Stadt will Gestaltungskonzept für Verkehrsräume in der Innenstadt erarbeiten

Die Stadt Thun will die Verkehrsachsen in der Innenstadt aufwerten. Deshalb soll in einem schrittweisen Prozess ein Betriebs- und Gestaltungskonzept entstehen, das insbesondere die Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden stärkt. Der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat dafür einen Verpflichtungskredit von 550'000 Franken.

Die Innenstadt ist Zentrum und Begegnungsort im Herzen von Thun. Entsprechend sorgfältig gilt es, diese zu pflegen. Die Strassen rund um die Innenstadt sind bezüglich Erreichbarkeit, Aufenthaltsqualität und Sicherheit entscheidend für die Attraktivität des Stadtzentrums. Um die Verkehrsräume in der Thuner Innenstadt gesamtheitlich aufzuwerten, will der Gemeinderat im Dialog mit verschiedenen Interessensgruppen ein tragfähiges und breit abgestütztes Betriebs- und Gestaltungskonzept für die innerstädtischen Achsen vom Berntorplatz über die Aarestrasse bis zum Lauitor erarbeiten. Dies ist eine zentrale Massnahme des Handbuchs «Reiseführer Thuner Innenstadt» zur Attraktivierung der Innenstadt. Die Aufwertung der Innenstadt, unter anderem der Verkehrs- und Stadträume, entspricht zudem einem Legislaturziel des Gemeinderats und ist wesentlicher Bestandteil des Stadtentwicklungskonzepts 2035.

Öffentlichen Raum optimal nutzen
Das Betriebs- und Gestaltungskonzept soll die stadträumlichen Qualitäten und die Erreichbarkeit der Thuner Innenstadt stärken und die Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden verbessern. Die Nutzungen auf den innerstädtischen Strassen sind vielfältig und die Platzverhältnisse beschränkt. Gefragt sind situationsgerechte Lösungen, die den begrenzten Raum bestmöglich nutzen. Wie lassen sich zum Beispiel die Verkehrsströme bei der Einmündung Bälliz in die Freienhofgasse optimal koordinieren? Das Betriebs- und Gestaltungskonzept soll soweit ausgereift sein, dass die Erkenntnisse in konkrete Bauprojekte für die beiden aarequerenden Achsen fliessen können. Dazu wird mit der Konzepterstellung bereits ein Vorprojekt erarbeitet.

Erkenntnisse früherer Planungen werden aufgenommen
Bereits im Rahmen der Sanierung und Erneuerung Verkehrsräume Innenstadt (SEVI) erarbeitete die Stadt Thun ein Vorprojekt. 2019 lag für die Achse Maulbeerplatz bis Lauitor ein Bauprojekt vor. Den Kredit für die Umsetzung wies der Stadtrat allerdings zurück, unter anderem wegen des Zeitpunkts des Projekts und fehlender Berücksichtigung von Anliegen im Bereich Fuss- und Veloverkehr sowie Stadtraum. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus der Kritik und den seither erarbeiteten Grundlagen soll nun eine übergeordnete Idee für eine gesamtheitliche und gut abgestimmte Gestaltung der Verkehrs- und Stadträume entstehen.

Einbezug von Interessegruppen ist zentral
Zur Erarbeitung des Konzepts beantragt der Gemeinderat dem Stadtrat einen Verpflichtungskredit von 550'000 Franken. Das Parlament befindet am 7. Juli über das Geschäft. Falls der Stadtrat den Kredit bewilligt, wird im Winter 2022/2023 mittels Planerwahlverfahren ein qualifiziertes, interdisziplinäres Planungsteam gesucht. Dieses wird Lösungsvarianten zur Gestaltung der Verkehrs- und Stadträume erarbeiten, welche in einem iterativen Planungsprozess gemeinsam mit einem Fach- und Sachgremium sowie Stakeholdern weiterentwickelt werden. Zudem soll sich die interessierte Bevölkerung äussern können. Für den aktiven Einbezug der Bevölkerung dient die digitale Mitwirkungsplattform dialog.thun.ch. Bis Ende 2023 soll das Betriebs- und Gestaltungskonzept vorliegen. Anschliessend soll der Planungs- und Projektierungskredit für ein konkretes Bauprojekt beantragt werden.