KKThun: Erfolgreicher Start, aber Handlungsbedarf bei Tarifen und Kosten

Ein Jahr nach Betriebsbeginn ist das neue Kultur- und Kongresszentrum KKThun auf Kurs und weist für 2011 einen Gewinn aus. Vor allem lokale und kulturelle Veranstalter sehen sich aber mit Kosten konfrontiert, die sie teilweise nicht begleichen können. Der Gemeinderat plant deshalb eine direkte Unterstützung von Organisationen, die davon besonders betroffen sind. Für eine stärkere öffentliche Belebung des neuen Lachensaals ist er ausserdem bereit, sich mit einer Defizitgarantie an einer populär ausgerichteten Konzertreihe der KKThun AG zu beteiligen. Die Gesamkosten der Massnahmen für die Jahre 2011 bis 2013 belaufen sich auf insgesamt maximal 608'000 Franken. Über einen Antrag des Gemeinderates für zwei Nachkredite entscheidet das Stadtparlament am 10. Mai.

 

Seit April 2011 ist das neue Kultur- und Kongresszentrum KKThun in Betrieb. In mehrfacher Hinsicht kann ein positives Fazit gezogen werden. Sowohl der Erweiterungsbau wie auch die erneuerte Infrastruktur kommen bei Nutzern und Veranstaltern gut an. Ein aktuelles Beispiel ist die äusserst erfolgreiche Durchführung der Schweizerischen Künstlerbörse am vorletzten Wochenende. Auch die 2009 durch den Stadtrat beauftragte KKThun AG mit ihrem CEO Daniel Schneider ist als Betreibergesellschaft erfolgreich gestartet. Sie weist für das Jahr 2011 einen Gewinn von rund 42'000 Franken aus, welcher gemäss Vertrag zur Hälfte an die Stadt geht. Trotzdem zeigt sich nach einem Jahr in einigen Belangen Handlungsbedarf. Deshalb unterbreitet der Gemeinderat dem Stadtrat zwei Nachkredite für mehrere Massnahmen. Die 2009 beschlossenen Rahmenkredite werden für die Jahre 2011 bis 2013 um total 608'000 Franken aufgestockt. Für die Folgejahre wird eine Überprüfung der Situation stattfinden. Die KKThun AG hat ihrerseits in den Jahren 2011 und 2012 bereits Investitionen von rund 620'000 Franken getätigt.

 

Kostenproblem für lokale und kulturelle Veranstalter

Nach dem Wechsel von der städtischen Vermietung des alten Schadausaals zur Vermarktung des neuen KKThun durch die private Betreibergesellschaft KKThun AG wurde zur Unterstützung der lokalen und kulturellen Nutzer eine fixe Anzahl Tage (Kontingent) mit vergünstigten - gegenüber früher moderat erhöhten - Tarifen festgelegt. Die aktuellen Zahlen zeigen allerdings, dass die Mietzinsen das verrechnete Leistungspaket bzw. die Kosten der komplexeren Infrastruktur und Technik, den nötigen Personalaufwand sowie die anfallende Mehrwertsteuer nicht decken. Nach genauer Analyse der bisherigen Rechnungstellungen sollen deshalb drei Nutzerkategorien direkt unterstützt werden (s. Kasten). Die Kosten dafür belaufen sich für die Jahre 2011 bis 2013 auf total 300'000 Franken.

 

 

 

Defizitgarantie zur Belebung des Lachensaals

Mit dem Lachensaal im Erweiterungsbau verfügt das KKThun über einen neuen Raum, der bezüglich Infrastruktur und flexibler Nutzung attraktiv und zeitgemäss ist. Die Belegung des Saals für Kongresse und Firmenevents lag im ersten Betriebsjahr über den Planwerten. Das Potenzial für öffentliche Veranstaltungen wurde hingegen bisher nicht ausgeschöpft. Mit einer populären Konzertreihe von nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern unter dem Label „All about music“ plant die KKThun AG die Promotion solcher Anlässe zu verstärken. Der Gemeinderat ist bereit, sich dafür im gleichen Umfang wie die KKThun AG zu beteiligen und stellt für die Jahre 2012 und 2013 eine Defizitgarantie von maximal 160'000 Franken - pro Jahr 80'000 Franken - in Aussicht. Die KKThun AG hat ihrerseits für 2012 bereits eine Rückstellung von 40'000 Franken vorgenommen.

