Selvewerke AG übernimmt den Betrieb der Halle 6

Der Thuner Gemeinderat hat die Selvewerke AG als künftige Mieterin der Halle 6 an der Scheibenstrasse gewählt. Das Unternehmen wird den Betrieb mit vielfältigen Nutzungen nach einem Umbau der Liegenschaft im Frühjahr 2024 wiedereröffnen.

Die neue Mieterin der Halle 6 an der Scheibenstrasse steht fest: Im Frühjahr 2024 wird die Selvewerke AG den Betrieb mit Angeboten in den Bereichen Manufaktur/Bildung, Co-Working, Event und Gastronomie wiedereröffnen. Hinter der neu gegründeten Unternehmung stehen Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region: Romy Gyger, Sabine Portenier, Isabel Wirth, Heinz Brügger und Erwin Gyger. Die Selvewerke AG hat die sechsköpfige Jury am meisten überzeugt. «Das Unternehmen bringt mit der Kombination von Manufaktur, Co-Working, Event und Gastronomie frischen Schwung in das einzigartige Gebäude», sagt Gemeinderat Konrad Hädener, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften und Mitglied der Jury. «Die breit gefächerten Nutzungen werden ein breites Publikum ansprechen. Gleichzeitig sind die Aktionärinnen und Aktionäre in der Region verankert und verfügen über langjährige unternehmerische Erfahrung und einen eindrücklichen Leistungsausweis.» Die Verantwortlichen der Selvewerke AG freuen sich über den Zuschlag: «Wir wünschen uns einen pulsierenden Ort nahe der Innenstadt. Einen generationenumspannenden Treffpunkt für die Region Thun mit nationaler Ausstrahlung, der die Entwicklung von Innovationen und den Austausch zwischen Kultur, Handwerk, Bildung, Wirtschaft und der breiten Bevölkerung fördert.»

Innovative Ideen für die Halle 6
Die heute denkmalgeschützte Halle 6 und der dazugehörige Winkelbau wurden 1917 vom Thuner Architekten Alfred Lanzrein realisiert. Sie ist die letzte von einst rund 20 Industriehallen der Schweizer Metallwerke Selve & Co. Nach der Aufgabe der ehemaligen Mieterin startete die Stadt Thun als Eigentümerin der Liegenschaft im Dezember 2021 die Suche nach einem innovativen Betreiber. Sieben Teams reichten ihre Leitideen ein, fünf davon gaben im Mai 2022 ihre Angebote fristgerecht ein. Im mehrstufigen Bewerbungsverfahren schnitt das Konzept der Selvewerke AG mit den vier tragenden Säulen Manufaktur, Co-Working, Event und Gastronomie am besten ab. Den Aufbau der operativen Führung der Selvewerke AG werden Sabine Portenier, Isabel Wirth und Romy Gyger übernehmen. Sabine Portenier führt ihr eigenes Modelabel und das Unternehmen Suburban Collective. Sie leitet überdies das Nähwerk IDM, eine textile Fachschule und Produktion mit 80 Lernenden und Mitarbeitenden. Isabel Wirth ist Absolventin der Ecole hôtelière in Lausanne und war unter anderem als General Manager bei der Congress Kursaal Interlaken AG tätig. Romy Gyger verfügt über eine kaufmännische Ausbildung und war Geschäftsführerin der Contec AG in Uetendorf.

Halle wird energetisch ertüchtigt
Das Betreiber-Kollektiv Stadthalle Thun wird die heutige Zwischennutzung der Halle voraussichtlich bis Mitte 2023 weiterführen. Bevor die Selvewerke AG ihren Betrieb aufnimmt, wird die Stadt Thun Umbau- und Unterhaltsarbeiten an der Halle ausführen lassen. Insbesondere soll die Gebäudehülle energetisch ertüchtigt werden. Für diese Arbeiten rechnet die Stadt Thun mit Kosten von rund 2,4 Millionen Franken. Die Kosten für den Mieterausbau im Gebäudeinnern übernimmt die Selvewerke AG. Um die Arbeiten ausführen zu können, wird ein Baugesuch für vorläufig eine Zwischennutzung von fünf bis sieben Jahre eingereicht. Parallel dazu soll eine geringfügige Anpassung der Überbauungsordnung vorgenommen werden.

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