Uferweg Schadau-Lachen wird ohne Stichweg neu aufgelegt

Ab 16. Januar liegt eine gegenüber 2007 nochmals geänderte Planung für den Uferweg Schadau - Lachen in Thun öffentlich auf: Neu wird auf eine Stich-Erschliessung ab Rougemontweg zum Seeufer verzichtet. Eine solche liesse sich nach Ansicht des Gemeinderates weder aus naturschützerischer Sicht noch mit Blick auf den begrenzten öffentlichen Nutzen vertreten.

Sechs Einsprachen waren im September 2007 in Thun zum Uferschutzplan Schadau bis Lachen in Thun eingereicht worden. Vier richteten sich vor allem gegen einen geplanten Stichzugang im östlichsten Bereich des Rougemontweges zum See hin. Der geplante Uferweg führt über eine Distanz von rund 600 Metern nicht direkt dem Ufer entlang, was gemäss den Bestimmungen des See- und Flussufergesetzes des Kantons Bern grundsätzlich zumindest einen Stichzugang zum Ufer erfordern würde. Nach erneuter Prüfung des Sachverhaltes, nach Besichtigungen vor Ort sowie im Einvernehmen mit dem Kanton verzichtet der Gemeinderat nun darauf, diese rund 50 Meter lange Stich-Erschliessung weiter zu verfolgen. Die Gründe für diesen Entscheid:

·        Der geschützte Baumbestand und die Privatsphäre der betroffenen Liegenschaften würden in unverhältnismässiger Weise beeinträchtigt. Geschützte Bäume müssten sogar gefällt werden, um die gewünschte Aussicht aufs Wasser zu gewährleisten.

·        Weil die Uferzone ein Winterruhegebiet für seltene Wasservögel ist, müsste der öffentliche Zugang zum Ufer im Winterhalbjahr von November bis Mai gesperrt werden. Die Sensibilität der Fauna lässt sich jedoch nicht per Datum exakt auf das Winterhalbjahr festlegen. Gravierende Störungen durch Menschen und Hunde wären programmiert.

Ebenfalls hinfällig wird eine Beschränkung der Gebäudelängen für die Villen mit Seeanstoss am Rougemontweg. Diese kann ersatzlos gestrichen werden, weil die neuen Bestimmungen des Baureglementes 2002 für die Pflege des Ortsbildes genügen.

Mit diesen Anpassungen kommt der Thuner Gemeinderat den wesentlichen Forderungen der Einsprechenden nach. An den übrigen Elementen des Uferschutzplanes wird festgehalten. Von den beiden verbleibenden Einsprachen wurde eine zurückgezogen und eine in eine Rchtsverwahrung verwandelt.

Voraussichtlich im Sommer dieses Jahres wird der Stadtrat über den Uferschutzplan Schadau bis Lachen befinden, bevor dieser endgültig durch den Kanton genehmigt werden kann.

Öffentliche Auflage an der Industriestrasse 2

Der Uferschutzplan für den Abschnitt Schadau bis Lachen in Thun liegt von Freitag, 16. Januar bis Montag, 16. Februar 2009 öffentlich auf.

Ort und Zeit: Erdgeschoss der Stadtverwaltung an der Industriestrasse 2 in Thun, Montag bis Freitag, 08.00 bis 11.45 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr, Freitag bis 16.00 Uhr.

Allfällige Einsprachen und Rechtsverwahrungen sind bis spätestens Montag, 16. Februar 2009 schriftlich und begründet an den Gemeinderat der Stadt Thun, Stadtkanzlei, Rathaus, 3602 Thun zu richten.

Für Auskünfte steht das städtische Planungsamt unter Tel. 033 225 83 76 zur Verfügung. Für persönliche Auskünfte an der Industriestrasse 2 ist Voranmeldung erwünscht.

Die Lücken im Uferwegnetz der Stadt Thun

Abschnitt Bahnhof bis Schadau

Der Uferschutzplan für diesen Abschnitt wurde bereits 1998 genehmigt. Der Kredit für den Bau des Uferweges wurde  im Jahr 2000 von den Thuner Stimmbürgern abgelehnt. Ein überarbeitetes Projekt wird zur Zeit mit den Grundeigentümern besprochen. Es ist vorgesehen, das entsprechende Baugesuch bis spätestens im Sommer 2009 einzureichen (Eröffnung voraussichtlich im Frühling 2010).

Abschnitt Schadau bis Lachen

Der künftige Uferweg führt vom Schadaupark etwa 80 Meter seeseitig entlang der Seestrasse, von dort bis etwa 50 Meter ans Seeufer hin. Die unter Denkmalschutz stehende, an den Schadaupark angrenzende Liegenschaft wird damit umgangen. Im Abstand von etwa 50 Metern zum Ufer führt der Weg weiter bis in den Rougemontweg hinein, welcher als Uferweg anerkannt wird. Über eine neue Brücke gelangen die Spaziergänger über den Lachengraben. Zusätzlich entsteht entlang der Seestrasse vis-à-vis des Schadausaals ein neues, etwa 60 Meter langes Trottoir.

Abschnitt Pfaffenbühl

Gegen den Uferschutzplan Pfaffenbühl wurden im Rahmen der Planauflage 2007 vier Einsprachen (darunter auch Sammeleinsprachen) eingereicht, welche sich grundsätzlich gegen eine neue Wegführung richten. Zur Zeit prüft das Planungsamt der Stadt Thun, ob und unter welchen Umständen der bestehende Weg als Uferweg anerkannt werden kann. Je nach Ergebnis dieser Prüfung wird zu diesem Wegstück ein erneutes Planverfahren nötig (mit öffentlicher Mitwirkung, kantonaler Vorprüfung und öffentlicher Planauflage).

Auskünfte an die Redaktionen:

Thomas Judt, Projektleiter, Planungsamt,
Tel. 033 225 83 78

Thun, 14. Januar 2009