 

Planerfolgsrechnung: u.a. weniger Parkiereinnahmen

Der Jahresabschluss 2011 sowie das Budget 2012 der KKThun AG zeigen schliesslich, dass die Planerfolgsrechnung für die nächsten Jahre in einzelnen Bereichen angepasst werden muss. Unter anderem sind die Erträge aus dem Parking des KKThun deutlich tiefer als erwartet. Weil das Hotel am Lachenkanal weiterhin nicht gebaut ist und deshalb die Lachenwiese nach wie vor als gebührenpflichtiger Parkplatz zur Verfügung steht, weichen viele Besuchende des KKThun dorthin aus, anstatt das (ebenfalls gebührenpflichtige) unterirdische KKThun-Parking zu benutzen. Die KKThun AG und der Gemeinderat haben sich darauf verständigt, dass sich die Stadt Thun zur Hälfte an den Einnahmenausfällen und Mehraufwändungen der Planerfolgsrechnung beteiligt. Für die Stadt bedeutet dies für die Jahre 2011 bis 2013 einen Beitrag von total 148'000 Franken.

 

Drei Nutzerkategorien werden unterstützt

 

Der Gemeinderat beabsichtigt, drei Nutzerkategorien des KKThun mit direkten Beiträgen zu unterstützen (vgl. Haupttext S. 1). Diese sollen jeweils halbjährlich nach Prüfung der Einzelrechnungen ausbezahlt werden. Die drei Nutzerkategorien sind: im KKThun beheimatete regelmässige lokale Kulturveranstalter (Thuner Stadtorchester, Kunstgesellschaft Thun, Kultursoufflé), ehemalige „Bärensaal-Vereine“ der IG Strättligen sowie öffentliche Bildungseinrichtungen (städtische Schulen, Wirtschaftsschule etc.), zu denen auch die Thuner Kadetten gehören. Auch andere lokale Veranstalter sehen sich im KKThun mit höheren Kosten konfrontiert. Sie nutzen das KKThun aber wesentlich seltener.

 

 

Kredite der Stadt und Investitionen der KKThunAG

 

Der Thuner Stadtrat bewilligte am 5. November 2009 zwei Rahmenkredite zu Gunsten der KKThun AG: einen in der Höhe von 980'000 Franken als Barbeitrag der Stadt in den Jahren 2010 bis 2015 und einen in der Höhe von 1,73 Mio. Franken zur Vergünstigung der Nutzertarife für bestimmte Nutzerkategorien (s. Kasten oben) in den Jahren 2011 bis 2015.

 

Zusätzlich beantragt der Gemeinderat dem Stadtrat nun, den im Betriebs- und Nutzungsvertrag genannten lokalen und kulturellen Veranstaltern für die Jahre 2011, 2012 und 2013 insgesamt maximal 300'000 Franken zur Lösung des Kostenproblems bei der Verrechnung der Infrastrukturen bereit zu stellen, im selben Zeitraum 148'000 Franken an die Planerfolgsrechnung beizutragen und für 2012 und 2013 eine Defizitgarantie für die geplante Konzertreihe "All about music" der KKThun AG von 160'000 Franken bereit zu stellen - insgesamt also 608'000 Franken (s. Haupttext und Stadtratsbericht). Die KKThun AG investierte ihrerseits 2011 und 2012 rund 620'000 Franken in Infrastrukturen und Betriebseinrichtungen der Gastronomie, der Saaltechnik, der EDV-Einrichtungen und anderer Bereiche.

 

 

 

Weitere Informationen: www.thun.ch/kkthun / www.kkthun.ch

 

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Thun, 24. April 2012