Die Stadt will die Lachenhalle für Sportwettkämpfe optimieren

Die Lachenhalle entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen für die Durchführung von Handballwettkämpfen der obersten Spielklasse. Deshalb will die Stadt Thun die Sporthalle mit verschiedenen baulichen Massnahmen für alle Nutzenden optimieren und attraktiver gestalten. Im Juni entscheidet der Stadtrat über den Verpflichtungskredit von 483'000 Franken.

Die Lachenhalle mit einer Publikumskapazität von rund 2000 Personen ist weiterhin die wichtigste Thuner Event-Sporthalle. Hauptnutzer ist der Handballverein Wacker Thun, der in der Halle nebst vielen Breitensportspielen auch die der höchsten Spielklasse austrägt. Mit dem politischen Entscheid, auf eine 21 Millionen teure neue Wettkampfhalle in Thun Süd zu verzichten, ergeben sich neue Anforderungen an die Lachenhalle. Diese entspricht nicht mehr dem geforderten Standard des Schweizerischen Handballverbands (SHV) und der Quickline Handball League (QHL) für die Durchführung von Wettkämpfen in der obersten Spielklasse (vgl. unten). Deshalb will die Stadt Thun die Halle zeitnah optimieren und gleichzeitig für alle Nutzenden attraktiver gestalten. Das Amt für Stadtliegenschaften und das Amt für Bildung und Sport haben gemeinsam mit Wacker Thun ein Massnahmenpaket ausgearbeitet, das die Lachenhalle allgemein aufwertet und Wacker Thun eine professionelle Bühne für die Austragung der Wettkämpfe bietet.

Neue Bedürfnisse – neue Beleuchtung, Beschallung Publikumszone
Die gesellschaftlichen Bedürfnisse im Bereich Event und Freizeit haben sich stark verändert. Der Konkurrenzkampf für die Gewinnung von Zuschauenden und Sponsoring ist gestiegen. Die geplanten baulichen Massnahmen berücksichtigen diese Bedürfnisse und die Möglichkeiten der Digitalisierung. Die Verbesserungen ermöglichen auch eine professionellere Übertragung der Spiele und steigern die Attraktivität für Publikum sowie Sponsorinnen und Sponsoren. Geplant ist eine neue, bessere Beleuchtung. Die bald nicht mehr zulässigen Leuchtstoffröhren werden durch energieeffiziente LED-Lampen ersetzt. Dadurch können trotz höherer Leistung über 20 Jahre ca. 125'000 Franken Stromkosten eingespart werden. Neue Deckenlautsprecher und zwei zusätzliche Lautsprecherreihen sorgen für eine bessere und angenehmere Beschallung. Die Tribüne erhält einen neuen Belag. Zwei neue «Fenster» im Korridor und im Mehrzweckraum gewähren zusätzliche Sicht auf das Spielfeld. Der Mehrzweckraum kann künftig auch als zweite VIP-Lounge genutzt werden. Neue, mobile LED-Banden dienen als Werbefläche am Spielfeldrand.

Eine «Thuner Lösung» für den neuen Hallenboden
Infolge des Hochwassers war der Hallenboden im Sommer 2021 beschädigt worden und musste bereits ersetzt werden. Im Januar 2022 konnte der neue Boden in Betrieb genommen werden. Die Kosten von 268'000 Franken übernahm die Versicherung. Die wichtigste Anforderung des Sportverbands bestand in einer exklusiven Handball-Linierung. Im Gegensatz dazu stand das Bedürfnis der Schulen nach möglichst vielen Spielfeldlinien. Gemeinsam mit Wacker Thun und den übrigen Nutzenden prüfte die Stadt Thun verschiedene Möglichkeiten und fand eine gute Lösung: Die Handball-Linien heben sich auf dem neuen Boden gegenüber den Linien für den Schulbetrieb hervor. Nach anfänglichem Gewöhnungsbedarf überzeugt heute die Lösung. Andere Schweizer Städte zeigten bereits Interesse an der «Thuner-Lösung».

SHV und QHL stimmen zu, Stadtrat entscheidet im Juni
Die Quickline Handball League (QHL) begutachtete die geplanten Massnahmen und insbesondere den neuen Sportboden. In Absprache mit dem Schweizerischen Handballverband (SHV) stimmte die QHL der Durchführung von Nationalliga-Spielen für mindestens weitere fünf Jahre zu – vorbehältlich der Umsetzung der übrigen Massnahmen. Die Kosten für die übrigen Massnahmen belaufen sich auf 1'207'000 Franken. Davon sind 60 Prozent (724'000 Franken) baulicher Unterhalt und 40 Prozent (483'000 Franken) Investition. Über den Investitionsanteil befindet der Stadtrat am 16. Juni. Die Umsetzung ist zwischen Herbst 2022 und Sommer 2023 geplant. Sie erfolgt in Etappen während der Schulferien und unter Berücksichtigung des Spielplans.

Anforderungen an die Austragungsstandorte

Die Strategie des schweizerischen Handballverbands (SHV) sieht unter anderem Massnahmen im Bereich der Infrastrukturbauten vor. Die Quickline Handball League (QHL) hat entsprechende Massnahmen zur Zielerreichung verabschiedet. Können diese nicht erfüllt werden, drohen den Vereinen schrittweise fehlende Einnahmen, Bussen und als allerletzte Massnahme eine Zwangsrelegation.
Strategie 2025 unter:
https://www.handball.ch/de/verband/strategie-2025

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