Fragen der Mobilität, der Stadträume und der baulichen Entwicklung finden. Ziel ist es, für den Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Bahnhof Thun ein «Leistbild» zu erarbeiten, das aufzeigt, was das Stadtquartier Bahnhof in Zukunft leisten soll, damit die Entwicklung ein Erfolg wird. Dazu wendet die Stadt mit der Charrette eine spezielle, ergebnisoffene und dynamische Planungsmethode an. Drei interdisziplinäre Teams erarbeiten im Rahmen der Charrette räumliche Entwicklungs-konzepte und Lösungsvorschläge (vgl. Medienmitteilung vom 19.11.2021). Zentral am Verfahren ist, dass die Bearbeitungsteams diese Konzepte mit der Grundeigentümerschaft, den Anspruchsgruppen, Interessenvertretenden aus der Bevölkerung und Fachleuten diskutieren und weiterbearbeiten. Am ersten Workshop vom 9. und 10. Mai nahmen über 60 Personen teil und brachten ihre Ideen und Vorstellungen ein. «Ich bin sehr beeindruckt vom grossen Engagement der Beteiligten und der hohen Qualität ihrer Beiträge. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dieser erstmals angewandten, sehr offenen Planungsmethode eine überzeugende Lösung finden werden», so Stadtpräsident Raphael Lanz.

Neue Sicht auf bekannte Herausforderungen
Am ersten Tag präsentierten die drei Teams ihre Erkenntnisse aus der stadträumlich-verkehrlichen Analyse des heutigen Zustands, in der auch strategische Grundlagen berücksichtigt wurden. Es ging um Fragen wie: Liegt Thun an der Aare oder am See? Mit welchen Perlen soll die Perlenkette von Bahnhof zum Schadaupark ergänzt werden? Wie urban ist Thun eigentlich? Die aufgeworfenen Fragen, Abhängigkeiten, Defizite und Potentiale des Stadtquartiers Bahnhof ermöglichten dem Publikum eine neue Sicht auf bekannte Herausforderungen. In Ateliers reflektierten und diskutierten die Teams mit den Teilnehmenden die Themen Städtebau, Verkehr, Freiraum/Wasser. So etwa die Frage wie der Bushof auf zu kleiner Fläche ausgebaut werden könnte, was die zwei Gesichter des Bahnhofs sind bzw. sein könnten oder welche Nutzungen in Thun bislang zu wenig Raum haben. Den Abschluss des ersten Workshop-Tages bildeten ein gemeinsames Abendessen und der Auftritt des Slam Poeten Peter Heiniger.

Szenarien und Empfehlungen an die Teams
Nach einer Begehung durch das Stadtquartier Bahnhof Thun arbeiteten die Teams am zweiten Tag die Erkenntnisse des Vortages in ihre ersten Entwicklungsszenarien ein. Diese präsentierten und diskutierten sie anschliessend mit dem Plenum. Durch die unterschiedlichen Herangehensweisen, das Ausloten von Extremen, das Denken in unterschiedlichen Zeithorizonten und insbesondere dank der Befruchtung von Aussen- und Innensicht schälten sich erste gemeinsame Erkenntnisse heraus. So etwa die Bedeutung von Querverbindungen für den Perimeter und die benachbarten Quartiere oder die Notwendigkeit der verkehrlichen Entflechtung.

Nächster Workshop im Juli
Der zweite Workshop findet im Juli 2022 statt. Bis dahin arbeiten die Teams die Erkenntnisse und Empfehlungen aus dem ersten Workshop in ihre Szenarien ein und vertiefen diese. Nach der Schlussveranstaltung vom August 2022 werden die Erkenntnisse aus der Charrette mit einem sogenannten «Leistbild» (Was soll der Ort künftig leisten?) synthetisiert. Dieses bildet die gemeinsame, belastbare Grundlage für die nachgelagerten Planungen.

Weitere Informationen zur laufenden Charrette finden Sie unter www.dialog.thun.ch

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